innere Stärke strahlt aus

Selbstachtung und Souveränität kann nur erreicht werden, wenn der Mensch über eine Selbsterkenntnis verfügt. Dies wiederum bedingt, sich selbst beobachten und beurteilen zu können. Zu wissen, was ich bin, was ich kann, wie ich von anderen eingeschätzt werde, ist Voraussetzung einer jeden Selbsterkenntnis. Dies schließt Selbstkritik immer mit ein. Erfahren Sie also, wie Sie die gestellten Fragen positiv beantworten können. Dadurch wird es Ihnen möglich, sich zu verbessern. Nur aus den eigenen Fehlern kann der Mensch wirklich lernen. Doch muss er Fehler erkennen können, bevor er sie analysieren und aus ihnen lernen kann. Dann entstehen ein positives Selbstwertgefühl und ein gesundes Selbstbewusstsein.

Sich selbst im Beruf und Alltag erkennen

Jede Selbsterkenntnis speist sich aus drei Aktivitäten, die uns Informationen liefern. Sie sind in allen Lebenssituationen wichtig und prägend.

  1. Die Selbstbeobachtung
    Sie gelingt, wenn sich Menschen an Situationen erinnern, die sie zu meistern hatten. Es werden positive wie negative Erinnerungen wach werden. Es gilt jede einzelne Lage zu analysieren. Wie haben Sie sich in der Situation gefühlt? Wie haben Sie sich verhalten? Welche Alternativen haben Sie erkannt? Welche Alternative erkennen Sie im Nachhinein? Wie haben sich Ihre Verhaltensweisen und Gefühle auf den Verlauf der Situation ausgewirkt? Zur besseren Erkenntnis notieren Sie sich vor einem Vorstellungsgespräch einige Ereignisse aus Ihrer beruflichen Vergangenheit. Notieren Sie immer sehr deutlich die positiven Seiten. Neben den negativen Beispielen schreiben Sie Lösungsmöglichkeiten. Notieren Sie besonders Situationen, die Sie gemeistert haben, nachdem Sie an sich etwas verändert haben.
  2. Die sozialen Vergleiche
    Jeder Mensch beobachtet ständig andere, auch wenn dies unterbewusst geschehen sollte. Dies dient zum Abgleich mit der eigenen Person. Menschen zeihen Vergleiche mit anderen Menschen. Besonders beliebt sind Beobachtungen in Situationen, die bekannt sind. Dann kann sehr leicht erkannt werden, dass andere nervöser reagieren als man selbst. Auch können eigene Stärken und Schwächen verglichen werden. Wer dabei nicht vergisst, aus Stärken anderer Menschen zu lernen, wird sich schon während der Beobachtung verbessern können.
  3. Die Rückmeldungen durch andere
    Sehr wichtig sind aus psychologischer Sicht alle Reaktionen auf Verhalten. Wer gelobt wird, Bewunderung fühlt und anerkannt wird, wird ein stärkeres Selbstbewusstsein entwickeln. Kritik ist hingegen in der Lage, die Selbstbeurteilung ins Negative zu ziehen. Es ist daher wichtig, die negativen Rückmeldungen sogleich aufzunehmen, um eine Selbstkritik zu starten. Fällt sie aus, kann eine Veränderung zum Positiven nicht erreicht werden. Wird nach Selbstkritik eine gleiche Situation nochmals durchlebt, wobei sich das eigene Verhalten verändert zeigt, werden andere sicherlich die positive Änderung bemerken und sich entsprechend äußern.

Es muss allerding einschränkend bemerkt werden, dass Frauen und Männer sich unterschiedlich bewerten, was die Relation zu Erfolg und Zufriedenheit betrifft. Männer reagieren stärker bei sozialen Vergleichen. Frauen bewerten hingegen die zwischenmenschliche Ebene höher. Daraus ist der Schluss zu ziehen, dass ein Selbstwertgefühl sich nur entwickeln kann, wenn die eigenen Werte berücksichtigt werden. Erkennen Sie zunächst, welche Aspekte im Leben und Beruf Ihnen sehr wichtig sind. Stufen Sie ab. Durch welche Erlebnisse werden Sie gestärkt, und was schwächt Sie? Ist Ihnen der Karrieresprung wichtiger als ein regelmäßiges Lob? Erst wenn Sie selbstbewusst sind, erlangen Sie Souveränität. Souverän ist der Mensch, der sich von außen nicht sehr leicht beeinflussen lässt und auf seine eigenen Stärken bauen kann.

Souveränität im Vorstellungsgespräch

selbstbestimmt die Richtung finden

selbstbestimmt die Richtung finden

In vielen Positionen wird ein souveränes Auftreten erwartet. Dann ist Souveränität im Vorstellungsgespräch besonders wichtig. Aber auch im Vergleich zu anderen Bewerbern wird ein souveränes Auftreten Pluspunkt bringen. Dies bedeutet nicht, dass Nervosität bei diesem Termin schlecht ist. Sie kann als Zeugnis der Wertschätzung der Einladung zum Gespräch aufgefasst werden. Dennoch sollten Sie die fast immer aufkommende Nervosität besiegen können. Beachten Sie dabei folgende Schritte:

  • Lassen Sie Angst zu und sagen sich, dass Angst natürlich ist. Diese Haltung allein wirkt oft schon mildernd. Die Angst und Nervosität zu leugnen, ist ohnehin sinnlos. Sprechen Sie Ihre Nervosität offen an, was allein schon mutig ist, da das Eingeständnis von Angst oft als Schwäche gesehen wird. Nicht so von Personalern, die dies bereits unzählige mal gesehen haben und wissen, dass fast jeder Bewerber nervös ist. Außerdem kann beobachtet werden, dass Bewerber, die ihre Nervosität offen bekennen, schneller ruhig werden.
  • Wenn Sie wissen, dass Sie zu heftiger Nervosität neigen, können Sie das Gefühl austricksen. Gefühle entstehen im Gehirn, das Informationen an Organe, Arme und Beine weiterleitet. Verbannen Sie das Gefühl der Angst in ein Teil, das Sie während des Vorstellungsgespräches unbemerkt mit sich führen können, das Sie aber berühren können. Dies kann ein kleines Stück Stoff oder Kissen sein. Auch kleine Schachteln sind geeignet. Jeder kann sein eigenes Behältnis für Angst finden. Üben Sie zur Probe die Beantwortung von schwierigen Fragen mit diesem Behältnis, das Sie in der Hand tragen, oder es unter der Kleidung verbergen. Sie werden fast immer feststellen, dass die Angst sich dort sicher fühlt und Sie weniger belästigt.
  • Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken. Dadurch werden Sie immer wieder an positive Eigenschaften und Erfolge erinnert. Dabei entwickelt sich ein ruhiges und gelassenes Gefühl, aus dem heraus Sie souveräne Antworten finden werden und diese entsprechend präsentieren können.
  • Erarbeiten Sie im Vorfeld, welche Anforderungen mit der neuen Stelle auf Sie zukommen werden. Gleichen Sie dies mit Ihren Qualifikationen ab. Passen die Stelle und Sie zusammen, können Sie ruhig zum Vorstellungsgespräch erscheinen und werden gute Chancen haben.
  • Bereiten Sie sich auf unangenehme Fragen vor und suchen vorzeitig nach passenden Antworten. Üben Sie kritische Fragen ein. Denken Sie dabei auch daran, dass ein Personaler es als souverän einstuft, wenn ein Bewerber seine Nervosität nicht versteckt.