Welche Äußerlichkeiten im Vorstellungsgespräch beobachtet werden und warum die Körperhaltung wichtig ist

Aktualisiert am 31. Mai 2021 von Ömer Bekar

Bewerber warten auf ihr Gespräch

Bewerber, die nach einem Vorstellungsgespräch mit einem Personaler oder mit vielen Personen eines Assessment-Centers befragt werden, welche Zeit sie unter Beobachtung standen, antworten oft, dass es lediglich die Zeit während des Gesprächs oder während der Übungen geschah. Doch diese Annahme ist in aller Regel unrichtig. Beobachtet werden Bewerber mit Eintritt ins Unternehmen. Auch wenn dies nicht immer der Fall sein muss, sollten sich Bewerber dennoch darauf eistellen. Es ist durchaus sehr interessant, wie sich Personen geben, wenn sie kurz vor dem Gespräch stehen, und wenn sie es gerade hinter sich gelassen haben. 

Äußerlichkeiten sind die Eintrittskarte

Wenn sich zwei Menschen erstmals begegnen, entscheiden die ersten Sekunden über Sympathie oder Antipathie. Auch äußerliche Merkmale werden unterbewusst sofort in Schubladen einsortiert. Zwar werden Personaler meist geschult, ihre Vorbehalte und Voreingenommenheit zu unterdrücken, doch kann niemals ausgeschlossen werden, dass ein Schubladendenken dennoch Einfluss hat. Weiterhin ist nicht jeder Personaler gleich gut in der Lage Mimik und Gestik stets richtig zu deuten. Selbst geübte Psychologen sind vor Irrtümern nicht gefeit. Einige wichtige Äußerlichkeiten sollten aber übergreifend beachtet werden.

  1. Kleidung:
    Mit der Kleidung zeigen Sie Wertschätzung und dass es Ihnen zur Ehre gereicht, zu diesem Vorstellungsgespräch eingeladen worden zu sein. Heute werden zwar weniger strenge Anforderungen gestellt, dennoch sollte es sich um ausgewählte Kleidung handeln, die ausdrückt, dass es für Sie ein ernster Moment ist, der sehr wichtig genommen wird. Allerdings kann bei einer Vorstellung im Handwerksbetrieb von Anzug und Krawatte bei den Herren abgesehen werden. Schuhe sind sauber und frisch geputzt.
  2. Frisur:
    Hier herrschen Freizügigkeiten, wenn nicht ein Beruf mit Kundenkontakt angestrebt wird. Punker-Frisuren in einem Hotel sind unerwünscht. Auch Glatzen passen nicht überall. Es ist hilfreich sich an den Fotos auf der Website des Unternehmens zu orientieren, die veröffentlich sind. In jedem Fall sollten die Haare gewaschen und gestylt sein.
  3. Schmuck, Piercing, Tattoos:
    Schmuck sollte dezent sein, wenn es sich nicht um eine Stelle in einer Firma handelt, in der auffälliger Schmuck zum Image gehört. Tattos und Piercings sind bei Stellen mit Kundenkontakt oft unerwünscht und ausgeschlossen. Sie sollten daher unsichtbar getragen werden können.
  4. Hände:
    Fingernägel sollen sauber und geschnitten sein. Nagellack ist frei.
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Mit diesen Äußerlichkeiten werden Sie bereits beim Empfang betrachtet. Auch diese Personen können von den Personalern befragt werden, welchen Eindruck Sie hinterlassen haben.

Körper und Körperhaltung im Gespräch und Test

Sobald Sie eingetreten sind und Platz genommen haben wird beobachtet, welche Körperhaltung Sie in welcher Situation einnehmen. Auch Ihr Körper selbst wird wahrgenommen. Noch immer haben Menschen mit Übergewicht Nachteile, wenn Personale Auch geschult werden, dies zunächst nicht zu bewerten. Dennoch kann sich nicht jeder Entscheider davon freisprechen, dass dies ein Kriterium ist. Bewerber dieser Kategorie sollten daher durchaus zeigen, dass sie beweglich sind und dies auch äußern.

