Unangenehme Bewerbungsfragen: Deshalb fallen 85% durch

Unangenehme BewerbungsfragenMit Ihrer Bewerbung haben Sie überzeugt und eine Einladung zum persönlichen Vorstellungsgespräch erhalten. Die Freude ist groß. Wäre da nicht die Unsicherheit über die Fragen, die man Ihnen stellen könnte. Denn nicht nur typische, sondern auch unangenehme Bewerbungsfragen werden mit Sicherheit vorkommen. Damit wird vor allem versucht, Sie als Bewerber aus der Reserve zu locken. Doch worauf können Sie sich einstellen und warum bestehen viele Kandidaten diesen „Test“ nicht?

Wir möchten Ihnen zeigen, woran es liegt und mit welchen Fragen Sie in Ihrem kommenden Gespräch rechnen können. Damit Sie nicht völlig überrascht werden und eben nicht zu den 85% gehören, die durchfallen.

Lesen Sie, warum immer häufiger in Jobinterviews auf Fangfragen zurückgegriffen wird und aus welchen Gründen viele mit Ihren Antworten leider nicht sehr überzeugend sind. Lernen Sie außerdem die Top 10 der unangenehmsten Bewerbungsfragen kennen und lassen Sie sich von den Beispielen inspirieren.

Darum werden unangenehme Bewerbungsfragen gestellt

Unangenehme Bewerbungsfragen, auch Fangfragen genannt, können in Ihnen als Bewerber schnell Stress und Panik auslösen. Das wiederum kann zu unüberlegten Blitzantworten führen, die Sie nach dem Gespräch bitter bereuen könnten. Es ist schwer vorherzusagen, wann oder welche Fragen in Ihrem Vorstellungsgespräch auf Sie zukommen werden. Dass man Ihnen knifflige Fragen stellen wird, ist aber äußerst wahrscheinlich. Sie sollten sich bewusst machen, dass der Personaler Sie nicht einfach nur ärgern oder nervös machen möchte. Vielmehr gibt es Gründe dafür, Sie damit herauszufordern. Denn er weiß ganz genau, dass Sie sich im Grunde nur von Ihrer besten Seite zeigen möchten.

Hier einige der relevanten Fragen die aktuell gestellt werden

Hier einige der relevanten Fragen die aktuell gestellt werden

Der Personal Verantwortliche möchte Sie also ein wenig aus der Reserve locken, um die „wahre“ Person hinter der Fassade kennenzulernen und zu prüfen, ob Ihre Persönlichkeit wirklich so gut zum Unternehmen passt wie angenommen. Er will Sie demnach mit Absicht irritieren. Die Art und Weise, wie Sie antworten, verrät nämlich sehr viel über Sie. Es zeigt, welche Ziele und Motive Sie verfolgen und wie schnell Sie sich zum Beispiel aus dem Konzept bringen lassen. Viele Bewerber bestehen diesen „Test“ leider nicht und lassen sich viel zu leicht aus der Ruhe bringen. Damit Ihnen das nicht passiert, sollten Sie wissen, was auf Sie zukommen kann.

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5 Gründe, wieso die meisten Bewerber den Test nicht bestehen

Zugegeben, unangenehme Bewerbungsfragen heißen nicht umsonst so. Meist kommen Sie überraschend und für viele Bewerber um einen Job ist das zu viel. Sie reagieren nicht so, wie Sie sollten und verbauen sich dadurch selbst wertvolle Chancen. Doch warum ist das so? Wir verraten Ihnen die fünf häufigsten Gründe.

1. Unehrlichkeit

Im Konkurrenzkampf um dem richtigen Job ist für viele Bewerber nahezu jedes Mittel recht. Sie würden sogar Lügengeschichten erzählen, nur um Eindruck beim Personaler zu hinterlassen. Bitte tun Sie das nicht! Glauben Sie nicht, dass Sie mit unehrlichen Worten auch nur irgendjemanden von sich überzeugen können. Die Wahrheit kommt am Ende doch raus und das wird Sie sehr viel härter treffen. Wissen Sie auf eine Frage zum Beispiel keine passende Antwort, geben Sie es lieber zu.

2. Zu viel Gerede

Sie verlieren sich in endlosen Sätzen und kommen einfach nicht zum Punkt. Lange Ausschweifungen sind oft kontraproduktiv und lassen Sie schnell unsicher wirken. Jemand, der sich außerdem für etwas rechtfertig, klagt sich nicht selten selbst an. Setzen Sie vielmehr auf kurze und präzise Antworten, auch wenn die Fragen noch so fies sind.

