Vorstellungsgespräch stärken und schwächen

Vorstellungsgespräch stärken und schwächen

Es ist nur bedingt möglich, pauschal und allgemeingültig vorherzusagen, welche Fragen in einem Vorstellungsgespräch gestellt werden, denn dies hängt immer von dem Unternehmen, dem Gesprächspartner, der angestrebten Position und der Ausgangssituation des Bewerbers ab. Grundsätzlich werden in einem Vorstellungsgespräch aber Fragen zum beruflichen Werdegang, zu den beruflichen Zielen, Vorstellungen und Wünschen, zu den Interessen und Einstellungen des Bewerbers sowie zu seiner Person gestellt. Zu den klassischen Fragen in einem Vorstellungsgespräch gehört dabei auch die Frage nach den Stärken und Schwächen.

Die Frage nach den Stärken im Vorstellungsgespräch

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Bei der Frage nach den Stärken geht es darum, die eigenen Qualitäten und persönlichen Kompetenzen selbstbewusst und überzeugend zu präsentieren, andererseits aber auch ein gewisses Maß an Fähigkeit zur Selbstkritik durchscheinen zu lassen. Hilfreich bei der Auswahl von Stärken ist, zunächst eine Liste zu erstellen und darin die positiven Merkmale aus eigener Sicht sowie die Vorzüge, die andere nennen, zu erfassen. Aus dieser Aufstellung können dann die Stärken ausgewählt werden, die für die angestrebte Position am wichtigsten erscheinen. Handelt es sich beispielsweise um eine Bewerbung für eine Bürotätigkeit, sind Stärken wie Organisationstalent, eine rasche Auffassungsgabe oder Belastbarkeit unter Stress von größerer Bedeutung als Kreativität oder Musikalität. Die ausgewählten Stärken sollten jedoch immer auch begründet oder mit Beispielen belegt werden können. Eine zuverlässige Arbeitsweise beispielsweise kann durch entsprechende Arbeitszeugnisse nachgewiesen werden, Teamfähigkeit durch die Mitgliedschaft in einem Verein.

Die Frage nach den Schwächen im Vorstellungsgespräch

Bei dieser Frage steht zwar die Fähigkeit zur Selbsteinschätzung im Vordergrund, allerdings sollte der Bewerber seine persönlichen Schwächen nicht allzu ehrlich und umfassend einräumen. Eine Möglichkeit bei der Angabe von Schwächen ist, solche Schwächen zu nennen, die eigentlich auch als Stärken ausgelegt werden können. Nachteilig an dieser Strategie ist aber, dass diese Vorgehensweise allgemein bekannt ist und Personaler Schwächen wie Ungeduld, Perfektionismus oder die Neigung zu Überpünktlichkeit ständig zu hören bekommen. Insofern ist es besser, Schwächen zu nennen, die ohnehin schon aus den Bewerbungsunterlagen hervorgehen oder durch entsprechende Maßnahmen recht schnell abgefedert werden können. Beispiele hierfür wären wenig Berufspraxis, wenig Erfahrung im Umgang mit bestimmten Anwendungen oder Geräten, wenig Übung im Delegieren von Aufgaben oder auch verbesserungswürdige Rhetorik- oder Fremdsprachenkenntnisse. Insgesamt ist allerdings wichtig, dass die genannten Schwächen keine massive Behinderung der angestrebten Tätigkeit darstellen.

Nicht immer wird direkt nach Stärken und Schwächen gefragt

Nicht alle Personaler fragen den Bewerber direkt, worin er seine persönlichen Stärken und Schwächen sieht. Einige Personaler bitten den Bewerber stattdessen, einzuschätzen, welche Stärken und Schwächen andere Personen aus seinem Umfeld, wie beispielsweise der letzte Arbeitgeber, Arbeitskollegen oder Freunde, nennen oder wie diese den Bewerber beschreiben würden. Hierbei handelt es sich allerdings tatsächlich nur um andere Formulierungen für die gleiche Frage.