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negative abwehrende Körpersprache

negative abwehrende Körpersprache

Am Ende des Vorstellungsgesprächs beginnen Bewerber sich erstmals zu fragen, wie erfolgreich sie auf Personaler gewirkt haben. Professionelle Beobachter sind in nahezu 90% aller Fälle bereits nach fünf Minuten in der Lage, den Ausgang richtig zu beurteilen. Interessanterweise wird oft erst nach fünf Minuten die Phase der fachlichen Befragung beginnen. Dies lässt die Schlussfolgerung zu, dass die meisten Punkte mit dem Auftreten bei der Begrüßung und dem Smalltalk gesammelt werden. Alle weiteren Schritte werden zur Verfeinerung des Urteils benötigt.

Das Vorstellungsgespräch ist nach dem Smalltalk entschieden

Bewerber sind hingegen der Meinung, dass sie fast ausschließlich mit Zeugnissen und fachbezogenen Ausführungen punkten können. Warum entscheiden sich Personaler so häufig nach anderen Kriterien? Diese Frage lässt sich bei näherer Betrachtung schnell beantworten:

  • Zeugnisse werden bereits dem Bewerbungsschreiben beigefügt.
  • Der Lebenslauf ist bekannt und liegt vor.
  • Qualitäten, Kenntnisse, Erfahrungen und Fähigkeiten werden im Anschreiben üblicherweise bereits hinlänglich beschrieben.

Somit bleibt lediglich die Überprüfung des Wahrheitsgehaltes der schriftlichen Aussagen. Zusätzlich ist die Persönlichkeit der Kandidaten nur im direkten Aufeinandertreffen zu erfassen. Auch persönlichen Eigenschaften lassen sich nur direkt testen.

Warum entscheidet die Körpersprache im Vorstellungsgespräch?

Wenn Sie die Personaler begrüßt haben, nehmen Sie meist Platz und führen ein kurzes lockeres Gespräch, das als Smalltalk beschrieben wird. In dieser Phase ist die Nervosität meist am höchsten, sodass noch einige unkontrollierte Verhaltensweisen auftreten, die im späteren Verlauf negativ bewertet werden. Personaler wissen um die Nervosität und berücksichtigen die damit einhergehenden Verhaltensweisen. Sie wissen allerdings auch, dass eine gründliche Vorbereitung der Bewerber zur schnellen Abnahme der Stressfaktoren führen wird.

Wenn Sie nach fünf Minuten immer noch eine nervöse Körperhaltung zeigen, sinken Ihre Chancen deutlich. Auch bei starker Nervosität werden vorbereitete Bewerber sich daran orientieren, wie sie die Körperhaltung selbst beeinflussen können, um ruhiger zu werden. Negative Körperhaltung drückt sich daher entscheidend aus und betrifft folgende Verhaltensweisen:

  1. Der Händedruck zur Begrüßung fällt schlapp aus.
  2. Der Augenkontakt wird nicht gesucht und kann nicht gehalten werden.
  3. Der Blickkontakt beschränkt sich auf Körperteile außer den Augen. Bewerber sehen verschreckt nach unten und kaum in die Augen.
  4. Die Körperhaltung zeigt einen schlaffen Eindruck. Der Oberkörper ist krumm nach vorne geklappt.
  5. Mit den Händen und Armen werden hektische und extrem auffällige Bewegungen ausgeführt.
  6. Mit den Händen fingern Bewerber ständig an der Kleidung oder an anderen Gegenständen herum.
  7. Die Hände wandern regelmäßig zu den Haaren und der Nase, um dort in ständiger Bewegung zu verbleiben.
  8. Ein natürliches und freundliches Lächeln wird ausbleiben.
  9. Oft werden die Arme ohne sichtbaren Grund verschränkt.

Den negativsten Eindruck hinterlassen hektische Gesten mit den Händen. Sie fallen nicht nur optisch sofort auf, sie lenken auch vom Gespräch ab. Die Personaler werden sich automatisch unwohl fühlen.

Die Köpersprache kann gelernt werden

Hände aus dem Gesicht!

Hände aus dem Gesicht!

Eine positive Körpersprache ist zwar in den Grundzügen in der Kindheit erworben, kann aber mit Übung auch gezielt eingesetzt werden. Die wesentlichsten Aspekte sind in wenigen Tagen zu beherrschen und können von Bewerbern eigenständig erlernt werden. Dies wird auch erwartet. Üben Sie Ihre Körpersprache allein oder mit Freunden und am Spiegel. Ob es sich um den Smalltalk oder die Phase der Befragung handelt, für Ihre Körpersprache gelten fast immer die gleichen Regeln.

  1. Zur Begrüßung reichen Sie allen anwesenden Personen die Hand, wobei die wichtigste Person zuerst begrüßt wird. Der Händedruck soll kräftig aber nicht zu stark sein. Die Hände sind zuvor zu trocknen, falls Ihre Nervosität sehr hoch sein sollte.
  2. Nach Aufforderung setzten Sie sich auf den angewiesenen Stuhl. Nehmen Sie eine gerade Körperhaltung ein. Die Beine werden rechtwinklig und gerade aufgesetzt. Die Arme ruhen ruhig auf Ihren Oberschenkeln oder dem Tisch. Ihr Oberkörper ist gerade und abwartend ruhig.
  3. Im Smalltalk, wie auch später in der Befragung, behalten Sie einen geraden Oberkörper bei. Solange die Personaler Fragen stellen, können Sie den Oberkörper leicht zur sprechenden Person neigen, Sie zeigen damit Interesse. Ihre Beine bleiben ruhig. Mit Armen und Händen führen Sie bei der Beantwortung nur leichte und unterstützende Gesten aus. Die Hände berühren niemals das Gesicht, auch wenn Sie einen Juckreiz verspüren.
  4. Vergessen Sie nicht, freundlich zu lächeln. Auch Lächeln will geübt sein, da ein aufgezwungenes Lächeln als solches zu erkennen ist. Ein Dauerlächeln ist allerdings nicht förderlich.
  5. Nehmen Sie zur sprechenden Person immer Blickkontakt auf. Der direkte Augenkontakt sollte allerdings immer auf einige Sekunden beschränkt werden, um nicht als Starren identifiziert zu werden. Blickkontakt schließt auch den Blick auf den Mund ein.
  6. Bevor Sie eine Antwort auf eine Frage geben, dürfen Sie den Blick kurz nach dem Fenster oder der Zimmerdecke richten, wenn Sie konzentriert einen Gedanken formulieren müssen. Schauen Sie aber niemals auf den Boden, da dies ein deutliches Zeichen für Resignation und Fluchtgedanken ist.
  7. Benutzen Sie keine aggressiven dominanten Gesten. Strecken Sie also den Oberkörper nicht ruckartig und weit nach vorne. Auch dürfen Sie nicht mit Fingern und Stiften in Richtung der Zuhörer zeigen, was als Aggression gewertet werden kann.

Wenn Sie bereits im Smalltalk eine positive Körpersprache zeigen, haben Sie den Erfolg oft vor Augen.

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