Selbstkritik zeigen bei schlechten Noten

Selbstkritik zeigen bei schlechten Noten

Die schlechte Nachricht zuerst: schlechte Noten im Schulzeugnis und Abschlusszeugnis der Ausbildung und des Studium können die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt mindern. Nun die gute Nachricht: Auch Personaler verfügen über Lebenserfahrung und laden regelmäßig aussichtsreiche Kandidaten zum Vorstellungsgespräch, obwohl schlechte Noten zu bemängeln sind. Personaler wissen, nicht jede schlechte Note weist auf einen tatsächlichen Mangel hin. Wenn andere Aspekte Interesse wecken, kann ein Mangel aufgehoben werden. Immer wird allerdings nach den Gründen dieser Benotungen gefragt. Nun noch eine weitere positive Meldung: Wer plausible Gründe für schlechte Noten darlegen kann, erhöht seine Chancen. 

Diese Punkte sind wichtiger als eine sehr gute Note

Gute Schulnoten belegen, dass Bewerber in der Schule gute Schulleistungen vollbracht haben. Doch sind Schulleistungen nicht sofort in Arbeitsleitung zu übertragen. Ohnehin werden in den wenigsten Stellen alle schulischen Leistungen benötigt, sodass der Blick der Personaler sich auf wenige Fächer konzentrieren wird, die im Zusammenhang mit der Stellenbeschreibung wesentlich sind. Ohne auf eine konkrete Stelle bezugzunehmen, legen Unternehmen auf folgende Aspekte sehr großen Wert, die jeweils mit der konkreten Stelle abzugleichen sind:

  1. Ist der Kandidat teamfähig?
  2. Werden berufliche Ziele ehrgeizig verfolgt?
  3. Sind soziale Kompetenzen wie Empathie hinreichend ausgebildet?
  4. Wie steht es mit Fremdsprachenkenntnissen und Erfahrungen im Ausland?
  5. Welche praktischen Erfahrungen liegen vor?
  6. Ist eine ausreichende Überzeugungsfähigkeit vorhanden?
  7. Wie steht es um das persönliche Netzwerk?
  8. Ist eine hohe Lernbereitschaft gegeben?
  9. Ist der Bewerber für neue Aufgaben zu begeistern?
  10. Sind Bewerber sozial engagiert?

Nicht alle diese zehn Punkte sind immer wichtig, doch sie stellen die Persönlichkeitsstruktur da, die insgesamt von Unternehmen als sehr wichtig angegeben wird. Wer in diesem Bereich Punkte sammelt, kann etliche schlechte Schulnoten ausgleichen. Es ist daher sinnvoll, schlechte Noten zu erklären und sie direkt Punkten aus der obigen Liste entgegenzustellen. Dadurch werden Noten gewogen und die Personaler zur Abwägung gezwungen. Ist etwa eine sehr gute Note in Physik besser als ein Streben nach Neuem und ein Unternehmergeist?

Infografik: Deutschlands Jugend mit wenig Unternehmergeist | Statista

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Begründung der schlechten Noten

Benotungen im Zusammenhang der Person

Nicht immer stehen Noten im Vordergrund. Je jünger die Bewerber sind und je weniger Berufserfahrung sie gesammelt haben, desto wichtiger sind Noten der Zeugnisse. Wenn zudem die Bewerberzahl auf eine Stelle sehr groß ist, wird auch die Auswahl strenger. Schlechte Noten sind also in Relation zu betrachten. Des Weiteren sind einzelne schlechte Noten, die etwa nur in einem Schulzeugnis aufgetreten sind, leicht zu erklären, da darauf hingewiesen werden kann, dass es sich um ein einziges schlechtes Jahr gehandelt hat, welches eine Ausnahme bildet. Eine ausführliche Begründung ist aber auch hier angebracht. Durchgängige schlechte Durchschnittsbenotungen sind aber ein Problem und können nur durch sehr ausgeprägte Alternative ausgeglichen werden. Siehe hier die zehn Punkte im oberen Abschnitt.

