Leitfaden Vorstellungsgespräch

Leitfaden Vorstellungsgespräch

Grundsätzlich geht es in einem Vorstellungsgespräch darum, den Bewerber als Person kennenzulernen. Das Kompetenzprofil spielt dabei zwar nach wie vor eine Rolle, dass der Bewerber die grundlegenden fachlichen Voraussetzungen erfüllen kann, weiß der Personaler jedoch bereits aus den schriftlichen Bewerbungsunterlagen. Insofern rücken bei einem Vorstellungsgespräch die Motivation und die Persönlichkeit des Bewerbers in den Vordergrund. Üblicherweise wird der Bewerber daher zu Beginn dazu aufgefordert, sich selbst vorzustellen und seinen Lebenslauf zu schildern. Hierbei steht dann weniger im Vordergrund, aufzuzeigen, ob die fachlichen und persönlichen Kompetenzen vorhanden sind, sondern vielmehr, die vorhandenen Kenntnisse, Fertigkeiten und Eigenschaften schlüssig darzustellen und überzeugend zu verkaufen.

Neben der Sympathie spielen bei einem Vorstellungsgespräch außerdem vor allem die sogenannten Soft Skills, wie beispielsweise Belastbarkeit, Anpassungsfähigkeit, Engagement, Teamgeist, Kommunikationsstärke, Selbstbewusstsein oder Motivation, eine wichtige Rolle. Der Personaler wird insofern also nicht nur auf die Antworten selbst achten, sondern auch beobachten, wie der Bewerber auftritt, wie er sich verhält, wie er spricht und wie er auf unangenehme Fragen reagiert.

Prinzipiell sind die Absichten, nämlich den Bewerber persönlich kennenzulernen, bei allen Vorstellungsgesprächen gleich und auch die Fragen sind letztlich durchaus miteinander vergleichbar. Allerdings lassen sich Vorstellungsgespräche in unterschiedliche Varianten einteilen, die teilweise jedoch fließend ineinander übergehen.

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1.) Unstrukturierte Vorstellungsgespräche. Bei solchen Vorstellungsgesprächen handelt es sich letztlich um ganz normale Gespräche. Der Personaler arbeitet nicht mit einem bestimmten Leitfaden, sondern lässt sich das Gespräch entwickeln und stellt seine Fragen aus dem Gespräch heraus.

2.) Halbstrukturierte Vorstellungsgespräche. Bei diesen Vorstellungsgesprächen hat der Personaler einige Fragen vorbereitet, die in jedem Fall gestellt werden. Alle weiteren Fragen und Gesprächsinhalte ergeben sich dann aus dem Verlauf des Gespräches.

3.) Strukturierte Vorstellungsgespräche. Bei diesen Vorstellungsgesprächen arbeiten Personaler mit einem auf die Stelle abgestimmten Leitfaden, der Schritt für Schritt abgearbeitet wird. Sowohl die Fragen als auch deren Reihenfolge sind im Vorfeld festgelegt und in vielen Fällen werden während des Gespräches Notizen in den Fragebogen eingetragen, um auf diese Weise anschließend ein Resümee ziehen und den Bewerbern mit anderen Bewerbern vergleichen zu können.

4.) Vorstellungsgespräche mit Stresssituationen. Einige Personaler stellen bewusst unangenehme oder provozierende Fragen, die den Bewerber unter Druck setzen und eine Stresssituation auslösen. Bei diesen Fragen kann es zwar auch darum gehen, unangenehme Wahrheiten ans Licht zu bringen, meist steht jedoch die Reaktion des Bewerbers im Vordergrund. Auch im Berufsalltag wird der Bewerber immer wieder in unangenehme, schwierige und problematische Situationen kommen, so dass diese Fragen vor allem auf die Überprüfung der Belastbarkeit und des Umgangs mit Stress abzielen. Insbesondere juristisch unzulässige Fragen, die die Privatsphäre des Bewerbers betreffen und in keinem Zusammenhang mit der Berufstätigkeit stehen, muss der Bewerber dabei nicht wahrheitsgemäß beantworten. Grundsätzlich ist in Stresssituationen somit wichtig, ruhig, gelassen und sachlich zu bleiben. Dies gelingt am effektivsten, wenn der Bewerber durchatmet, kurz seine Gedanken sammelt und anschließend höflich und mit Bedacht antwortet.