Stolz werden die Zeugnisse vorgestellt

Viele Bewerber, die zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden, machen sich zu wenige Gedanken über ihren Lebenslauf. Einerseits wurde er schriftlich bereits eingereicht, und andererseits glauben viele, dass sie die Daten problemlos aufsagen können.

Der Fehler liegt allerdings darin, dass Personaler mit der Aufforderung, „etwas über sich zu erzählen“ nicht meinen, den Lebenslauf auswendig aufzusagen. Einen Datenabglich sieht diese Frage nur insoweit vor, indem bestimmte Ausführungen im Lebenslauf zu Nachfragen anregen. Das zweite Ziel besteht darin, zu erfahren, mit welcher Ausdruckkraft ein Bewerber eine kurze Rede flüssig halten kann.

Dennoch die Vita auswendig lernen

Es ist trotzdem anzuraten, den Lebenslauf auswendig zu beherrschen. Dies wird für jüngere Bewerber mit nur wenigen beruflichen Etappen leichter sein, als für ältere Semester mit mehreren Karrieresprüngen und Wechseln von Unternehmen. Jedes Datum sollte aber akkurat genannt werden können. Fehler können als Irreführung aufgefasst werden, wen sie auch meist aus Nervosität entstehen werden. Sollten Nachfragen zu bestimmten Ereignissen im Leben gestellt werden, ist es nicht hilfreich, die Jahreszahlen durcheinander zu bringen.

Beim Vortrag zum Lebenslauf in freier Rede sollten die Daten allerdings nur als Anknüpfungspunkte benutzt werden. Die Vita lediglich mündlich als Kopie wiederzugeben, wird die Personaler langweilen, da die Daten selbst bekannt sind. Von Interesse sind die Hintergründe zu einem Stellenwechsel, zu einer Zusatzausbildung, zu einem Auslandsaufenthalt etc. Auf diese Weise erhalten Sie schon zu Beginn des Vorstellungsgesprächs die Gelegenheit, Lücken im Lebenslauf und ungewöhnliche Sprünge zu erläutern, ohne komplizierte Nachfragen zu produzieren.

Grundsätzlich kann sich jeder Bewerber jeden Alters an folgenden Fahrplan halten:

  1. Beginnen Sie in der Vergangenheit und arbeiten sich chronologisch zur Gegenwart vor.
  2. Daten und Ereignisse, die sehr lange zurückliegen, können mit einem kurzen Satz erledigt werden.
  3. Richten Sie den Fokus auf Sprünge und Lücken im Lebenslauf.
  4. Greifen Sie die Punkte besonders heraus, zu denen Sie eine sehr einfache und plausible Erklärung abgeben können.
  5. Weniger schöne Aspekte können Sie dann als vergleichbare Begebenheiten mit einem Satz erledigen und werden oft keine Nachfrage fürchten müssen.
  6. Beziehen Sie Ihren Lebenslauf immer direkt auf die zu besetztende Stelle. Abweichende Ausführungen werden kaum von Interesse sein.
  7. Freizeitaktivitäten werden hierbei nicht erwähnt, es sei denn sie beziehen sich direkt auf den Beruf. Dazu werden Sie eventuell gesondert gefragt.
  8. Konzentrieren Sie sich darauf darzustellen, was Sie können und wer Sie sind.
  9. Positive Ereignisse erläutern Sie immer ausführlicher, während negative Teile nur kurz abgehandelt werden.
  10. Auf Zwischenfragen zum Lebenslauf antworten Sie stets ruhig und freundlich, halten sich aber immer kurz.

Aufbau und Struktur des Vortrags zum Lebenslauf

Ziele definieren: Stärken und Schwächen – Stellenangebote – Jobangebote analysieren – Lebenslauf – Anschreiben – Anlagen – Bewerbungsmappe – Checkliste

Ideal ist der Kandidat, der sein Leben in wenigen Minuten flüssig und schlüssig erzählen kann. Verschiedentlich wird Ihnen ein Zeitraum von bis zu 10 Minuten eingeräumt. Denken Sie daran, dass dieser Rahmen sehr lange sein kann. Bauen Sie Ihren Vortrag daher so auf, dass er wie an einem roten Faden abzuspulen ist. Damit kommt Struktur hinein und er ist nachvollziehbar. Um den Rahmen nicht zu sprengen, sollten Sie diesen Vortrag eingeübt haben. Damit können Sie die Zeit eingrenzen und sind sicher, auch wenn Sie von Nervosität geplagt werden. Vielen Menschen hilft es, wenn sie diesen Text schriftlich niederlegen, um ihn mehrfach durchlesen zu können. Sie werden dadurch immer sicherer und werden kaum einen Gedanken vergessen.

Üben Sie die freie Rede

Sehr schwer fällt es vielen Bewerbern, frei zu reden. Dies ist allerdings im Berufsleben durchaus oft notwendig. Bedenken Sie, dass ein Personaler sich während Ihres Vortrages versucht vorzustellen, ob Sie in die angedachte Abteilung im Betrieb passen können. In diesem Vortrag können Sie daher sehr viele Pluspunkte sammeln, aber auch viele Punkte liegen lassen. Üben Sie den Vortrag also regelmäßig. Tragen Sie ihn vor Freunden oder Familienangehörigen vor, oder Sie nehmen die Übungen auf Video auf. Dadurch werden Sie auch die Gelegenheit besitzen, die Rede in Ruhe zu analysieren.

Stellen Sie sich immer positiv dar. Negative Erlebnisse können auch sprachlich positiv vorgetragen werden. Negativ ist etwa: „Eine Förderung habe ich bei Firma X nicht erhalten und konnte daher nur schwer neue Aufgaben übernehmen.“ Positiv hört sie sich vielleicht so an: „Meine Aufgaben bestanden im Folgenden…. Durch viel Einsatz konnte ich auch sehr unterschiedliche Aufgabenstellungen lösen, für die in der Firma noch kein Fachmann vorhanden war.“ Denken Sie also, sich in jedem Satz positiv herauszustellen. Anderes wird ohnehin nicht erwartet. Wechseln Sie einmal ins Negative, so wird ein Personaler sofort hellhörig und wird dort nachhaken.

Beispiel einer Selbstpräsentation:

Ich bin nun 41 Jahre jung, gelernter Industriemeister für XXX und zuletzt bei der Firma XXX als Abteilungsleiter im Bereich XXX eingestellt. Meine Aufgaben bestanden im Wesentlichen darin, Mitarbeiter einzuarbeiten und die Produktion zu überwachen. Durch diese verantwortliche Tätigkeit kam mir zudem die Mittlerrolle zur Geschäftsleitung zu. Im Verlauf der letzten 10 Jahre konnte ich zusätzliche Qualifikationen durch folgende Schulungen erlangen und im Betrieb erfolgreich umsetzen.

Meine wesentlichen Kenntnisse sind XXX. Belegen konnte ich sie sehr erfolgreich an den Projekten XXX in den Jahren XXX. Dabei halfen mir meine persönlichen Eigenschaften, wie XXX, stets weiter. Das Team insgesamt wurde nach vorne gebracht, was von der Geschäftsleitung wie folgt honoriert wurde: XXX.

Bei Ihnen habe ich mich beworben, da mir aus Ihrer Stellenbeschreibung eine neue Chance zu erwachsen scheint, die mich beruflich weiterbringen kann. Zudem ist mir Ihr Unternehmen aus folgenden Quelle bekannt: XXX. Daher möchte ich nun diesen Schritt unternehmen, mit dem ich mich weiter entwickeln kann und Ihrem Unternehmen mit Sicherheit erfolgreich dienen kann.