
Das Wichtigste in Kürze
- Schnell antworten: am besten noch am selben Tag, spätestens innerhalb von zwei Werktagen.
- Telefonische Einladung: Termin wird direkt vereinbart – eine zusätzliche schriftliche Bestätigung ist dann nicht nötig.
- Schriftliche Einladung: immer bestätigen, auch wenn nicht ausdrücklich darum gebeten wird.
- Termin verschieben: möglich, aber nur mit ein bis zwei konkreten Alternativterminen und ohne ausführliche Begründung.
- Nie erwähnen: dass Sie am selben Tag ein Gespräch bei einem anderen Unternehmen haben.
Wie Unternehmen zum Vorstellungsgespräch einladen
Es gibt zwei gängige Wege. Entweder ruft das Unternehmen an, um den Termin direkt mit Ihnen abzustimmen – das ist der schnellere Weg und bei kleineren Firmen üblich. Oder die Einladung kommt schriftlich, per E-Mail oder Post, mit einem bereits festgelegten Terminvorschlag. Sehr selten kommt eine Einladung per SMS.
Eine schriftliche Einladung enthält in der Regel den Termin, die Namen Ihrer Gesprächspartner, Hinweise zu mitzubringenden Unterlagen und Angaben zur Anfahrt. Häufig steht darin auch die ausdrückliche Bitte, den Termin zu bestätigen, samt Ansprechpartner und Durchwahl.
So sieht eine typische Einladung aus
wir bedanken uns für Ihre Bewerbung und Ihr Interesse an unserem Unternehmen.
Sie haben unser Interesse geweckt und wir würden Sie gerne persönlich kennenlernen. Hiermit laden wir Sie herzlich zu einem Vorstellungsgespräch ein.
Das Vorstellungsgespräch findet am (Datum) um (Uhrzeit) statt. Sollten Sie diesen Termin nicht wahrnehmen können, geben Sie uns bitte Bescheid – wir vereinbaren dann einen anderen Termin. Sie erreichen uns unter (Telefonnummer).
Bitte beachten Sie, dass wir die Kosten, die Ihnen durch das Vorstellungsgespräch entstehen (zum Beispiel Fahrtkosten), nicht übernehmen können.
Wir freuen uns auf Sie.
Mit freundlichen Grüßen
(Name, Personalleitung)
Ein Hinweis dazu: Der Satz zu den Fahrtkosten ist nicht selbstverständlich. Fehlt er, haben Sie unter Umständen einen Erstattungsanspruch – mehr dazu unter Fahrtkostenerstattung beim Vorstellungsgespräch.
Einladung per Telefon: So reagieren Sie richtig
Ruft der potenzielle Arbeitgeber an, geht es ihm meist nur um eines: schnell und unkompliziert einen Termin festzulegen. Haben Sie also keine Angst vor unbequemen Fragen. Bei größeren Firmen meldet sich in der Regel jemand aus der Personalabteilung, bei kleineren durchaus die Geschäftsführung selbst.
Bedanken Sie sich für die Einladung und sagen Sie, dass Sie sich freuen, das Unternehmen näher kennenzulernen. Bleiben Sie dabei sachlich: Die Einladung ist ein erster Erfolg, aber noch keine Zusage. Zu viel Euphorie wirkt unangemessen.
Erwischt Sie der Anruf in einer ungünstigen Situation – im Supermarkt, in der Bahn, zwischen zwei Terminen –, fragen Sie ohne Umschweife, ob Sie zurückrufen dürfen oder ob später noch einmal angerufen werden kann. Wichtig ist nur, dass der Rückruf zeitnah erfolgt. Das hat sogar einen Vorteil: Sie können sich in Ruhe sortieren und auf inhaltliche Fragen vorbereiten, etwa zu Ihrer Motivation für die Stelle.
Was am Telefon tabu ist
- Fragen zum Gehalt – es sei denn, der Anrufer bringt das Thema selbst zur Sprache.
