freundlich und selbstbewusst

freundlich und selbstbewusst

Zu den Eigenschaften, die alle Menschen besitzen, gehört die Erkenntnis, sich von anderen unterscheiden zu können. Menschen lernen sich im Verhältnis zu anderen zu sehen und zu messen.

Dadurch gelangen sie zu dem Bewusstsein eigener Eigenschaften und Qualitäten. Zugleich ist der Mensch mit der Gabe ausgestattet, Angst zu empfinden, die davor bewahrt, zu riskante Entscheidungen zu treffen.

Durch Erfahrungen im Leben formt sich schließlich ein Verhältnis zwischen Angst und Risikobereitschaft, welche sich aus dem Bewusstsein seiner selbst entwickelt. Erfahrung setzt Lernen voraus. Also kann der Mensch Selbstbewusstsein erlernen und diese trainieren.

Zuerst kommt die Selbsterkenntnis

Etwa ab dem dritten Lebensjahr beginnen Kinder damit, sich intensiv selbst zu betrachten. Sie erfahren, wie sie wahrgenommen werden, auf andere wirken und welche Fähigkeiten sie besitzen. Kinder benutzen diese Erfahrungen, um neue Aufgaben anzugehen, um dadurch neue Erkenntnisse zu gewinnen. Dabei kommen sie auch mit Angst vor Versagen und Gefahr in Berührung, lernen aber auch, Gefahren zu meistern. Wer zu oft vor Gefahren und unbekannten Situationen zurückschreckt, wird zu oft negative Erfahrungen erlebt haben. Wer Neues zu wagemutig angeht, kennt die eigenen Grenzen nicht ausreichend.

Ein gesundes Selbstbewusstsein entwickelt sich immer dann, wenn die eigenen Schwächen und Stärken bewusst sind und richtig eingeschätzt werden. Dann ist es möglich, Schwächen mit Stärken zu bekämpfen, ohne sich zu überschätzen. Übertragen auf das Berufsleben bedeutet dies, dass neue Herausforderungen aus dem Bewusstsein der eigenen Stärken angegangen werden können. Dabei werden die Schwächen nicht unterdrückt, doch es können Strategien entwickelt werden, sie zu verändern. Daher ist es notwendig, sich seiner eigenen Stärken bewusst zu werden. Um in einem Vorstellungsgespräch mit eigenen Stärken überzeugen zu können, muss sich ein Bewerber zunächst mit seinen Stärken beschäftigen.

Ältere Kandidaten können aus einem größeren Erfahrungsschatz schöpfen sind deshalb aber nicht automatisch selbstbewusster. Jüngere Menschen, die erst die Ausbildung beendet haben, besitzen zwar weniger Erfahrung, können aber bereits daraus ein Bewusstsein für eigene Stärken entwickeln, wenn sie diese einzuschätzen gelernt haben. Viele Branchen haben dies erkannt und stellen entweder bewusst mehr ältere oder jüngere Kandidaten ein.

Infografik: Junge Werber, ältere Verwaltung | Statista

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Selbstbewusstsein zeigt sich am Verhalten

Benutzen Sie Ihnen bekannte Fragen, die in einem typischen Vorstellungsgespräch gestellt werden, und beantworten Sie diese vor Freunden oder einem Spiegel.

  • Welche Stärken besitzen Sie?
  • Welche Schwächen haben Sie?
  • Wie würden Sie neue Aufgaben im Beruf angehen?
  • Wie begegnen Sie Kollegen, die an Ihnen Kritik üben?

Meist reichen diese wenigen Fragen aus, um zu erkennen, wie selbstbewusst Menschen sind. Bei Beantwortung werden unbewusst Gesten, Mimik und Sprache so eingesetzt, dass auf ein gesundes Selbstbewusstsein oder ein Minderwertigkeitsgefühl geschlossen werden kann. Wenn Sie bei Beantwortung den Körper zum Schutz zurückziehen, die Arme verschränken, die Stimme erheben, mit den Armen herumfuchteln etc. zeigen Sie Nervosität und ein geringes Selbstbewusstsein. Personaler werden dies erkennen und bewerten.

