Vorstellungsgespräch Schwächen

Vorstellungsgespräch Schwächen

Es gibt vermutlich kaum ein Vorstellungsgespräch, in dessen Verlauf der Bewerber nicht nach seinen Schwächen gefragt wird. Dabei verfolgt der Personaler mit seiner Frage nach den Schwächen zwei Ziele. Zum einen stellt er bewusst eine eher unangenehme Frage, um herauszufinden, wie der Bewerber reagiert, wenn er mit schwierigeren und problematischeren Sachverhalten konfrontiert wird. Zum anderen möchte er sich ein Bild von der Persönlichkeit des Bewerbers machen und analysieren, wie gut sich der Bewerber selbst einschätzen kann.

Weiß der Bewerber, wo seine Schwachstellen liegen, kann er sein Arbeitsverhalten nämlich entsprechend ausrichten und auf diese Weise Fehler vermeiden. Insofern sollte der Bewerber Schwächen nennen können, gleichzeitig aber darauf hinweisen, dass er an diesen Schwachstellen arbeitet und sich um einen lösungsorientierten Umgang bemüht. Nun stellt sich jedoch die Frage, wie offen der Bewerber mit seinen Schwächen umgehen und welche Schwächen er konkret nennen sollte.

Für die Angabe von Schwächen im Vorstellungsgespräch gibt es grundsätzlich drei mögliche Strategien. So kann der Bewerber Schwächen nennen, die letztlich mehr Stärken als Schwächen sind, versuchen, der Frage charmant auszuweichen, oder tatsächliche Schwächen nennen.

1. Schwächen, die auch als Stärken gewertet werden können

tester

Oft wird geraten, solche Eigenschaften als Schwächen zu nennen, die ebenso gut auch als Stärken ausgelegt werden können und sich nicht negativ auf die Arbeitsweise auswirken. Typische Beispiele hierfür sind Perfektionismus, Ungeduld, Überpünktlichkeit oder ein stark ausgeprägter Ordnungssinn. Letztlich kann der Bewerber mit solchen Angaben nicht allzu viel falsch machen, allerdings wird ihm dies vermutlich auch keine Pluspunkte bringen, denn solche Angaben gehören für Personaler zu den schon sehr oft gehörten Standardantworten.

2. Der Frage nach Schwächen charmant ausweichen

Eine andere Strategie besteht darin, solche Schwächen zu nennen, die nichts mit der Berufstätigkeit zu tun haben. Ein Bewerber, der sich beispielsweise bei einer Bank oder im öffentlichen Dienst bewirbt, könnte beispielsweise nennen, dass seine Schwächen in seinem wenig ausgeprägten künstlerischen oder musikalischem Talent liegen. Allerdings kennen auch Personaler diese Strategie.

Daneben kann der Bewerber versuchen, der Frage gekonnt auszuweichen. So könnte er beispielsweise als Schwäche angeben, dass er sich nicht gut einschätzen kann, den Personaler mit seinen Stärken und nicht mit seinen Schwächen überzeugen möchte oder unangenehmen Fragen gerne ausweicht. Hierbei muss der Bewerber jedoch damit rechnen, dass es der Personaler nicht bei dieser Antwort belassen, sondern nachhaken und nach konkreten Beispielen fragen wird.

3. Tatsächliche Schwächen nennen

Als dritte Möglichkeit kann der Bewerber Schwächen nennen, die tatsächlich vorhanden sind. Diese Schwächen können sich bereits aus den Bewerbungsunterlagen ergeben oder Bezug auf die Stellenausschreibung nehmen. Hat der Bewerber beispielsweise bislang wenig praktische Berufserfahrung gesammelt oder zeugen seine Schulnoten von weniger guten Fremdsprachenkenntnissen, kann er dies als Schwächen anführen. Wichtig ist jedoch in diesem Fall immer der Hinweis, dass der Bewerber an diesen Schwächen arbeiten möchte.