- Fragen zu Urlaub, Vergünstigungen oder Arbeitsatmosphäre – das gehört ins Gespräch, nicht in die Terminabsprache.
- Ins Wort fallen. Lassen Sie den Anrufer ausreden.
- Ein unpassender Anrufbeantworter. Ein flotter Spruch, der für Freunde gedacht war, kostet Bewerber regelmäßig den Termin. Sprechen Sie für die Dauer der Bewerbungsphase eine sachliche Ansage auf.
Einladung per E-Mail: die Antwort
Grundsätzlich ist es gleichgültig, ob Sie telefonisch, per E-Mail oder per Brief bestätigen. Die meisten Bewerber entscheiden sich für die E-Mail – schon weil der Arbeitgeber auf demselben Weg eingeladen hat. Der Postweg dauert länger und wirkt heute altmodisch.
Eine telefonische Bestätigung ist ebenfalls möglich, hat aber einen Haken: Gerade in kleineren Unternehmen entwickelt sich daraus schnell ein kurzes Telefoninterview, in dem Sie Fragen zu Ihrer Motivation oder Ihrem Profil beantworten sollen. Wenn Sie diesen Weg wählen, bereiten Sie sich vorher darauf vor.
Antworten Sie innerhalb von zwei Werktagen, besser noch am selben Tag. Und formulieren Sie nicht zu knapp. „Sehr geehrter Herr Meier, hiermit bestätige ich den Termin. Mit freundlichen Grüßen“ ist zu wenig. Etwas persönlicher darf es sein. Professioneller wirkt Ihre Antwort, wenn Sie Ihre Kontaktdaten und – wenn vorhanden – Ihr Xing- oder LinkedIn-Profil mit angeben.
Muster: Antwort auf die Einladung per E-Mail
Sehr geehrter Herr Meier,
vielen Dank für die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch am tt.mm.jjjj um xx Uhr in Ihrem Unternehmen.
Gerne bestätige ich diesen Termin. Falls es noch zu kurzfristigen Änderungen kommt, erreichen Sie mich mobil unter 0177 / xxx xx xx.
Ich freue mich auf unser Gespräch.
Mit freundlichen Grüßen
Vor- und Zuname
Postanschrift
E-Mail-Adresse
Link zum Xing- oder LinkedIn-Profil (optional)
Die Terminbestätigung

Kam die Einladung dagegen schriftlich, sollten Sie den Termin bestätigen. Auch dann, wenn nicht ausdrücklich darum gebeten wird. Reagieren Sie nicht auf eine Bitte um Bestätigung, kann das Unternehmen daraus schließen, dass Ihr Interesse erloschen ist. Umgekehrt gilt: Eine Bestätigung ohne Aufforderung kann Ihnen nicht schaden – sie zeigt Verbindlichkeit.
Wie ausführlich? Die Terminbestätigung darf kurz sein. Es genügt, wenn Sie sich für die Einladung bedanken, mitteilen, dass Sie den Termin gerne wahrnehmen, und sich auf das Kennenlernen freuen. Zwei Dinge sind dabei wichtig: Richten Sie die Bestätigung an den in der Einladung genannten Ansprechpartner und wiederholen Sie Datum und Uhrzeit, damit die Zuordnung eindeutig ist.
Muster: kurze Terminbestätigung
vielen Dank für die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Hiermit bestätige ich gerne den Termin am (Datum) um (Uhrzeit).
Ich freue mich auf unser Gespräch.
Mit freundlichen Grüßen
(Vor- und Zuname)
Den Termin verschieben
Was, wenn Sie zum vorgeschlagenen Termin verhindert sind? Prüfen Sie zuerst ernsthaft, ob sich der andere Termin verschieben lässt. Denn eine Verschiebung sendet immer ein Signal – im Zweifel das, dass Ihnen das Gespräch nicht wichtig genug ist.