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Hat das Gespräch begonnen, wird die Körperhaltung im Zusammenhang mit Ihrer Gestik beurteilt. Nehmen Sie, wenn möglich, eine neutrale Haltung ein, in der Sie verbleiben. Sitzen Sie mit geradem Rücken und wanken Sie nicht ständig mit dem Oberkörper. Wer sich weit nach hinten beugt zeigt entweder Arroganz, Langeweile oder mangelnde Kontrolle. Sich zu sehr nach vorne zu beugen wirkt aggressiv. Sich gerade zu halten, zeigt Aufmerksamkeit und Souveränität.

Die Arme sollten während des Sprechens nicht zu sehr bewegt werden. Außerdem werden Sie nervöser, wenn Sie Ihre Arme und Hände nicht zur Ruhe bringen können. Die Hände sollten sich nicht verkrampfen. Falls Sie sehr nervöse sein sollten, umfassen Sie einen kleinen Gegenstand, wenn es Sie beruhigt. Die Beine sollte, wie der Oberkörper eine Ruhestellung einnehmen. Breitbeinig sitzen ist in jedem Fall ungünstig. Die Damen sollten nicht aufdringlich mit Ihren Reizen spielen.

Ausdrucksweise und Stimme

Körperhaltung spricht Bände

Wie mit der Kleidung und Körpersprache bewerben Sie sich auch mit Ihrer Sprache. Reden Sie ruhig und deutlich. Ihre Stimme sollte gut hörbar für jedermann sein, aber sie sollte nicht laut und schrill sein. Bleiben Sie möglichst immer in der gleichen Stimmlage. Ein Wechsel der Stimmlage deutet an, dass Sie ihre Stimmung wechseln. Es ist daher sinnvoll, sich vor schwierigen Antworten kurz zu besinnen, um ruhig und angemessen zu antworten.

Wählen Sie eine gute Ausdrucksweise und sprechen Sie nicht im Jargon. Sich wie unter Bekannten zu äußern, wirkt nicht sehr entgegenkommend. Damit würden Sie nur ein mangelndes Interesse bekunden. Auch drückt die Ausdrucksweise die Wertschätzung aus, die anderen Menschen entgegengebracht wird. Jeder Bürger sollte zwischen der Alltagssprache in der Freizeit und der Sprache im Geschäftsleben unterscheiden können.

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Fehler der Beobachtung von Personalern berücksichtigen

Persoanler, die sehr viele Bewerber in kurzer Zeit zu beurteilen haben, lassen sich durchaus von Beobachtungen leiten, die sie falsch deuten. Sie neigen unter Stress dazu, sich auch unterbewusst leiten zu lassen. Diese Möglichkeit sollte Bewerber mit einkalkulieren und gegebenenfalls zu korrigieren versuchen. Mögliche Fehleinschätzungen sind verursacht durch:

  1. Menschen werden aufgrund des Äußeren kategorisiert. Auch nervöses Verhalten kann dann fehlinterpretiert werden. Nervosität sollte daher vom Bewerber schon in ersten Satz eingeräumt werden. Je geringer die fachliche Qualifikation ist, umso eher wird nicht von Nervosität sondern von Unvermögen ausgegangen.
  2. Mit einer freundlichen Begrüßung und der gewählten Formulierung lässt sich mancher Personale beeindrucken. Damit können teilweise Mängel in anderen Bereichen ausgeglichen werden.
  3. Die Leistungsbereitschaft und Motivation wird besonders beurteilt. Bewerber mit körperlichen Beeinträchtigungen können dabei negativer beurteilt werden. Sie sollten Ihre Qualitäten besonders deutlich darstellen und körperliche Mängel mit Erklärungen beseitigen.
  4. Nicht zu vergessen ist die Sympathie. Wenn sie entsteht, kann ein Bewerber schon sehr viele Pluspunkte auf seinem Konto verbuchen. Mit Freundlichkeit, einem Lächeln, das nicht aufgesetzt ist und Dankesworten zu Anfang kann das Entstehen von Sympathie beflügelt werden.
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