Warten auf Rückmeldung

Warten auf Rückmeldung

Das Vorstellungsgespräch gehört der Vergangenheit an. Wie geht es nun weiter? Da keine allgemeingültige Antwort möglich ist, kann ein Bewerber sich ausschließlich an allgemein akzeptierte Normen ausrichten. Auch wenn die Personalabteilung sich selbst nicht an Tugenden wie Höflichkeit und Zuverlässigkeit hält, erwartet sie diese Tugenden dennoch nicht selten von den Bewerbern. Da durch das Vorstellungsgespräch auch ein Eindruck des Unternehmens übermittelt wurde, können Bewerber daraus einige Rückschlüsse ziehen, die bei weiterführenden Aktivitäten nützlich sind.

Rückschau auf das Vorstellungsgespräch

Der erste sinnvolle Schritt ist immer der, sich kritisch und entspannt mit dem Verlauf der Bewerbung und besonders dem Vorstellungsgespräch in einer Rückschau zu befassen.

  1. Wie viel Zeit verging zwischen Einreichen der Unterlagen bis zur Einladung zum Vorstellungsgespräch?
  2. War der Ablauf im Gespräch zufriedenstellend und vermittelte es ein gutes Gefühl?
  3. Wie wirkten die Personaler? Waren sie sympathisch und freundlich?
  4. Blieben eigene Fragen teilweise unbeantwortet?
  5. Wurden Vereinbarungen für den weiteren Verlauf der Bewerbung getroffen?

Sinnvoll ist dabei eine Rückbesinnung und Nachbearbeitung am Tag des Vorstellungsgesprächs. Dann sind fast alle Details noch im Gedächtnis und können abgerufen werden. Schwachpunkte sollten notiert werden, um sie durch ein zusätzliches Schreiben erneut zu behandeln. Dies kann im Zusammenhang mit einem Dankesschreiben geschehen. Die Danksagung hat zudem den Vorteil, dass sich Bewerber auf eine angenehme ins Gedächtnis rufen und eine Möglichkeit erhalten, Mängel aus dem Gespräch erneut aufzunehmen.

Beim Nachfassen und bei der Danksagung können auch weitere Unterlagen eingereicht werden, die entweder nachgereicht werden sollen oder neu aufgetreten sind. So wird daraus eine Erweiterung der Bewerbung, mit der Chancen vergrößert werden können. Gelingen kann dies nur, wenn der Ton freundlich bleibt und es nicht zu einem Bettelschreiben kommt. Dann können Bewerber zeigen, dass ihr Interesse an der Stelle groß ist. Ob ein Schreiben per Post oder E-Mail eingereicht wird, muss im Einzelfall entschieden werden. Bestand das Unternehmen auf eine Bewerbung per E-Mail, sollte dies beibehalten werden, was auch im umgekehrten Fall gilt.

Wie lange brauchen Unternehmen bis zur Entscheidung?

Oft wird angegeben, dass es durchaus bis zu zwei Monaten dauern kann, bis eine Entscheidung getroffen wird. Dies ist sicherlich von verschiedenen Faktoren abhängig.

  • Eine große Anzahl von Bewerbungen kann das Verfahren in die Länge ziehen.
  • Wichtige Posten werden oft erst nach reiflicher Überlegung besetzt.
  • Sind zahlreiche Stellen neu zu besetzen, kann die Entscheidung mitunter erst nach einer Reihe von Vorstellungsgesprächen zu verschiedenen Terminen getroffen werden.
  • Je kleiner die Firma ist, umso schneller wird entschieden.
  • Ist die freie Stelle sehr wichtig für die Firma?

Nach der Entscheidungsfindung werden die abgelehnten Bewerber heute nur noch selten benachrichtigt. Dies gilt umso mehr, je größer die Firma ist. Mit der Zahl der Bewerbungen sinkt auch die Einhaltung von Benimmregeln. Außerdem bewerben sich Menschen fast immer gleichzeitig bei vielen Unternehmen und vernachlässigen ihrerseits die Regeln, indem sie Vorstellungsgespräche nicht absagen, wenn das Interesse erloschen ist.

Nachfragen mit Stil bringt Vorteile

Feedback - Rückmeldung

Feedback – Rückmeldung

Es lässt sich also schließen, dass kaum vorherzusehen ist, wann ein Unternehmen sich entscheidet. Auch ist eine Rückmeldung nicht sicher. Als sicher kann allerdings vorausgesetzt werden, dass sich Bewerber bessere Chancen erwerben, wenn sie ihr Interesse sehr deutlich und überzeugend äußern. Nachfragen und Dankesbriefe sind daher von Vorteil, wenn sie mit Stil abgefasst werden. Zugleich sollte die Bewerbung im Verlauf noch einmal überprüft werden, um die Gelegenheit zur Verbesserung nutzen zu können.

  1. Wurden alle notwendigen Zeugnisse, Zertifikate etc. eingereicht?
  2. Wurden genannte Termine eingehalten?
  3. Konnten die Qualifikationen überzeugen?
  4. Verlief das Vorstellungsgespräch erfolgsversprechend?

Danach kann ein Schreiben oder ein Anruf angegangen werden. Sind Unterlagen nachzureichen, ist immer die Form per Post oder E-Mail zu wählen. In Fällen der einfachen Nachfrage, kann auch ein Anruf getätigt werden. Bedenken Sie aber, dass Sie die Personaler bei einem telefonischen Anruf in einer Verfassung antreffen, die Sie nicht einschätzen können. Personaler können sich akut im Stress befinden, fühlen sich gestört, oder sind überlastet. Wenn Sie sich unsicher sind, wählen Sie eine E-Mail oder einen Brief per Post.

  1. Verfassen Sie einen geschäftsmäßigen Brief mit vollständigem Briefkopf und der Adresse des Unternehmens mit Nennung des Ansprechpartners.
  2. Beginnen Sie mit dem Betreff und Nennen Ihre Daten und die konkrete Bewerbung mit Datum.
  3. Wählen Sie einen freundlichen Schreibstil, fassen sich aber kurz.
  4. Gestalten Sie das Schreiben übersichtlich, indem Sie Abschnitte und eventuell Zwischenüberschriften einfügen.
  5. Nehmen Sie gezielt und knapp auf das Vorstellungsgespräch Bezug.
  6. Fassen Sie das Gespräch mit wenigen Sätzen zusammen und ergänzen es nach Bedarf, wenn Sie zusätzliche Erklärungen zu Schwachstellen abgeben möchten.
  7. Je kürzer der Text gefasst wird, umso leichter wird das Lesen.
  8. Betteln Sie nicht, da kein Unternehmen an devoten Personen interessiert ist.
  9. Warten Sie nicht zu lange, da dann eine Entscheidung bereits getroffen sein kann.
  10. Stellen Sie keine Forderungen auf.

Sollten Sie sich zu einem Anruf entscheiden, fragen Sie zuerst, ob Sie nicht stören und entschuldigen sich gegebenenfalls. Reden Sie selbstbewusst und fasen sich kurz. Freundlich im Ton muss das Gespräch geführt werden.