Wirkung im Vorstellungsgespräch: Die Antworttechnik mit Übungen & Beispielen

Aktualisiert am 31. Mai 2021 von Ömer Bekar

Starke Argumente

Offiziell wird Rhetorik während eines Vorstellungsgesprächs nur eingesetzt, um hilfreiche Informationen von denBewerbern zu erhalten. Tatsächlich werden Techniken eingesetzt, die aus Streitgesprächen bekannt sind. Daher wird auch hier von Gewinnern und Verlierern gesprochen werden können. Gewinner erhalten den Job.

Also sind Bewerber angehalten, sich mit dem Thema der Antworttechnik zu befassen, um ihre Siegeschancen zu erhöhen. Daher werden hier Befragungen untersucht, zu denen verschiedene Antworten gefunden werden können. Sie sollen damit in die Lage versetzt werden, in jeder Situation angepasst zu antworten, um Ihre Chancen auf den Job zu optimieren.

In der Theorie wird Rhetorik als ein Bereich geschildert, der Gesprächspartner zueinander bringen soll. In der Praxis sind meist Streitgespräche gemeint, in denen jede Partei versucht, Recht zu erhalten. In einem Vorstellungsgespräch wird zwar kein direkter Streit ausgefochten, dennoch müssen die Gesetzte der Rhetorik auch hier angewendet werden. Das Ziel ist, viele detaillierte zu erhalten, wodurch es notwendig wird, Bewerber unter Druck zu setzen, da sie unerwünschte Tatsachen nicht freiwillig preisgeben. Wer über eine sehr gute Sprachfertigkeit, Schlagfertigkeit und Argumentationsstärke verfügt, wird dem Druck nicht leicht nachgeben müssen. Diese Kunst ist aber einfacher zu erlernen, als es allgemein angenommen wird.

Die Antworttechnik als Reaktion auf Fragen

Wenn Sie im Vorstellungsgespräch den Sieg davontragen wollen, müssen Sie mit Ihrer eigenen Person überzeugen. Ihre Zeugnisse und der Lebenslauf haben bereits Vorarbeit verrichtet. Nun müssen diese Eindrücke bestätigt und verstärkt werden. Mit Mimik, Gestik und Argumentation gilt es, zu überzeugen, wenn Sie Fragen beantworten. Ihnen sollte bereits bekannt sein, welche Unterschiede zwischen offenen und geschlossenen Fragen bestehen. Hier geht es nun darum, schnell eine Antwort passender Art zu formulieren. Dann sind Sie Herr des Gesprächs und können ruhig und zielgerichtet handeln und dabei humorvoll und beherrscht bleiben. Dies gelingt aber nur perfekt, wenn die Gegenüber selbst gut mit ihren Fragen durchkommen.

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Reaktion auf unerwartete Fragen:

  1. Stimmen Sie der Ansicht, die geäußert zumindest bedingt zu. Eine komplette Ablehnung sollten Sie immer so formulieren, dass Sie zunächst Zustimmung signalisieren, um die Einschränkung in der Folge zu begründen.
  2. Werden die Fragen aggressiver, antworten Sie mit Gelassenheit, indem Sie die gestellte Frage neu formulieren, um dadurch auf Ihre Weise antworten zu können.
  3. Wenn Sie keine direkte Antwort parat haben, verzögern Sie, indem Sie auf ein Thema oder ein Beispiel verweisen, um damit Zeit zu gewinnen und abzulenken.
  4. Lenken Sie von der Frage ab, indem Sie mit Zusätzen und Fragen das ursprüngliche Ziel der Frage zu verändern.
  5. Auf nicht erlaubte und unangenehme Fragen können Sie mit einer Gegenfrage antworten, um ein eigene Antwort zu verweigern, oder um abzulenken.