Ist die Verschiebung unumgänglich, halten Sie sich an drei Regeln:
- Zwei konkrete Alternativtermine vorschlagen, nicht nur absagen.
- Auf ausführliche Begründungen verzichten. „Ich habe an dem Tag einen Arzttermin“ brauchen Sie nicht zu schreiben – ein Hinweis auf einen wichtigen Termin genügt.
- Niemals erwähnen, dass Sie zu diesem Zeitpunkt ein Vorstellungsgespräch bei einem anderen Unternehmen haben. Das hinterlässt einen schlechten Eindruck.
Muster: Bitte um einen anderen Termin
vielen Dank für Ihre Einladung zum Vorstellungsgespräch. Leider bin ich am tt.mm.jjjj aufgrund eines wichtigen Termins verhindert. Als Alternative möchte ich Ihnen den tt.mm.jjjj um xx Uhr oder den tt.mm.jjjj um xx Uhr vorschlagen.
Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung und auf ein persönliches Kennenlernen.
Mit freundlichen Grüßen
Vor- und Zuname
Postanschrift
E-Mail-Adresse
Nach der Zusage: die Vorbereitung
Sobald der Termin steht, beginnt die eigentliche Arbeit. Ein Vorstellungsgespräch ist ein Dialog aus Fragen und Antworten, und es dreht sich im Kern um drei Bereiche:
- das Unternehmen und die ausgeschriebene Position,
- Sie selbst und Ihren bisherigen Werdegang,
- Ihre eigenen Fragen.
Informieren Sie sich über das Unternehmen. Sie können fest damit rechnen, gefragt zu werden, warum Sie gerade dort arbeiten möchten und wie Sie sich Ihren Arbeitsalltag vorstellen. Überzeugend wird die Antwort, wenn Sie mit Daten und Fakten zum Unternehmen argumentieren können.
Kennen Sie Ihren eigenen Lebenslauf. Es hinterlässt einen schlechten Eindruck, wenn Sie Angaben aus Ihren Unterlagen nicht ausführen können. Auf Lücken und Brüche im Lebenslauf werden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit angesprochen – legen Sie sich dafür eine schlüssige Erklärung zurecht.
Stellen Sie eigene Fragen. Das Gespräch dient nicht nur dem Unternehmen zum Kennenlernen, sondern auch Ihnen. Von Bewerbern wird erwartet, dass sie ihrerseits fragen – das signalisiert, dass Sie sich mit der Tätigkeit und Ihrer möglichen Entwicklung dort auseinandergesetzt haben.
Eine vollständige Übersicht finden Sie in unserer 10-Punkte-Checkliste für das Vorstellungsgespräch.
Häufige Fragen zur Einladung zum Vorstellungsgespräch
Wie schnell muss ich auf eine Einladung antworten?
Am besten noch am selben Tag, spätestens innerhalb von zwei Werktagen. Wer länger wartet, riskiert, dass sein Interesse angezweifelt wird.
Muss ich den Termin bestätigen, wenn nicht darum gebeten wird?
Nötig ist es nicht, sinnvoll schon. Eine kurze Bestätigung zeigt Verbindlichkeit und kostet Sie zwei Minuten.
Darf ich einen Termin verschieben, ohne meine Chancen zu verschlechtern?
Ja, wenn Sie zeitnah reagieren und ein bis zwei konkrete Alternativen anbieten. Problematisch wird es erst, wenn Sie mehrfach verschieben oder keine Alternative nennen.
Telefonisch oder schriftlich bestätigen – was ist besser?
Schriftlich, wenn die Einladung schriftlich kam. Das ist eindeutig dokumentiert und Sie behalten die Kontrolle über die Formulierung.
Werden meine Fahrtkosten erstattet?
Das hängt vom Unternehmen ab. Steht in der Einladung kein Ausschluss, lohnt ein Blick auf die Regeln zur Fahrtkostenerstattung.
Thema: Einladung zum Vorstellungsgespräch – Antwort, Terminbestätigung und Verschiebung