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Kind mit natürlicher und spontanen Mimik

Kind mit natürlicher und spontanen Mimik

Ein Mann und eine Frau sitzen im Cafe an unterschiedlichen Tischen und nehmen Blickkontakt auf. Nach wenigen Augenblicken wissen beide, ob die andere Person Interesse an einer näheren Bekanntschaft besitzt. Selbst wenn auf jegliche Gestik verzichtet wird, ist ein Urteil immer möglich, wenn beide in der Lage sind, die Mimik des anderen richtig zu deuten. Nun muss nur noch Mut aufgebracht werden, den Kontakt zu intensivieren. Im Nachhinein werden beide Personen feststellen, dass der Kontakt über die Mimik stattfand, ohne dass diese gesteuert eingesetzt wurde.

In einem Vorstellungsgespräch ist Mimik gleichbedeutend wichtig. Auch hier geht es in der ersten Phase beider Begrüßung und dem Smalltalk um die Erzeugung von Sympathie und Interesse. Sie nehmen auch hier mit dem Personaler Augenkontakt auf und lasen Ihre Mimik spielen. Allerdings sollten Sie bei einer Bewerbung in der Lage sein, die Mimik von Menschen richtig deuten zu können. Wer in der Mimik lesen kann, kennt einen Teil des Inneren des Gegenübers und kann von sich nur das preisgeben, was im eigenen Interesse liegt.

Mit gezielter Mimik den Inhalt optimieren

Die Mimik spiegelt das Innere wieder und gibt Emotionen frei. Wer lügt, verändert für einen kurzen Moment seine Blickrichtung und fühlt einen Juckreiz an der Nase. Freude zeigt sich an den Mundwinkeln. Erstaunen ist an der Größe der Augen sichtbar. Weitere Symptome können fast unendlich aufgeführt werden. Zusammengefasst sind es immer die Gesichtsmuskeln, die dabei ihren Auftritt haben. Personaler beobachten daher in jeder Phase Ihr Gesicht konzentriert.

  • Augen, Augenbrauen, Lider der Augen, Nasenflügel, Mundwinkel, Lippenveränderungen und die Stirnmuskeln verändern sich mit jeder Gefühlslage.
  • Mimik drückt Freude, Trauer, Frust, Unsicherheit und Glück aus.
  • Auch die Lebenserfahrungen von Menschen spiegeln sich wieder.

Es sind keine Geheimnisse, die beobachtet werden. Auch Sie kennen das Minenspiel des Gesichts. Sie haben es direkt nach Ihrer Geburt gelernt, als Sie die Sprache der Eltern noch nicht verstehen konnten. Aber an deren Mimik konnten Sie Gefühle ablesen. Im Vorstellungsgespräch gilt es lediglich, mit der Mimik den Personaler positiv zu stimmen. Sie sollten also Freude und Interesse ausdrücken, um als Kandidat für die Stelle infrage zukommen.

Gezielte Übungen mit Mimik

Um gezielt ein positives Minenspiel darzubieten, müssen Sie Ihre Mimik beherrschen. Wenn Sie gezielt eine bestimmte Mine aufsetzen, laufen Sie Gefahr, zu übertreiben. Sie sollten diesen Vorgang zunächst am Spiegel üben. Eine aufgesetzte Mimik kann ansonsten als gespielt erkennt werden.

  1. Erstellen Sie eine Liste mit positiven Gefühlen. Freude, freudige Überraschung etc. gehören dazu.
  2. Erzeugen Sie nun bewusst und gezwungen zu jedem dieser Punkte eine Mine. Beobachten Sie sich im Spiegel.
  3. Im nächsten Schritt versetzen Sie sich zuerst gedanklich in das Gefühl, dem Sie Ausdruck verleihen wollen. Erst dann lächeln, schmunzel oder lachen Sie. Im Spiegel werden Sie den Unterschied zum ersten Durchgang erkennen. Die Fältchen um den Mund und den Augen verhalten sich anders.
  4. Lernen Sie durch Übung, positive Gefühle mit Mimik zu zeigen, sich aber zuvor innerlich darauf vorzubereiten. Nach einigen Versuchen wird dies gelingen, auch wenn keine Perfektion entstehen sollte.
  5. Lernen Sie nun die Mimik bei negativen Gefühlen kennen.
  6. Üben Sie, Ihre Mimik zu beherrschen, wenn sie ein negatives Gefühlserlebnis haben.
  7. Versetzen Sie sich in Trauer, Wut etc. und beobachten sich im Spiegel.
  8. Versuchen Sie dabei Ihre Mimik zu verbergen.

