Handshake, Händedruck, Handschlag

Handshake, Händedruck, Handschlag

Kontakt zu Menschen wird verbal und körperlich durchgeführt. Die Hände sind Bestandteile der Körpersprache und werden zur Unterstützung der verbalen Sprache eingesetzt. Als Händedruck zur Begrüßung besitzt die Hand eine eigene Aussagekraft, die von der Körperhaltung und den Augen unterstützt wird.

Jeder Mensch kennt die Sprache der Hände und setzt sie unterschiedlich ein. In einem Vorstellungsgespräch ist dies nicht anders, sollte allerdings bewusst benutzt werden. Personaler werden den Händedruck beurteilen. Wenn Sie glauben, dass bei der Begrüßung noch keinerlei Entscheidung vorbereitet wird, irren Sie sich sehr. In einigen Berufen kann der falsche Händedruck bereits das Aus bedeuten.

Wie ein Händedruck schaden kann

An einigen Beispielen kann verdeutlicht werden, dass der Händedruck eine entscheidende Bedeutung haben kann.

  1. Bewerber bei der Polizei, der Feuerwehr oder der Bundeswehr reichen die Hand mit sehr sanftem Druck und eher zögerlich. Wer derart ohne Selbstbewusstsein begrüßt, wird als kaum geeignet in einem Beruft eingestuft, der mit körperlicher Härte verbunden sein wird.
  2. Ein schwacher Druck der Hände wird in Handwerksberufen als Schwäche eingestuft. Der Bewerber scheint nicht fest anpacken zu können und ist durchsetzungsschwach.
  3. In künstlerischen Berufen gilt oft das Gegenteil. Hier wird ein zu kräftiger Druck mit wenig Sensibilität gleichgesetzt.
  4. Im Vertrieb wird Souveränität mit Selbstbewusstsein erwartet, was sich durch einen mittleren kräftigen Händedruck zeigen kann.

Hände sprechen auch durch ihre Pflege.

  1. Handwerker haben meist harte Haut und oft raue Hände. Wenn Sie mit frisch gecremten Händen begrüßen, sollte die Creme vollständig in die Haut eingezogen sein.
  2. Nasse Hände, die mit Schweiß bedeckt sind, zeugen von starker Nervosität, die als Schwäche ausgelegt werden kann, wenn die Feuchtigkeit nicht beherrscht werden kann.
  3. Nasse Hände werden als unangenehm empfunden.
  4. Sehr lange Fingernägel und ein extrem schwacher Händedruck werden nur in der Modebranche positiv gewertet werden können.
  5. Ungepflegte Hände wirken beim Händedruck sehr unangenehm.

Die Sprache beim Händedruck

  • Weit gestreckter Arm beim Händedruck besagt, dass noch kein Vertrauen vorhanden ist. Die Person sucht die Distanz und bleibt auch emotional auf Abstand. Dadurch zeigen Sie Unsicherheit oder Arroganz.
  • Der Handschlag mit sehr schwachem Druck zeugt für eine pessimistische Grundeinstellung, große Schüchternheit und Schwäche in der Durchsetzung. In Berufen mit Entscheidungskompetenz ist dieser Händedruck ein Jobkiller.
  • Handschlag mit sehr großer Körpernähe. Dadurch rücken Sie dem Personaler spürbar auf seine Pelle. Ihr Verhalten kann bei weiblichen Personen als sexuelle Belästigung empfunden werden. Zudem ist es eine Geste der Dominanz, da Sie die Grenze zum Sicherheitsabstand überschreiten. Sie treten in die Intimzone der Personaler ein und werden dadurch automatisch als nicht sympathisch eingeschätzt.
  • Ähnlich wirkt der Handschlag, der von einem sehr ernsten Blick begleitet wird. Wenn dabei eine gerade Gegenüberstellung herbeiführen und dem Personaler streng in die Augen schauen, werden Sie extrem dominant wirken. Sie gelten dann als Person, die sich gegen jeden Widerstand durchsetzen will und keine Kritik gelten lässt.
  • Händedruck mit extremer Kraft. Sie nehmen die Hand des Personalers förmlich in die Zange. Dadurch entsteht der Eindruck, Sie fassen die Hand, um sie nicht wieder loszulassen. Übersetzt besagt dies, dass Sie sich nehmen, was Ihnen gefällt und was Sie wollen.
  • Unsicher strecken Sie Ihre Hand wie von einer Maschine befohlen plötzlich dem Personaler entgegen und rattern eine Begrüßungsformel trocken herunter. Hierbei wird jede Emotion unterdrückt. Dieser Händedruck kann als Desinteresse gewertet werden, da die Begrüßung sehr maschinell erfolgt und als einstudiert empfunden wird. Es scheint sich um eine Pflichtübung zu handeln, die Ihnen sogar lästig und unangenehm zu sein scheint.
  • Ein starker Händedruck, bei dem die Kraft nicht nachlässt wirkt wie ein Kräftemessen beim Armdrücken. Sie geben damit zum Ausdruck, den Personaler besiegen zu wollen. Wenn Sie den Druck sogar noch erhöhen, beweisen Sie Kampfeslust und Aggressivität. Kaum ein Personaler möchte Sie danach weiter kennenlernen.
  • Sie ergreifen die Hand des Gegenübers mit mittlerem Druck, blicken gerade und lächelnd in seine Augen und lösen den Händedruck nach einer kurzen und freundlichen Begrüßung sofort wieder. Hier ist ein als normal empfundener Handschlag beschrieben. Mit Dieser Begrüßung können Sie kaum einen Fehler begehen.
Handshake nach Erfolg

Handshake nach Erfolg

Da der Händedruck bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausfällt, muss auch der gesamte Körper berücksichtigt werden. Ein großer stattlicher Mann wird durch einen schwachen Händedruck Unverständnis hervorrufen. Eine zarte kleine Person wird mit einem kräftigen Händedruck Aufsehen erwecken. Wann welcher Händedruck wie stark ausfallen sollte, muss von der Situation abhängig gemacht werden. Berufstätige mit viel Körpereinsatz sind eine stärkeren Händedruck gewohnt. Im Büro ist ein normaler Handschlag üblich. Schwach sollte der Händedruck nicht ausfallen, da dadurch immer eine persönliche Schwäche angezeigt wird.

Im Vorstellungsgespräch gilt es, eigene Stärken zu belegen. Wenn die Begrüßung bereits schwach ausfällt, muss nachgearbeitet werden. Mit dem falschen Handschlag geraten Sie ins Hintertreffen und Ihre Konkurrenten erlangen einen Vorsprung. Im Zweifel können Sie den Händeruck mit Freunden üben. Sie werden Ihnen ehrlich sagen, wenn Ihr Handschlag untauglich sein sollte.