Begrüßung mit Smalltalk

Beim Thema Smalltalk denken viele Menschen zunächst an Partys und Empfänge in lockerer Atmosphäre. Nach der Begrüßung kommt der Smalltalk, der auch ein fester Bestandteil im Vorstellungsgespräch ist. Doch hier gelten andere Vorzeichen.

Diesen Teil als reine Begrüßungszeremonie ohne eigentlichen Wert darzustellen, heißt den Hintergrund zu leugnen. Dieser Part ist nicht nur ins Bewerbergespräch aufgenommen worden, da heute Umgangsformen wieder mehr Beachtung finden. Er wird bewusst eingesetzt und bildet einen kleinen Baustein des Kennenlernens, der in die Beurteilung aufgenommen wird.

Ablauf beim Smalltalk

Vergleiche zu Empfängen feierlicher Art sind nicht zu leugnen. Auch hier gelten die üblichen Regeln der Höflichkeit, wenn sich Personen erstmals begegnen. Die Rollen Gastgeber und Gast sind klar definiert und sind einzuhalten. Gleichzeitig steht jeder Bewerber spätestens ab diesem Zeitpunkt unter strenger Beobachtung und sollte dies nicht vergessen. Dennoch herrscht eine gelöste Atmosphäre, um die sachliche Befragung vorzubereiten.

1.) Eröffnet wird mit der Begrüßung durch den oder die Personaler. Der Kandidat erwidert und sollte jeden Personaler mit Namen ansprechen. Dadurch zeigt er erstmals, dass er gut vorbereitet angekommen ist.

2.) Alle Beteiligten stehen im Raum der Besprechung und können sich in voller Statur mustern. Körperhaltung, Kleidung und Sprache werden wahrgenommen. Es entsteht der erste Eindruck, mit dem Kandidaten Punkte sammeln können.

3.) Bei der Begrüßung ist immer der Leiter der Personalabteilung zuerst zu begrüßen. Danach folgen zuerst die Damen. Weitere Personen können wahllos einzeln begrüßt werden. Meist stellen sich die Personen aber selbst vor. Wenn Sie von einer sitzenden Gruppe oder Person empfangen werden, werden Sie aufgefordert, Platz zu nehmen. Dann wird ohne Handschüttel begrüßt. Alle sitzenden Personen dennoch per Handschlag zu begrüßen, ist kein Fehler, sollte aber von Ihrem Gefühl abhängig gemacht werden. Sie zeigen damit Offenheit und Selbstbewusstsein.

4.) Es beginnt eine lose Plauderei. Sie werden gefragt, ob Sie gut angekommen sind. Sie können sich bedanken und die Aufmachung im Raum und in der Firma loben. ES ist weniger entscheidend, was Sie sagen, als wie Sie es sagen. Es geht um Ihre Kommunikationsfähigkeit. Der Austausch von Komplimenten ist ein wichtiger Bestandteil. Damit zeigen Sie, dass Sie über korrekte Umgangsformen verfügen.

5.) Im Anschluss wird ein nebensächliches Thema gewählt, um den Smalltalk zu führen. Sie dürfen den Anfang machen. Wählen Sie kein Thema aus der Stellenanzeige, sondern ein neutrales Thema. Ereignisse, die in der aktuellen Tageszeitung gemeldet worden sind, eigenen sich, da Sie damit verdeutlichen, dass Ihnen Allgemeinbildung wichtig ist. Auch Themen zu Sehenswürdigkeiten der Stadt, in der das Gespräch stattfindet sind möglich. Themen zur Firma sind auszulassen, sie folgen im Anschluss. Zuerst wird ausschließlich allgemein gesprochen.

