Gesprächssimulation mit 116 Fragen & Antworten

Vorstellungsgespräch: Smalltalk & Verhalten

Checkliste

Zuletzt aktualisiert am 5. Oktober 2026

Kollegen machen Pause im Aufenthaltsraum

Nachdem Sie zum Vorstellungsgespräch hereingebeten werden, beginnt die Zeit der Prüfung Ihrer Person. Sie stehen von einer Sekunde auf die andere auf dem Prüfstand. Die Nervosität steigt unmittelbar an. Das wissen auch die Personaler, die Ihnen daher in den ersten Minuten eine Eingewöhnungsphase bieten. Sie wird Smalltalk genannt und ist mit einem lockeren Gespräch auf eine Party vergleichbar. Doch betrifft dies nur die Inhalte, die auch hier belangloser Art sind. Angenehm soll der Smalltalk verlaufen, um eine entspannte Atmosphäre zu schaffen. Doch trifft dies für jeden Beruf zu? Ist Smalltalk nicht Bestandteil vieler Tätigkeiten?

Smalltalk als Berufsinhalt

Wer sich um eine Stelle in einem Beruf mit sehr viel Kontakt zu Kunden und Geschäftspartnern bewirbt muss den Smalltalk auch professionell beherrschen. Personaler üben diese Tätigkeit beruflich aus und bringen es zur Meisterschaft. Wer muss den Smalltalk als Disziplin beherrschen?

  • Vertrieb und Verkauf
  • Führungskräfte aller Ebenen
  • Berater
  • Telefondienstleister
  • Ausbilder
  • Marketingfachkräfte
  • Pflegefachkräfte
  • Fachkräfte im Service
  • Kundendienst

In gelöster Atmosphäre wird jedes Gespräch erfolgreicher verlaufen. Menschen sind entspannt und können schneller denken. Sie sind gut gestimmt und sind eher bereit, sich neuen Dingen und Ideen zu öffnen. Unbedarft geben sie dabei persönliche Eigenschaften preis, da sie sich ungezwungener verhalten.

Wie verläuft der Smalltalk?

Diese Frage kann immer erst im Nachhinein beatwortet werden. Spezielle Regeln herrschen nicht. Ein bestimmter Zweck wird nicht verfolgt. „Entspannen Sie sich“, ist das Motto. Wenn Sie mögen, legen Sie frei los. Überwinden Sie Ihre Zurückhaltung in fremder Umgebung und brechen das Schweigen. Damit lösen Sie Ihre innere Verspannung teilweise bereits auf.

  • Sagen Sie etwas Belangloses.
  • Dass Sie gut angekommen sind, ist eine gute Eröffnung.
  • Wählen Sie ein Thema, das beruflich keinen Bezug hat.
  • So können Sie sich besser auf Ihre Körpersprache konzentrieren, da die Fachthemen noch nicht berührt werden.
  • Das Gespräch sollte ohne Ziel angegangen werden, so kann eine zusätzliche Verspannung verhindert werden.
  • Konzentrieren Sie sich hauptsächlich auf eine positive Körpersprache, um sich zu beruhigen.
  • Lächeln Sie, halten Sie sich gerade und mäßigen Ihre Gestik und Mimik.
  • Die Themenwahl ist fast frei. Aktuelles, das Wetter, Kultur etc. sind immer willkommen, da jeder mitreden kann.
  • Reden Sie allerdings nur über Themen, wenn Sie sich auskennen. Mit falschen Angaben können Sie sich blamieren.
  • Tabus gelten bei den Themen: Politik, Religion, Sex, Tratsch, Krankheiten und der Verbreitung von Gerüchten über andere Firmen.

Verhalten beim Smalltalk

Freundlicher und netter Empfang

Freundlicher und netter Empfang

Im lockeren Gespräch wechseln sich Redner und Zuhörer schnell ab. Kurze Statements sind die Regel, da keine tiefgründigen Aussagen getätigt werden. Wichtiger ist, sich auf den Gesprächspartner zuzubewegen. Greifen Sie angesprochene Themen auf. Zeigen Sie Interesse durch Lächeln und Nicken beim Zuhören. Allerdings sollte kein Thema sehr intensiv behandelt werden. Es bleibt an der Oberfläche.

Beobachten Sie die Personaler. Sie erfahren etwas über deren Eigenschaften. Dies werden diese mit Ihnen ebenso versuchen.

  • Welche Körperhaltung wird eingenommen?
  • Wie wirkt die Körpersprache?
  • Wirkt die Person sympathisch?
  • Ist der Gesprächspartner bei der Sache, oder lässt er seine Blicke schweifen?
  • Wird der Blickkontakt aufrechterhalten?

Bei einem sehr lockeren Gespräch wird sehr leicht eine menschliche Nähe entstehen können. Vermeiden Sie grundsätzlich, sich dadurch zu persönlichen Äußerungen hinreißen zu lassen. Geben Sie keine Ratschläge, bewerten Sie nicht und verbessern Sie nicht. Rechthaber werden sich bereits hier enttarnen.