Antworten auf Fragen zu Noten

Personaler möchten stets wissen, welche Gründe zu schlechten Noten geführt haben. Sie werden dies im Zusammenhang mit den Anforderungen der zu besetzenden Stelle beurteilen. Daher sollten Sie die Antwort bereits vorher genau überlegt haben, um sich nicht zu unüberlegten Äußerungen verleiten zu lassen. Beachten Sie bei allen Begründungen folgende Richtschnur:

  • Niemals die Schuld bei anderen Menschen suchen
    Wer sich von Lehrern, Ausbildern etc. unverstanden gefühlt hat, sollte sich dennoch ernsthaft fragen, welche Rolle er selbst dabei gespielt hat. Wer die Schuld bei sich selbst sucht, wird den Eindruck vermitteln, bereit zu sein, Verantwortung zu übernehmen und nach Besserung zu streben. Dies lässt für die Zukunft positiv blicken. Im entgegengesetzten Fall wird der Personaler eine schlechte Zukunftsperspektive ausstellen.
  • Niemals die Frage nach schlechten Noten als Angriff auffassen
    Wenn Personaler nachfragen, wenn sie schlechte Noten entdeckt haben, führen sie keinen Angriff auf Bewerber. Sie wollen lediglich erfahren, was dazu geführt hat, und ob ein Verhalten oder eine Eigenschaft verursachend war, die auch im Beruf wichtig sein wird. Begründen Sie daher ruhig und plausibel und zeigen somit Kritikfähigkeit. Zeigen Sie immer auf, wie Sie daraus gelernt haben. Hierbei sind bereits eingeleitete Veränderungen sinnvoll und hilfreich.
  • Begründungen sollten konkret sein
    Allgemeine Aussagen helfen wenig weiter. Formulierungen wie „Ich war damals etwas faul.“ „Mich hat das alles nicht interessiert.“ „Ich habe aber mein Bestes gegeben.“ „Ich habe alles versucht, wurde aber nicht richtig beurteilt.“ Sind nicht nur zu allgemein, sondern sie legen nahe, dass die charakterlichen Eigenschaften nicht ausreichen, um den Gründen auf den Grund zu gehen. Auch ist anzunehmen, dass die Fähigkeit zur Selbstkritik kaum ausgebildet ist.
  • Selbstkritik ist hervorzuheben
    Nehmen Sie die Gelegenheit beim Schopf und erläutern wie die schlechten Noten exakt entstanden sind. Dabei sollten Sie nicht versäumen zu erwähnen, welche Rolle Sie dabei gespielt haben, also die Schuld bei sich selbst suchen. Daran muss sich immer die Schlussfolgerung anknüpfen, aus der Besserung hervorgeht. Genaue Konsequenzen, die Sie durchgeführt haben, sind die besten Antworten. Sehr sinnvoll sind Kurse zur Weiterbildung, zusätzliche Schulungen und Erläuterungen von Phasen mit einem Tief. Wenn Sie zu Ihren Schwächen stehen und zugleich Stärken zeigen, werden Sie die Personaler überzeugen können, Probleme analysieren und lösen zu können.
  • Beziehen Sie immer Stären aus Bereichen mit ein, die nicht benotet werden
    Benutzen Sie Eigenschaften, die Sie als Stärken herausstellen können, um einen Ausgleich zu schlechten Noten zu schaffen. Die genaue Begründung der Noten darf zwar nicht vernachlässigt werden, doch jeder Schwäche sollte mindestens eine Stärke gegenüberstehen. Benutzen sie die genannte Liste mit den zehn Aspekten im Vorstellungsgespräch.

Personaler werden schlechte Noten immer im Zusammenhang mit Ihren Begründungen einordnen. Sie erhalten durch Fragen danach also die Gelegenheit Noten einzuordnen. Erst danach bilden sich Personaler ein endgültiges Urteil.