Vorstellungsgespräch TippsErhält der Bewerber eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch, bedeutet das zunächst, dass seine Bewerbung bis hierhin erfolgreich war. Schließlich sind die Bewerbungsunterlagen nicht zusammen mit einer Absage wieder zurückgeschickt worden, sondern der Bewerber hat die erste Auswahlrunde überstanden und gehört zu den Kandidaten, die das Unternehmen näher kennenlernen möchte. Im Vorstellungsgespräch kommt es nun darauf an, den positiven Eindruck der Bewerbungsunterlagen zu bestätigen. Dabei gibt es eine Reihe unterschiedlicher Tipps, die dabei helfen können, ein Vorstellungsgespräch erfolgreich zu bestehen.

8 Konkrete Tipps für Vorstellungsgespräch

8 Konkrete Tipps VorstellungsgesprächDie Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch ist sehr wichtig, um sicher und souverän auftreten zu können. Je mehr der Bewerber über das Unternehmen und seine angestrebte Stelle weiß, desto zielsicherer kann er seine Fähigkeiten und Kenntnisse darauf abstimmen. Zudem sinkt die Gefahr, dass der Personaler den Bewerber mit unerwarteten Fragen überrascht, wenn sich der Bewerber im Vorfeld mit den typischen Fragen und Antworten beschäftigt hat. Allerdings ist nicht nur die Vorbereitung wichtig, denn auch für das Vorstellungsgespräch selbst gibt es einige Tipps und Tricks, die der Bewerber berücksichtigen sollte.

 1.) Interesse zeigen.  Der Bewerber sollte nicht nur durch Zwischenfragen oder Zwischenbemerkungen zeigen, dass er das Gespräch aufmerksam verfolgt, sondern dies auch durch seine Körpersprache zum Ausdruck bringen. Hierzu gehört, möglichst aufrecht auf dem Stuhl zu sitzen und seinen Gesprächspartner anzuschauen. Wer die Arme vor seiner Brust verschränkt, den Blick durch das Büro schweifen lässt oder permanent mit seinen Händen, Haaren oder anderen Utensilien spielt, wirkt nicht wirklich interessiert und aufmerksam.

 2.) Konkrete Aussagen machen.  Die Zeit eines Vorstellungsgespräches ist begrenzt. Daher sollte sich der Bewerber nicht in unnötigen Details verlieren oder sich länger mit Stationen seines Lebenslaufes beschäftigen, die nichts mit der angestrebten Stelle zu tun haben. Wichtig ist außerdem, auf die Fragen des Personalers zu achten. Stellt dieser eine Entscheidungsfrage, erwartet er ein Ja oder ein Nein als Antwort, stellt er jedoch eine offene Frage, möchte er eine ausführlichere Antwort in mehreren Sätzen. Ratsam ist zudem, die Gedanken erst kurz zu sammeln. Schon zu antworten, wenn der Personaler seine Frage oder seine Ausführungen noch gar nicht beendet hatte, ist unhöflich. Allzu lange Pausen sollte der Bewerber jedoch auch nicht machen, denn dies lässt ihn unsicher und zögerlich wirken.

 3.) Füllwörter und Floskeln vermeiden.  Sätze mit Einleitungen wie „ähm“, „na ja“, „also“ oder „hm“ zu beginnen, sollte nach Möglichkeit weitestgehend vermieden werden.

 4.) Sinnvoll argumentieren.  Ähnlich wie in einem echten Verkaufsgespräch sollte der Bewerber seine besten Argumente nicht gleich zu Beginn nennen. Dies führt nämlich dazu, dass später nur noch weniger wichtige Informationen folgen und die Kernargumente so etwas in Vergessenheit geraten könnten. Sinnvoll ist daher, mit dem zweit- oder drittstärksten Argument zu beginnen und die Kernargumente als Trumpf zum Schluss zu präsentieren.

 5.) Deutlich sprechen.  Vor allem bei Aufgeregtheit neigen Bewerber dazu, zu schnell zu sprechen. Wichtig ist somit, auf ein möglichst normales Sprachtempo in angenehmer Lautstärke zu achten und die Kerninformationen einer Aussage entsprechend zu betonen.

 6.) Mit Beispielen arbeiten.  Allgemeine Aussagen bleiben weniger gut im Gedächtnis haften als Aussagen, die mit konkreten Beispielen belegt wurden. Zudem machen Beispiele Aussagen insgesamt glaubhafter.