3. Auswendig Gelerntes

Stur auswendig gelernte Sätze sollten Sie direkt vergessen! Was vielleicht vor Jahrzehnten noch funktioniert hat, ist heute ein absolutes No-Go! Ein geschulter Personaler, der täglich mit vielen verschiedenen Bewerbern zu tun hat, merkt sofort, wenn Sie einfach nur etwas „abspulen“. Grübeln Sie nicht zu lang. Geben Sie lieber eine spontane Antwort.

4. Perfektionismus

Wer kennt das nicht? Man möchte alles richtig machen und im Bewerbungsgespräch nur perfekte Antworten geben. Doch die gibt es nicht! Sie können sich noch so anstrengen, Perfektionismus ist meist etwas ganz subjektives. Ihr Gegenüber weiß außerdem ganz genau, dass es nicht nur eine einzige Antwort gibt. Lehnen Sie sich lieber entspannt zurück und legen Sie Wert auf eine besonnene Antwort.

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5. Nervosität

Schnell werden viele Bewerber hibbelig und nervös. Das ist an und für sich kein großes Problem und angesichts der Bewerbungssituation auch durchaus verständlich. Dennoch führt es oft dazu, dass Antworten völlig unüberlegt gegeben werden. Das hat für den ein oder anderen Kandidaten schon mal vorab das Aus bedeutet. Merken Sie sich als bitte eins: Wenn Sie aufgeregt sind, dann atmen Sie noch einmal tief durch, trinken Sie einen Schluck Wasser und denken Sie gut darüber nach, was Sie dem Personaler auf die unangenehmen Bewerbungsfragen antworten.

10 unangenehme Bewerbungsfragen inklusive Antworten

In dem folgenden Abschnitt geht es darum, Ihnen ganz praktisch zehn der fiesesten Fragen in einem Jobinterview vorzustellen. Die Antworten darunter sollen als Beispiel gedacht sein und von Ihnen nicht einfach nur kopiert werden. Überlegen Sie vielmehr, was Sie persönlich auf eine dieser Fangfragen antworten würden.

1. Mit welchem Wort würden Sie sich beschreiben?

Wenn ich mir nur ein Wort aussuchen könnte, wäre das „integer“. Ich lebe nach meinen persönlichen Überzeugungen und Werten und trage das auch nach außen. Auf mich kann man sich stets verlassen.

2. Was denken Sie, könnte unsere Zusammenarbeit erschweren?

Wenn Sie darauf aus sind, etwas über meine Schwächen zu erfahren, dann würde ich nicht sagen, dass diese die Zusammenarbeit direkt erschweren. Das Sprechen vor einem großen Publikum fällt mir manchmal schwer. Es könnte also sein, dass ich am Anfang in den Meetings, die Sie jede Woche halten, etwas zurückhaltender bin als andere Kollegen. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass ich mit der Zeit durchaus mutiger werde und mir auch das freie Sprechen leichter fallen wird.

3. Welche Vorschrift haben Sie in der letzten Zeit missachtet? Wie ging es Ihnen damit?

Regeln und Vorschriften in der Arbeit halte ich meist gewissenhaft ein. Das einzige was mir da spontan einfällt, ist, dass ich neulich aus Zeitdruck die Dokumentation meiner Beratung nicht fristgerecht erledigt habe. Das konnte ich aber schnell nachholen und somit war das kein großes Problem. Wenn mir so etwas passiert, fühle ich mich nicht wirklich wohl. Ich versuche, Fehler dieser Art zügig wieder gutzumachen.

4. Wenn Sie heute im Lotto gewinnen würden, würden Sie sich dennoch um den Job bei uns bemühen?

In der Lotterie zu gewinnen wäre sicher für jeden Menschen eine Freude. Geld kann ein großer Segen, aber auch gleichzeitig ein Fluch sein. Nämlich dann, wenn ich aus den Augen verliere, was wirklich zählt im Leben. Ich würde definitiv weiter arbeiten wollen und mich auch weiter für diese Stelle bewerben. Die wahre Erfüllung liegt doch nicht im Nichtstun, sondern im Tun.

5. In der Stellenausschreibung haben wir Anforderungen gestellt. Sie bringen nicht alles davon mit? Was sagen Sie dazu?

Ja, das stimmt. Da ich mich als Quereinsteiger bei Ihnen bewerbe, habe ich noch nicht mit den Programmen gearbeitet, die Sie benutzen. Ich bin aber lernbereit und kann mich sehr schnell einarbeiten. Meine beruflichen Ziele stimmen dafür exakt mit den Karriere Möglichkeiten in Ihrem Unternehmen überein.