Hemmungen ausschalten

Nicht jeder Mensch kann auf Bestellung reden und sich öffnen. Besonders junge Menschen sind in fremder Umgebung oft schüchtern. Es fällt schwer ein Gespräch zu eröffnen. Schuld ist ein Gefühl von Unsicherheit, wenn diese Situation fremd ist. Wenn es Ihnen erfahrungsgemäß schwerfällt, einen Smalltalk zu führen, so beginnen Sie rechtzeitig vor dem Vorstellungsgespräch mit einfachen Übungen im Alltag. Wenn Ihnen fremde Personen beim Einkaufen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, im Lokal etc. begegnen, so üben Sie das zwanglose Sprechen.

  1. Beginnen Sie mit einem freundlichen Lächeln.
  2. Der ausgewählte Gesprächspartner wird meist mit einem Lächeln antworten.
  3. Sagen Sie etwas Belangloses, wie über das Wetter, den Busfahrer, die Landschaft etc.
  4. Es kommt eine Antwort.
  5. Gehen Sie auf die Antwort inhaltlich und interessiert ein.
  6. Vergessen Sie alle umstehenden Menschen und widmen sich ausschließlich Ihrem Partner.
  7. Diese Aufmerksamkeit wird durch weitere Gespräche belohnt, auch wenn die Person im Grunde seine Ruhe haben möchte.
  8. Sprechen Sie nur über positive Dinge, oder finden Sie an negativen Dingen eine positive und humorvolle Seite.

Sie werden schnell lernen, dass der Kontakt zu fremden Menschen sich sehr leicht herstellen lässt. Solange keine tiefgründigen Themen angesprochen werden, bleiben alle Partner freundlich und reden fröhlich daher. Das Ergebnis wird Sie verblüffen, wenn Smalltalk Ihnen fremd ist.

  1. Sie werden gelöster.
  2. Sie werden schnell fröhlich.
  3. Sie erkennen, wie viele Menschen sympathisch sind.
  4. Sie lernen Menschen nicht nach dem äußeren Anschein zu beurteilen.
  5. Sie lernen sich selbst besser kennen.
  6. Sie werden freier auf andere Menschen zugehen können.

Zehn Punkte, die den Small Talk tragen

Small Talk lässt sich nicht auswendig lernen, aber vorbereiten. Diese zehn Punkte decken praktisch jede Eröffnung ab:

  1. Themen vorher festlegen. Anreise, Wetter, das Gebäude, eine aktuelle Meldung über das Unternehmen — zwei bis drei reichen.
  2. Offene Fragen stellen. „Wie lange sind Sie schon an diesem Standort?“ bringt ein Gespräch in Gang, „Schönes Wetter, oder?“ nicht.
  3. Zuhören statt füllen. Small Talk ist keine Vorstellungsrunde. Wer die ersten Minuten allein bestreitet, hat den Ton schon verfehlt.
  4. Positiv bleiben. Kein Wort über den anstrengenden Verkehr, den Bahnstreik oder die Parkplatzsuche.
  5. Keine Politik, keine Religion, kein Fußball. Auch nicht, wenn Ihr Gegenüber damit anfängt — dann freundlich, aber knapp antworten.
  6. Nichts Privates ausbreiten. Eine Nachfrage nach der Anreise ist keine Einladung, von der Familiensituation zu erzählen.
  7. Das Getränkeangebot annehmen. Es gibt Ihnen eine natürliche Beschäftigung für die Hände und eine Sprechpause, wenn Sie eine brauchen.
  8. Auf das Signal achten. Wenn Ihr Gegenüber Unterlagen zur Hand nimmt oder sich aufrichtet, ist der Small Talk vorbei. Steigen Sie mit um.
  9. Nicht witzeln. Humor funktioniert erst, wenn man sich kennt. Ein missglückter Scherz in Minute zwei belastet den Rest.
  10. Den Übergang nicht fürchten. Der Wechsel vom Small Talk zur ersten Frage ist immer etwas abrupt. Das ist normal und liegt nicht an Ihnen.

Wenn Ihnen Small Talk schwerfällt

Vielen ist genau dieser Teil unangenehmer als die Fachfragen, weil es keine richtige Antwort gibt. Zwei Dinge helfen: Erstens ist Ihr Gegenüber in derselben Situation und froh über jeden, der etwas beiträgt. Zweitens genügen zwei vorbereitete Fragen, um die Minuten zu füllen — mehr wird nicht erwartet.

Wie der Small Talk in den Gesamtablauf passt, steht unter die 7 Phasen des Vorstellungsgesprächs; zum Auftreten in den ersten Minuten siehe der erste Eindruck.

Verantwortlich: Ömer Bekar  ·  Zuletzt redaktionell geprüft: 01.10.2026  ·  Zur Methodik
Redaktion vorstellungsgespraech.org

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