lächelnde Schülerin mit Bewerbungsunterlagen

lächelnde Schülerin mit Bewerbungsunterlagen

Sich für eine Ausbildung zu bewerben ist vergleichbar mit der Bewerbung auf eine Stellenanzeige. Lediglich werden die Personaler die Messlatte bei der Befragung niedriger hängen. Sie wissen, dass sich junge und beruflich unerfahrene Menschen melden, die soeben erst die Schule beendet haben.

Wer sich allerdings um eine zweite Ausbildung bemüht, oder bereits berufliche Erfahrungen gesammelt hat, wird wie ein Stellensuchender behandelt. Da sich überwiegend Schulabgänger um einen Ausbildungsplatz bemühen, soll auf diese Personengruppe hier der Fokus gerückt werden.

Einladung zum Vorstellungsgespräch

Nachdem die üblichen Bewerbungsunterlagen eingereicht worden sind, kommt es zu einem Vorstellungsgespräch. Aus den Unterlagen können Firmen den Lebenslauf entnehmen, der hauptsächlich die schulische Laufbahn beinhaltet. Schulzeugnisse und ein Bewerbungsfoto sollten ebenfalls eingereicht werden, wie auch ein Bewerbungsanschreiben zu verfassen ist. Neugierig werden Personaler durch Schulnoten in den Fächern, die auch in der Ausbildung wichtig sein werden. Auch die Benotung der Tugenden, wie Pünktlichkeit und Fleiß, sind von großem Interesse, soweit sie in den Zeugnissen vorhanden sind. Dies sollte bei der Bewerbung fortgeführt werden.

  • Zum Vorstellungsgespräch pünktlich erscheinen
  • Die Kleidung soll angemessen zur Firma und auch zum Alter der Bewerber sein.
  • Auf modische Extravaganzen ist zu verzichten.
  • Eine gute Vorbereitung erhöht die Chancen.
  • Es muss mit Tests zu Mathematik, Deutsch und der Allgemeinbildung gerechnet werden.

 

Infografik: Deutlich mehr Studierende als Auszubildene | Statista

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Wie verhalte ich mich im Vorstellungsgespräch?

Es ist immer der beste und einfachste Weg, sich natürlich zu verhalten, ohne zu schauspielern. Sich anders darzustellen, als man ist, wird meist auffallen und auf den Schauspieler zurückfallen. Neben der Natürlichkeit sind noch Ruhe und Freundlichkeit wichtig. Auch die Benimmregeln sollten in Grundzügen bekannt sein.

  1. Die beste Begrüßung ist die mit einem freundlichen Lächeln, Blickkontakt und einem leichten aber festen Händedruck.
  2. Nach Aufforderung sollte in gerader Körperhaltung Platz genommen werden.
  3. Wer bequem und gerade sitzt, wird seine Nervosität schnell verlieren.
  4. Arme, Hände und Beine sollten nicht übermäßig und hektisch bewegt werden, auch dann verschwindet die Nervosität.
  5. Wenn die Personaler reden, ist aufmerksam und ohne Zwischen Bemerkungen zuzuhören.
  6. Notizen zu machen ist erlaubt und wird positiv aufgenommen.
  7. Die Augen sind immer auf die sprechende Person zu richten.
  8. Wer noch sehr nervös ist, kann dies auch ansprechen. Dies ist normal und wird nicht übelgenommen.

Vorbereitung auf den Ausbildungsplatz

Einige Tage vor dem Termin zum Vorstellungsgespräch sollte jeder Bewerber sich gründlich vorbereiten.

  1. Die Inhalte der Ausbildung und des angestrebten Berufes sollten bekannt sein.
  2. Die schulischen Leistungen, die auch während der Ausbildung benötigt werden, sollten, wenn notwendig, verbessert werden.
  3. Informationen über die Firma können im Internet recherchiert werden.
  4. Wer schnell nervös wird, sollte sich besonders auf die möglichen Fragen und Tests vorbereiten. Je mehr vom Inhalt des Vorstellungsgesprächs bekannt ist, umso schneller verschwindet die Nervosität.
  5. Ein pünktliches Erscheinen kann durch Planung des Anfahrtsweges gewährleistet werden.
  6. Eine ruhige Körpersprache mit freundlichem Lächeln kann am Spiegel geübt werden.
  7. Warum ist diese Ausbildung die richtige? Diese Frage sollte sehr ausführlich und mit Begeisterung beantwortet werden können. Hier ist ein Schwerpunkt zu sehen.