 7.) Gestik und Mimik nicht vergessen.  Wichtige Aussagen dürfen durchaus durch passenden Gesten unterstrichen werden, allerdings sollte der Bewerber nicht allzu wild herumfuchteln. Beim Sprechen sollte der Bewerber seinen Blick zudem immer auf seinen Gesprächspartner richten. Wichtig ist allerdings auch, auf die Mimik zu achten. Weit aufgerissene Augen oder eine gerümpfte Nase bei schwierigen und unangenehmen Fragen stehen in deutlichem Widerspruch zu einer souverän klingenden Sprachantwort.

 8.) Keine Kritik.  Negative Äußerungen sowie Kritik an Arbeitgebern oder Arbeitskollegen haben in Vorstellungsgesprächen nichts zu suchen und auch bei sehr provokanten Fragen sollte sich der Bewerber nicht dazu verleiten lassen, über bestimmte Sachverhalte zu schimpfen.

Der mit Abstand wichtigste Tipp ist, möglichst natürlich zu bleiben. Schließlich dient das Vorstellungsgespräch dem persönlichen Kennenlernen, was bedeutet, dass das Unternehmen den Bewerber als Person kennenlernen möchte. Es wirkt nicht nur unglaubwürdig, wenn sich der Bewerber verstellt und versucht, sich anders zu präsentieren als er tatsächlich ist, sondern zudem wenig überzeugend.

Vorstellungsgespräch Tipps VorbereitungEine gute Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch ist nicht nur sehr wichtig, um die Fragen des Personalers beantworten zu können, sondern verschafft auch mehr Sicherheit. Zu der Vorbereitung gehört, sich über das Unternehmen, die angestrebte Position und die damit verbundenen Anforderungen zu informieren. Zudem sollte sich der Bewerber überlegen, worin seine Stärken und seine Schwächen liegen und einige eigene Fragen an den Personaler vorbereiten. Vor allem vor den ersten Vorstellungsgesprächen ist es außerdem hilfreich, die Gesprächssituation mit Freunden oder Familienmitgliedern durchzuspielen, um nicht mit einer völlig unbekannten Situation konfrontiert zu sein. Zudem können die Gesprächspartner durch ein ehrliches Feedback aufzeigen, welche Punkte noch verbesserungswürdig sind.

  • Zu den Kardinalsfehlern gehört, unpünktlich zum Vorstellungsgespräch zu erscheinen oder schlechte Manieren an den Tag zu legen. Der Bewerber sollte also nicht in das Büro seines Gesprächspartners platzen, ohne anzuklopfen oder ohne dazu aufgefordert worden zu sein, und ihm keineswegs ins Wort fallen. Zudem sollte der Bewerber seine Sprechgeschwindigkeit und -lautstärke so wählen, dass ihn der Personaler mühelos versteht.
  • Der Personaler achtet nicht nur auf das, was der Bewerbers sagt, sondern auch auf seine Körpersprache. Wichtig ist daher, möglichst aufrecht zu sitzen, den Gesprächspartner anzuschauen und zu lächeln. Eine allzu legere, zurückgelehnte Sitzposition oder vor dem Körper verschränkte Arme sollten vermieden werden.
  • Insgesamt sollte der Bewerber versuchen, negative und passive Formulierungen möglichst zu vermeiden. Statt also beispielsweise zu erzählen, wofür der Bewerber bei seiner letzten Arbeitsstelle eingesetzt wurde, sollte er aufzeigen, welche Aufgaben er übernommen hat.
  • Einige Personaler bieten dem Bewerber einen Kaffee, einen Tee oder ein Glas Wasser an. Dieses Angebot kann der Bewerber durchaus annehmen. Tabu hingegen sind jedoch alkoholische Getränke und Zigaretten.
  • Der Bewerber sollte auf ein gepflegtes und ordentliches Erscheinungsbild achten, das zu seinem künftigen Arbeitsplatz passt. Insgesamt gilt dabei, dass weniger oft mehr ist. Dicke Schichten von Make-up, übertrieben viel Parfum, grelle Farben, sehr viel Schmuck oder zu ausgefallene Frisuren sind bei einem Vorstellungsgespräch nicht angebracht.
  • Einige Arbeitgeber bitten darum, bestimmte Unterlagen zum Vorstellungsgespräch mitzubringen. Dieser Bitte sollte der Bewerber auf jeden Fall auch nachkommen. Vor allem bei Online-Bewerbungen sollte der Bewerber außerdem eine vollständige Bewerbungsmappe dabeihaben, auch wenn er dazu nicht aufgefordert wurde. Bei Bedarf kann er diese dann nämlich vorlegen und damit zeigen, dass er mitgedacht hat. Gleiches gilt für Zeugnisse, Referenzen oder andere stellenrelevante Dokumente, die der Bewerber erst nach dem Einreichen seiner Bewerbungsmappe erhalten hat.

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