6. Es gibt da eine größere Lücke in Ihrem Lebenslauf. Können Sie die erklären?

Natürlich! Nach meiner Ausbildung habe ich mir zwei Jahre eine Auszeit vom normalen Alltag genommen. Es ging mir nicht darum, nichts mehr zu tun oder einfach nur rumzuhängen. Ich habe in der Zeit viele verschiedene Länder bereist und mich mit kleinen Jobs über Wasser gehalten. Ich konnte neue Sprachen lernen, habe unterschiedlichste Kulturen kennengelernt und konnte viele Vorurteile und Ängste abbauen. Das hat mein komplettes Auftreten verändert. Ich bin überzeugt, dass mir diese Erfahrungen in meinem neuen Job enorm weiterhelfen werden.

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7. Wie können Sie wissen, einen guten Job gemacht zu haben?

An den Ergebnissen kann ich sehen, dass ich gute Arbeit geleistet habe. Wenn zum Beispiel die Umsätze stark gestiegen sind oder mehr Kunden gewonnen wurden, ist das ein Erfolg. Auch kann ich die Qualität meiner Tätigkeit daran messen, wie zufrieden mein Vorgesetzter mit mir ist.

8. Was haben Sie an Ihrer letzten Stelle am wenigsten gemocht?

Die langen Entscheidungswege. Bis ein Projekt zur Umsetzung bereit war, hat es manchmal einige Wochen gedauert. Ich denke, dass zu langes Zögern auch dazu führen kann, dass Kunden sich wieder umentscheiden und mit einer anderen Firma zusammenarbeiten. Auch war der Teamzusammenhalt nicht immer so, wie ich mir das wünschen würde.

9. Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, sich selbständig zu machen?

Nein, darüber habe ich noch nie wirklich nachgedacht. Zwar sind einige in meiner Familie selbständig und sehr glücklich damit, aber für mich kommt das nicht in Frage. Ich setze mehr auf Beständigkeit und ein sicheres Einkommen. Ich weiß gern, was mich am Tag erwartet und plane viel voraus. Das heißt nicht, dass ich nicht flexibel sein kann. Das Angestellten Dasein passt aber am besten zu mir und meiner Persönlichkeit.

10. Welche Erwartungen haben Sie an unser Unternehmen, wenn Sie für uns arbeiten möchten?

Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit, auf gegenseitigen Respekt und eine gute Kommunikation untereinander. Ich erhoffe mir, dass man Probleme direkt anspricht und nicht hinter dem Rücken mit Kollegen darüber tratscht. Eine gute Arbeitsatmosphäre ist mir wichtig. Ich schätze außerdem sehr den Teamzusammenhalt. Gemeinsam kann man so viel mehr erreichen als allein.

Was hilft, ist die richtige Vorbereitung

Die folgenden Tipps sollen bei der richtigen Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch und auf unangenehme Fragen helfen.

Unternehmensrecherche

Wissen Sie, mit wem Sie es zu tun haben! Diesen Tipp können Sie nicht genug beherzigen. Recherchieren Sie im Internet und finden Sie zum Beispiel heraus, wie viele Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt sind, wer Ihr Ansprechpartner ist und welche Werte vertreten werden.

Mentale Vorbereitung

Entspannen Sie sich vor dem Bewerbungsgespräch. Es ist verständlich, wenn Sie ein wenig aufgeregt sind. Schließlich geht es um Ihre Karriere. Dennoch sollten Sie versuchen, so ruhig wie möglich zu bleiben. Machen Sie sich dafür bewusst, was Sie im schlimmsten Fall erwarten könnte und was Sie andererseits gewinnen könnten.

Übung mit Freunden

Schon mal ein Rollenspiel ausprobiert? Dann wird es höchste Zeit! Bitten Sie doch einen Freund oder jemanden aus der Familie, mit Ihnen das Vorstellungsgespräch einmal durchzuspielen. Das hilft zu erkennen, bei welchen Fragen Sie noch Unsicherheiten haben. Üben Sie das freie und spontane Sprechen, ohne von einem Zettel ablesen zu müssen.

Tipps

  • Bleiben Sie ruhig, ehrlich und authentisch. Haben Sie mal keine passende Antwort parat, sagen Sie das einfach.
  • Fühlen Sie sich nicht gleich persönlich angegriffen, wenn Ihnen unangenehme Fragen gestellt werden.

In diesem Beitrag haben Sie gelesen, was unangenehme Bewerbungsfragen sind und wieso viele Bewerbungskandidaten den „Härtetest“ vor dem Personaler leider nicht bestehen. Stellen Sie sich darauf ein, dass man Ihnen diese oder ähnliche Fragen wie im obigen Abschnitt beschrieben stellen wird und bereiten Sie sich gründlich darauf vor. Dann dürfte im Vorstellungsgespräch nichts mehr überraschend kommen!