So zeigen Sie ein selbstbewusstes Verhalten

  1. Verbessern Sie Ihre Ausstrahlung, indem Sie die Körpersprache beruhigen. Während Sie sprechen, nehmen Sie Augenkontakt zum Gegenüber auf. Vermeiden Sie nervöse Bewegungen der Arme und Beine. Behalten Sie eine gerade Körperhaltung.
  2. Zeigen Sie, dass Sie in der Lage sind, Kontakte aufzunehmen. Diese Eigenschaft zeigt sich bereits beim Smalltalk direkt nach der Begrüßung. Gehen Sie ruhig und sicher auf die Personaler zu, um einen Händedruck oder ein Gespräch zu beginnen.
  3. Bei der Befragung konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken und stellen diese heraus, ohne zu prahlen. Belegen Sie jede These stets mit einem Beispiel aus der Praxis.
  4. Erklären Sie dem Personaler, welche beruflichen Ziele Sie verfolgen. Dabei sollten die Wege zum Ziel mit Ihren Fähigkeiten zu meistern sein. Verweisen Sie zum Beleg immer auf Qualitäten und Fähigkeiten.
  5. Beschreiben Sie auch Situationen, bei denen Sie neue unbekannte Aufgaben zu meistern hatten und dabei erfolgreich waren.
  6. Vertreten Sie Ihre Interessen selbstbewusst. Bei der Frage nach der Gehaltsvorstellung sollten Sie daher bewusst nicht zu tief ansetzen und eine Begründung liefern, die an Ihre Stärken erinnert.
  7. Vermeiden Sie, überheblich und arrogant zu wirken. Sie sind weder Supermann noch unfehlbar. Arroganz wirkt unglaubwürdig.
  8. Reduzieren Sie bei allen Ausführungen Ihre Worte. Kommen Sie schnell auf den Punkt. Wer zu viele Worte benötigt, wirkt unsicher und wenig überzeugend. Reagieren Sie besser auf Nachfragen, als selbst zu lange zu sprechen.

Übungen zum selbstbewussten Auftreten

Herrenschuhe für Geschäftsleute

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Ein wichtiger Teil der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch besteht darin, sich auf wahrscheinliche Fragen inhaltlich einzustellen und diese durchzugehen. Im Bewerbungsgespräch gilt es, ein Auftreten an den Tag zu legen, das auf ein gesundes Selbstbewusstsein schließen lässt. Auch dies kann eingeübt werden. Ohne auf konkrete Fragen einzugehen, können Sie Ihre mentale Stärke trainieren.

  1. Setzen Sie sich vor einen großen Spiegel und sehen sich direkt in die Augen. Sprechen Sie sich an und machen dem Spiegelbild Mut. „Du bist in deinem Beruf erfolgreich. Du besitzt die Qualitäten für die neue Stelle. Du besitzt genügend Erfahrungen, um neue Herausforderungen zu meistern. Di bist ein guter Typ.“
  2. Lernen Sie, nein zu sagen. Dies kann im Beruf wie im Privaten geschehen. Dadurch lernen Sie, anderen Menschen Grenzen zu setzen und stellen Ihr Interesse in den Vordergrund.
  3. Lassen Sie eigene Fehler zu. Wenn Sie eine Aufgabe beginnen, achten Sie nicht zu sehr darauf, Fehler zu vermeiden, sondern konzentrieren sich auf Ihre Stärken, die es Ihnen ermöglichen, Fehler zu beheben.
  4. Wenn Sie eine positive Rückmeldung erhalten, nehmen Sie das Kompliment positiv auf. Sagen Sie sich nicht, dass dies eventuell nicht ernstgemeint war.
  5. Reagieren Sie auf Kritik gelassen und suchen nach Besserungsmöglichkeiten. Kritik sollte nicht mit Aggressivität begegnet werden, da dann eine Besserung unmöglich wird.
  6. Beobachten Sie bei allen Ihren Reaktionen Ihre Körpersprache, um nervöse Reaktionen zu erkennen und vermeiden zu können.