Die Persönlichkeit der Bewerber

Persönliche Eigenschaften sind fast so wichtig wie Schulnoten. Dies sollte nicht unterschätzt werden. Es bringt allerdings keine Pluspunkte ein, sich zu sehr zu loben, da gespielte Eigenschaften ans Tageslicht kommen. Allgemein kommen folgende Aspekt gut an:

  • Menschen, die mit sich zufrieden sind.
  • Gesellige Personen, die viele echte Freunde haben und auch in Vereinen oder anderen Verbindungen aktiv sind. Dies spricht auch für eine gute Kommunikation.
  • Wer einen sportlichen Wettkampf optimistisch angeht, zeigt, dass er stabil und positiv eingestellt ist.
  • Gefordert wird fast immer, dass es keine Probleme mit der Konzentration gibt, wenn schwere Aufgaben zu erledigen sind. Tests hierzu werden oft durchgeführt.
  • Wer sportlich und gesund lebt, hat Vorteile. Übergewicht sollte daher plausibel begründet werden.
  • Die eigene Meinung sollte ausgedrückt werden. Dabei ist Freundlichkeit im Ton und Körpersprache zu halten.
  • Jeder Mensch hat Schwächen. Einige kleine Schwächen sollten angegeben werden.

Fragen und Antworten vor der Ausbildung

In Vorstellungsgesprächen werden einige Fragen immer vorkommen. Hier ist eine Auswahl typischer Fragen mit guten Antworten aufgelistet.

  • Wie sind sie angekommen?
    Danke gut, ich habe den Weg vorher schon ausprobiert. Ich bin aber etwas nervös.
  • Was wissen Sie über die Ausbildung bei uns?
    Ich habe mich bei XXX über die Inhalte der Ausbildung ausführlich informiert. Daher weiß ich, dass folgende Tätigkeiten sehr wichtig sind: XXXX.
  • Warum haben sie sich diese Ausbildung ausgewählt?
    Wie ich schon im Bewerbungsschreiben angedeutet habe, mag ich, mich mit XXXX Themen zu beschäftigen und XXXX zu betreiben. Spaß machen mir auch XXX, was im späteren Beruf ja vergleichsweise wichtig werden kann.
  • Wo haben sie das Praktikum absolviert?
    Eine kurze und genaue Beschreibung der Tätigkeiten sollte folgen, so kann erkannt werden, ob der Bewerber sich als zuverlässig erwiesen hat.
  • Welche Fähigkeiten besitzen sie, die für diesen Beruf wichtig sind?
    Hier sind Eigenschaften wie Kontaktfreudigkeit, Konzentration, Teamfähigkeit etc. gefragt. Gut ist es, Beispiele aus der Erfahrung, auch aus der Freizeit, anzuführen.
  • Kenn Sie Nachteile des Berufes?
    Ehrliche Antworten sind wichtig. Wer alles nur schön findet, ist unglaubwürdig. Besser klingt es, wenn die negativen Seiten mit positiven Seiten ausgeglichen werden. Negativ kann sein, auch am Wochenende arbeiten zu müssen, was aber durch freie Tage unter der Woche ausgeglichen wird.

Schließlich sind Fragen zu schulischen Fächern üblich. Welche haben Spaß gemacht, welche waren schwer? Auch der Umgang mit Mitschülern wird abgefragt. Nicht zuletzt wird oft gefragt, ob die Eltern Einfluss auf die Berufswahl genommen haben. Immer sollte die Eigenständigkeit betont werden, wenn auch der Rat anderer nicht unterdrückt wird.