Übungen an Beispielen

StrategieIn der Praxis müssen Sie die fünf genannten Punkte frei und flexibel anwenden können. Daher sollten Sie die Beantwortung von typischen Fragen, die in Vorstellungsgesprächen auftreten, vorab trainieren. Formulieren Sie schriftlich zu jeder Frage verschiedene Fragestellungen. Beantworten Sie entsprechend. Lassen Sie sich auch Fragen von Freunden oder Familienangehörigen stellen, um die Schlagfertigkeit zu üben. Dies erlaubt Ihnen, im Vorstellungsgespräch ruhig eine Frage anzuhören und sich dabei bereits auf die Antwort einzustellen. Dies löst Nervosität und Stress und erhöht Ihre Chancen auf Einstellung.

1.) Es wird gefragt, was Sie von einer beruflichen Auszeit halten. Damit kann auf eine mögliche Elternzeit gezielt werden. Es kann aber zugleich auch eine Information über persönliche Einstellungen angestrebt werden.
Ihre Antwort sollte daher nicht eindeutig zustimmend sein. Erwähnen Sie, dass Sie positive Beispiele im Bekanntenkreis gesehen haben, sich aber persönlich momentan eher mit Fragen der Weiterbildung beschäftigt haben, um sich zu verbessern. Damit haben Sie den Kern, der unangenehm hätte werden können, umgangen, aber dennoch eine komplette Antwort geliefert, die allerdings am Thema entlang manövriert wurde. Sie hinterlassen dadurch eine positive Wirkung. 2.) Sollte die Frage zur Freizeitgestaltung und zur Auszeit konkretisiert werden, greifen Sie zum Mittel, die Frage im eigenen Sinn neu zu formulieren. Auch hierbei umgehen Sie die erwartete Antwort, ohne selbige schuldig zu bleiben. „Verstehe ich sie richtig, wenn sie erfahren möchten, mit welchen konkreten Dingen ich mich in meiner Freizeit beschäftige?“ Sie können nun Hobbys andeuten. Wird eine Frage aber sehr provokant und aggressiv gestellt, können Sie aber die Personaler nun als Spielball benutzen. „Ich bastle sehr oft genau die Dinge, mit denen sie sich so liebevoll beschäftigen.“ Diese Antwort ist möglich, wenn sie nette Dinge auf dem Schreibtisch erkennen, die dem Personaler gehören. So haben Sie schnell auf ein angenehmes Thema gewechselt. Aber so nur antworten, wenn Sie tatsächlich basteln. 3.) Auf unangenehme Themen kann auch mit Verzögerung geantwortet werden. Immer wenn Sie Unkenntnis über eine Sache haben, oder wenn persönlich Unangenehmes gefragt wird, erklären Sie, vorab noch eine Ergänzung zur letzten Frage anfügen zu müssen. Damit gewinnen Sie Zeit. Entweder die Frage wird fallengelassen, oder Sie erhalten Zeit, die Antwort zu überdenken. 4.) Sobald das Vorstellungsgespräch eine für Sie unangenehme Wendung nimmt, sollten sie zur Technik der Ablenkung greifen. Benutzen Sie dazu einen einzelnen Aspekt der gestellten Frage, um daraus die Frage neu zu gestalten. Dadurch erhalten Sie die Gelegenheit, die mit der Antwort eine neue Richtung einzuschlagen. Erklären Sie etwa, dass Sie kürzlich in einer Studie gelesen haben, dass dieser Aspekt von einem renommierten Wissenschaftler folgendermaßen sehen wird, dem Sie zustimmen können. Fragen Sie, ob auch Ihr Gegenüber sich dieser Sichtweise anschließt. 5.) Schließlich bleibt Ihnen noch die Antworttechnik mit einer Gegenfrage, wenn eine Frage sehr suggestiv wird. „Was meinen oder bezwecken sie mit dieser Frage?“ oder „Sehen sie Probleme mit einer solchen persönlichen Einstellung?“ Dadurch unterlassen Sie eine Beantwortung und fordern die Personaler selbst zur Beantwortung heraus. Auf diese Weise kann auch unerlaubten Fragen zunächst freundlich entgegnet werden.
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