aufmerksam bleiben und nachfragen

Vorstellungsgespräche dienen zum gegenseitigen Kennenlernen. Details intimen Charakters werden aber kaum zu erfahren sein. Wie Bewerber dem Personaler Grenzen aufzeigen, wenn er zu intime Fragen stellt, so wird auch kein Unternehmen fremden Personen Firmengeheimnisse verraten. Wer Zu sehr nach Details fragt, macht sich verdächtig, die Bewerbung als Tarnung für Firmenspionage zu nutzen. Sollte sich ein sehr erfahrener Fachmann bei einem Unternehmen der gleichen Branche bewerben, wird er zudem kaum diese Fragen benötigen. Er wird Kenntnisse über Unternehmen der Branche besitzen, die Fragen nach Produkten hinfällig werden lassen. Branchenfremde werden mit Details ohnehin nicht viel anfangen können und sich auf die Produktpalette beschränken können. 

Fragen erst nach Vorbereitung ausarbeiten

Allgemeine Fragen zum Unternehmen können sehr oft bei der Durchsicht der Firmenwebsite beantwortet werden. Werden dennoch Fragen dieser Kategorie gestellt, bezeugen Bewerber lediglich, sich ungenügend vorbereitet zu haben und ein nur geringes Interesse am Unternehmen mitzubringen. Es bleiben daher Fragen, die sich nicht mit der Website und der Stellenanzeige beantworten lassen. Auch sind im Vorstellungsgespräch Fragen zum Unternehmen immer im direkten Bezug zur Stelle zu stellen. Diese Vorgehensweise ist logisch und wird verstanden. Dabei versichern Bewerber deutlich, ein großes Interesse an der Stelle zu besitzen, sodass diese Fragen gerne beantwortet werden. Es sollten aber auch die Interessen des Unternehmens berücksichtigt werden. Diese liegen auch bei Mitarbeitern, die sich stark engagieren.

Daher wirken diese Fragen negativ:

  • Wie genau sind die Arbeitszeiten geregelt?
  • Wie viele Urlaubstage werden im ersten Jahr genehmigt?
  • Werden von mir Überstunden erwartet?
  • Wie ist die Vergütung der Überstunden geregelt?

Zwar sind diese Fragen im Interesse der Bewerber, doch signalisieren sie kein Interesse an der Firma, sondern zeigen nur, dass Arbeit als Belastung angesehen wird.

Fragen, die sich an das Anforderungsprofil orientieren und Interesse bezeugen:

1.) Was erwarten sie von mir als ihrem neuen Mitarbeiter?

2.) Ist bekannt, wer mein direkter Ansprechpartner im Unternehmen sein wird?

3.) Welche Position innerhalb des Unternehmens wird von mir bekleidet?

4.) Da ich noch nicht mit allen Details vertraut sein werde, kann ich auch eine angemessene Zeit der Einarbeitung rechnen?

5.) Wie groß ist das Team/die Abteilung?

6.) Sollte ich noch zusätzliche Qualifikationen erwerben?

7.) Nach welcher Philosophie richtet sich die Firma?

8.) Welchen Führungsstil bevorzugen sie?

9.) Wie ist die Weiterbildung geregelt?

Mit diesen Fragen geben Bewerber dem Personaler nicht nur das Signal, dass ein starkes Interesse an der Stelle besteht. Auch werden Fragen gestellt, die berechtigt sind und niemals zu einem Firmengeheimnis gehören können. Außerdem kann an der Art der Beantwortung festgestellt werden, wie das Klima im Unternehmen zu beurteilen ist. Wenn die Fragen immer so gestellt werden, dass der Personaler ein wenig ausholen muss, wird automatisch erzählerisch berichtet. Leicht ist zu erkennen, ob die Erzählung gezwungen klingt, oder ob sich der Personaler selbst dabei wohlfühlt.

Fragen nicht in ein Verhör wandeln

Haben Sie noch eigene Fragen?

Zu vermeiden ist aber immer, einen vorbereiteten langen Fragenkatalog vorzutragen, der einem Verhör gleichkommt. Mit wenigen gezielten Fragen, bei denen gleichzeitig zwei bis drei Aspekte angesprochen werden, sind übersichtlicher und lassen das Gespräch nicht in eine Befragung wechseln, die beklemmend ist. Die Kenntnis der Website muss vorhanden sein und sollte auch dokumentiert werden.

Daher ist ein sehr guter Weg immer, eine Frage mit einem Beispiel zu eröffnen, der die Kenntnis eines Details aus der Website voraussetzt. Dieses Detail kann lobend erwähnt werden, um dann eine Ergänzungsfrage zu stellen. Bewerber wirken dabei nicht nur sehr gut vorbereitet, sondern sie zeigen sich auch souverän und belegen eine geistige Beweglichkeit. Des Weiteren sind Fragen immer im Zusammenhang mit der jeweiligen Stelle zu formulieren.

Fragen von Fachkräften und Führungskräften

Sind Führungspositionen oder Stellen für Spezialisten zu besetzen, ergeben sich automatisch Fragen des Führungsstils und zu Details. Auch stellen sich Fragen zur Verbindung zur Leitung der Firma direkter. In diesem Fall sind auch Fragen sinnvoll, die die Firma in die Rolle des Bewerbers rückt. Damit wird signalisiert, dass sich die Firma an diesem eine sehr qualifizierte Person sichern kann, wenn sie passende Angebote unterbreitet. Dies kann auch für Fachkräfte gelten, die als Spezialisten zu bezeichnen sind. Bewerber sollten dann nach dem Motto vorgehen: „Mach dich selten, um etwas zu gelten“.

Niemals sollte der Eindruck geweckt werden, nur eine Bezahlung als Ziel zu haben. Immer müssen die Stelle und die Firma von Interesse sein. Kann dies nicht verdeutlicht werden, wird es kaum zu einer Einstellung kommen. Auch die Karriere zu sehr in den Mittelpunkt ist kontraproduktiv, da Firmen dann damit rechnen, diesen Mitarbeiter wieder zu verlieren, wenn er eine bestimmte Position erreicht hat, um danach bei anderen Firmen seine Chance zu suchen.

Auszubildende fragen sehr emotional

Auch als Auszubildender auf der Suche nach Ausbildung oder der ersten Stelle werden andere Fragen gestellt. Es werden Fragen auftauchen, die soziale Aspekte beinhalten, nach einem Ansprechpartner gestellt werden und Ängste betreffen, die die Beschäftigung nach Ende der Ausbildung betreffen. Diese Fragen sind verständlich und werden auch erwartet. Dabei dürfen die Fragen durchaus emotional formuliert werden. Da es sich meist um sehr junge Bewerber handelt, werden selbst in der Vorbereitung weniger harte Maßstäbe angelegt. Das Gespräch wird eher ruhig und verständnisvoll ablaufen.