Ihre natürliche Mimik, die immer vorhanden ist, wird dadurch ins Bewusstsein geleitet und kann kontrolliert werden. Um dabei ein natürliches Minenspiel abzuliefern, muss mehrfach geübt werden. Ihr Gesicht kann mehr als 10.000 Minen darstellen. Doch diese Zahl sollte Sie nicht beunruhigen, da Sie eine Mimik immer als Zusammenspiel von vielen Ausdrücken erkennen können.

Mund und Augen stehen im Fokus

Lächeln geht vor Lachen

Lächeln geht vor Lachen

Auch Personaler sind keine professionellen Deuter der Mimik und verlassen sich auf einige Aspekte, die sie schnell erkennen können. Sie werden sich auf Ihre Augen und den Mund konzentrieren. Diese Bereiche des Gesichts sollten daher auch bei Ihren Übungen im Mittelpunkt stehen. Auch sollten Sie die Mimik des Personalers beobachten, um dessen Gefühle zu erkunden.

Das sagen die Augen

  1. Versetzen Sie sich kurz vor dem Vorstellungsgespräch gedanklich, wie geübt, in eine positive und interessierte Stimmung. Automatisch wird Ihre Mimik sich danach richten. Außerdem werden Sie ruhiger und Ihre Nervosität nimmt ab.
  2. Nehmen Sie bei jeder Frage direkten Augenkontakt auf, ohne zu starren. Sie schauen mit Interesse, da Sie es spannend finden, wie der Personaler sich ausdrückt und welche Informationen er wünscht.
  3. Wenn Sie eine Frage produzierend finden, denken Sie sich, dass dies ein Test sein soll und ziehen die Augenbrauen nicht verärgert nach oben.
  4. Ein sehr kurzes Anheben der Augenbrauen hingegen signalisiert starkes Interesse und sollte gezeigt werden. Zusammen mit einem Lächeln wirkt es Wunder.
  5. Egal, welche Art Fragen der Personaler stellt, Sie bleiben bei Ihrer Vorstellung, dass er ein Interesse an Ihnen besitzt und bleiben beim Augenkontakt.

Das sagt der Mund

  1. Ein freundliches Lächeln ist der beste Start in jeden Kontakt.
  2. Setzen Sie aber kein Lächeln als Dauerläufer ein. Dies wirkt unnatürlich und gespielt.
  3. Variieren Sie die Stellung des Mundes, indem Sie tonlos bisweilen ein A oder O ausdrücken.
  4. Zeigen Sie nicht zu oft Ihre Zähne. Damit wird eher Aggressivität verbunden. Nur Sänger auf der Bühne wirken damit freundlich.
  5. Ihre Mundwinkel sollten nicht einseitig bewegt werden, da damit Arroganz gezeigt wird.
  6. Zusammenpressen der Lippen zeugt von Ärger, Wut oder Verachtung und sollte unterbunden werden.
  7. Lachen Sie nur, wenn es passt und der Personaler einen Witz gerissen hat. An nicht passender Stelle laut zu lachen, irritiert.

Alle diese Gesichtsausdrücke sind Ihnen sicherlich bekannt. Dennoch sollten Sie Ihre Mimik durch Übung verfeinern und gezielt einsetzen können. Im Nebeneffekt wird sich Ihre Körperhaltung entspannen. Eine Wiederholung eines Vorstellungstermins ist nicht vorgesehen.

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