Job Interview – eigene Fragen

Die Einladung zum Vorstellungsgespräch beinhaltet bereits, dass dem Bewerber kein Monolog bevorsteht. In einem Gespräch reden stets alle Beteiligten. Allerdings wird dieses Gespräch nach vorbestimmten Mustern ablaufen. Dies bedingt, dass die Personaler nach Beendigung der Begrüßung mit Smalltalk das Gespräch mit Fragen eröffnen. Bewerber sind gut beraten, eigene Fragen erst zu stellen, wenn Personaler zu einem Bereich alle Fragen gestellt haben, oder wenn Verständnisfragen notwendig sind, um Irrtümern vorzubeugen. Zwar können Bewerber frei eigene Fragen formulieren, sollten sich dennoch im Rahmen bewegen, der keine negativen Rückschlüsse erlaubt. 

Fragen, die unverfänglich sind

Da das „wann“ einer Frage nicht eindeutig zu klären ist, sollte zunächst abgewartet werden, wie der jeweilige Personaler seine das Gespräch führt. Kommt er nach Beantwortung einer Frage immer sehr rasch zu nächsten, so sollten eigene Fragen der Bewerber bis zum Ende aufgespart werden. Sich zwischenzeitlich Notizen zu machen, ist sinnvoll. Dies hat keine Auswirkung auf Fragen, die gestellt werden können, nicht gestellt werden sollten und welche Fragen überraschend sind.

Diese Fragen gehen immer:

  1. Aus welchem Grund wurde diese Stelle frei?
  2. Worauf basiert die Firmenkultur?
  3. Wie sieht ein gewöhnlicher Arbeitstag auf dieser Stelle aus?
  4. In welcher Position befindet sich diese Stelle innerhalb der Firma?
  5. Was muss getan werden, um von einem guten Mitarbeiter zum Besten zu werden?
  6. Darf ich den Arbeitsplatz heute einmal besichtigen?
  7. Wann kann ich mit einer Entscheidung ihrerseits rechnen?

Daneben können Bewerbern Fragen einfallen, wenn keine hinreichende Vorbereitung stattgefunden hat. Aber auch Fragen, die üblicherweise zu einem Verhalten gestellt werden, das in Firmen meist nicht gestattet wird, gehören in diese Kategorie.

Dies Fragen führen nicht zur Einstellung:

  • Seit wann besteht diese Firma? – Zeugt von Unkenntnis der Website
  • Was produziert das Unternehmen? – dito
  • Wie groß ist die Firma einzuschätzen? – dito
  • Kann ich schnell Karriere machen? – Noch kennt niemand die wirklichen Qualitäten.
  • Wie oft werden Gehaltserhöhungen gezahlt? – Hat es der Bewerber nur auch schnelles Geld abgesehen?
  • Ich möchte früh Feierabend machen, kann ich auch früher anfangen, wie ich will?
  • Werden Mitarbeiter überwacht?
  • Darf ich meine privaten E-Mails im Büro beantworten und online einkaufen?

Bereits eine dieser Fragen kann dazu führen, abgewiesen zu werden. Mit folgenden Fragen können Bewerber den Personaler überraschen. Sie zeugen von Selbstbewusstsein und Einfallsstärke.

  • Wo sind die Stärken der Firma im Vergleich zu Konkurrenten am Markt?
  • Womit motivieren sie sich täglich?
  • Gibt es Probleme in der Firma, die von mir gelöst werden können?
  • Werden meine Initiativen dazu führen, dass die Firma erfolgreicher wird?
  • Warum hat sich die Firma für genau diesen Standort entschieden?

Fazit eigener Fragestellung

Fragen immer vorbereiten

Als Fazit kann gesagt werden, dass die Fragen immer sehr geeignet sind, die belegen, dass Bewerber von der Stelle eine genaue Vorstellung haben, sich also eignen. Dafür ist eine gründliche Vorbereitung notwendig, die die Analyse der Stellenanzeige und der Website beinhaltet.

Fragen zum Gehalt sind am Ende durchaus üblich, wenn das Thema nicht bereits angesprochen wurde. Dann wurden die Qualifikationen abgehandelt. Meist wird sich das Gehalt danach richten. Bewerber sollten den Rahmen der Gehälter dieser Stelle kennen.

Weiterhin sind Fragen zu stellen, wenn nicht alle Themen angesprochen wurden. Bereiche sind die Einarbeitung, Größe des Teams, Fragen Zeit des Vorgängers in der Firma, Mobilität und Reisetätigkeit, Flexibilität der Arbeitszeiten, Sozialleitungen etc. Auch Firmen müssen sich um Bewerber bemühen, da nicht jede Stelle einfach zu besetzen ist. Sind Bewerber auf dem Markt selten, können sie auch selbst Forderungen stellen.

Für Führungskräfte gilt dies ohnehin. Sie werden eher verwunderte Blicke ernten, wenn sie keine individuellen Forderungen stellen. Aber auch erfahrene und sehr gute Fachkräfte sollten sehr selbstbewusst fragen, um zu verdeutlichen, dass ihnen Führungsaufgaben erteilt werden können.

Fragen bei der Suche nach Ausbildung

Wer eine Ausbildungsstelle sucht, hat meist wesentlich andere Interessen, die weniger auf das Gehalt und die Karriere gestützt sind. Zu den oben angeführten Fragen können daher spezifische zur Ausbildung kommen. Hier sollen Fragen aufgelistet werden, die unbedenklich gestellt werden können.

  • Wie viele Auszubildende sind noch beschäftigt?
  • Hat die Firma gute Erfahrungen mit Auszubildenden gemacht?
  • Welche Anforderungen stellen sie an mich?
  • Kann ich nach der Ausbildung übernommen werden?
  • Wie sind die Zeiten für Ausbildung in der Firma und der Berufsschule?
  • Gibt es eine Person, die ich bei Problemen ansprechen kann?
  • Kann ich die Ausbildungsstätte sehen?
  • Wie hoch fällt die Vergütung aus?
  • Kann ich mit einem Auszubildenden ihrer Firma eine Unterhaltung führen?

Mit diesen Fragen zeigen Auszubildende, dass sie für den Beruf motiviert sind, sich aber eine gute Firma aussuchen möchten. Diese Einstellung wird ein Personaler einer angesehenen Firma sehr begrüßen. Ein Auszubildender sollte ohnehin kritischer sein. Er benötigt eine fundierte Ausbildung, um sein späteres berufliches Leben erfolgreich zu gestalten. Daher sind kritische Fragen angebracht. Auch stehen Auszubildende, wenn sie ein gutes Schulzeugnis besitzen, kaum unter Druck, jede beliebige Ausbildungsstelle annehmen zu müssen.