Es handelt sich um ein lockeres Gespräch, das dennoch bewertet wird. Beachten Sie alle Aspekte, die auch im Nachhinein wichtig sind. Nehmen Sie zur sprechenden Person Blickkontakt auf, nehmen Sie eine lockere und dennoch gerade Haltung ein, unternehmen Sie keine übermäßigen Bewegungen mit Armen, Händen und Beinen. Beobachten Sie, ob Ihre Ausführungen auf Interesse stoßen, oder ob die Personaler gelangweilt wirken. Lassen Sie jeder Person ausreden und antworten Sie locker und entspannt. Verwenden Sie einen Sprachstil, der auf gute Allgemeinbildung schließen lässt, ohne zu sehr aufzudrehen. Zeigen Sie zudem keine zu große Neugier, aber auch eine zu große Vorsicht ist unangebracht.

So wird der Smalltalk zum Erfolg

Smalltalk lockert auf

Während der Vorbereitung auf das Bewerbergespräch sollten Sie sich auch mit der Begrüßung und dem anschließenden Smalltalk beschäftigen. Zur Vorbereitung auf diesen Part sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:

  • Eine gute Allgemeinbildung erleichtert den Einstieg. Lesen Sie die Tageszeitungen der Woche vor diesem Termin, um sich mit Gesprächsstoff zu versorgen. So sind Sie in der Lage, das Thema zu bestimmen.
  • Stellen Sie Ihre eigene Person noch nicht in den Mittelpunkt, sondern richten Sie das Gespräch auf Ihren Sprachgebrauch.
  • Themen zur Firma sind zu vermeiden. Ausnahmen bilden etwa ein bevorstehendes Firmenjubiläum, oder wenn die Firma mit einem besonderen Thema öffentlich gelobt worden ist. Kulturelle Themen sollten bevorzugt werden. Themen zum Sponsoring der Firma eignen sich.
  • Achten Sie immer auf die Stimmung im Raum. Wie wirken Sie auf den Personaler? Ist dieser aufmerksam und interessiert? Oder schaut die Person gelangweilt auf die Uhr?
  • Zielen Sie darauf ab, souverän und selbstbewusst zu wirken. Dafür nutzen Sie im Vorfeld Übungen, wenn Sie damit Probleme haben.
  • Wählen Sie eine offene Sprachweise und reden Sie geradeaus. Also formulieren Sie bereits Ihre Begrüßung selbstbewusst, indem Sie sagen: „Ich möchte mich kurz vorstellen, ….“ Diese Formulierung ist dynamischer als: „Darf ich mich eventuell vorstellen?“ Wählen Sie hier aber noch nicht eine sachliche Redeweise und sagen nicht: „Ich heiße ….“ Oder „Mein Name ist ….“ Damit klingt die Sprache zu trocken und sachbezogen.
  • Eröffnen Sie das Gespräch, wenn die Personaler sich selbst noch ruhig verhalten. Geeignet sind Bemerkungen allgemeiner Art oder Fragen.
  • Geizen Sie nicht mit Komplimenten zur Einrichtung. Auch können Sie erwähnen, sich zu freuen, endlich die nette Telefonstimme nun auch persönlich vor Augen kennenzulernen. Auch hier bleiben Sie allgemein und werden nicht konkret.
  • Weiten Sie den Smalltalk nicht unnötig aus, indem Sie zu intensiv auf Themen eingehen. Kurze Statements sind ausreichend. Die Personaler werden durch Ihr Verhalten und Ausführungen zu erkennen geben, wann das Ende des Smalltalks gekommen ist.
  • Vermeiden Sie, Witze zu erzählen. Sie kennen den Humor der anderen noch nicht und können sich dadurch leicht in die Nesseln setzen.
  • Geeignete Themen sind: Mode, Kultur, Film, Sport, Reisen, Freizeittipps, Autos etc. Es handelt sich um wenig komplizierte Themen, aus denen Sie je nach Gegenüber wählen.
  • Ungeeignet sind: Religion, Politik, Krankheiten, Geld, persönliche Probleme sowie jede Art von Diffamierung, auch wenn sie ungewollt geschieht.