Feuerwehr im Einsatz

Feuerwehr im Einsatz

Das Chaos ist der Arbeitsbereich der Feuerwehr. Wenn bekannte Strukturen zusammenbrechen, greifen herkömmliche Mittel nicht mehr. Verkehrsunfälle, Hausbrände, Überschwemmungen, Explosionen, Gas in der Luft etc. stellen die meisten Menschen vor schier unlösbare Probleme. Hier hilft nur noch die Feuerwehr. Nicht viele Menschen sind für diesen Beruf geeignet. Lediglich 4% aller Bewerber werden für den öffentlichen Dienst angenommen. Entsprechend stringent ist das Auswahlverfahren. Sportlich und kognitiv eignen sich durchaus viele Bürger. Doch meist mangelt es an persönlichen Eigenschaften, um im Chaos bestehen zu können. Das Vorstellungsgespräch und der Eignungstest bei der Feuerwehr sind daher berüchtigt und nicht zu unterschätzen.

Schritte bis zum Vorstellungsgespräch

Das Bewerbungsschreiben

Im Beruf der Berufsfeuerwehr vereinigen sich besonders viele Zweige, die in kaum einem anderen Bereich gefordert werden. Die Feuerwehr arbeitet medizinisch, sanitär, technisch, körperlich, überwindet Höhen und Tiefen, wird in Extremsituationen gefordert und muss über psychisch belastbare Mitarbeiter verfügen. Wie in anderen Berufen kann ein Bewerber sich durch ein Praktikum vorab ein Bild machen. Sehr hilfreich ist auch die Mitgliedschaft in der freiwilligen Feuerwehr, die allerdings nicht in allen Situationen gefordert wird. In der Bewerbung werden Verweise auf diese Erfahrungen immer positiv wirken.

Der Einstellungstest

Ausgewählte Kandidaten werden zunächst zu einem Feuerwehr Einstellungstest eingeladen. Hier werden schulische Leistungen abgefragt. Erwarten Sie in Deutsch, Mathematik, Physik, Chemie und logischem Denken gefordert zu werden. Bei der Feuerwehr werden fast immer technische Hürden zu meistern sein, die nur zu bewältigen sind, wenn ein technisches Verständnis vorhanden ist. Zudem muss sich eine Einheit schnell auf unbekannte Verhältnisse einstellen können, womit strukturiertes und logisches Denken abzurufen sein wird. Da nur wenige Bewerber diesen Anforderungen gerecht werden, rechnen Sie mit einem Test unter vielen Kandidaten.

Der  Sporttest

Körpereinsatz gehört zum alltäglichen Leben eines Feuerwehrmanns. Nur sportliche Fitness durch Disziplin gewährt die Berufsausübung. Rechnen Sie mit Ausdauersport, Kraftsport und Klettern in große Höhen, bei der die Höhentauglichkeit überprüft wird. Zwar wird es nicht um sportliche Rekorde gehen, doch müssen außergewöhnliche Leistungen vollbracht werden. In einem Fitnesscenter können sich Bewerber im Vorfeld den Aufgaben stellen und dafür üben. Der sportliche Test ist als Wettbewerb zu verstehen und muss auch so angegangen werden, um erfolgreich zu sein. Ihre sportlichen Leistungen werden bewertet. Ihre Fitness kann ebenfalls durch eine ärztliche Untersuchung festgestellt werden.

Das Vorstellungsgespräch

Bevor die abschließende amtsärztliche Untersuchung stattfindet, werden verbliebene Kandidaten zu einem persönlichen Gespräch gebeten. Zwar wurden vorab schon die zwei wichtigen Hürden der praktischen Tests bestanden, doch sollte das folgende Vorstellungsgespräch nicht als reine Formalität eingestuft werden. Bislang wurden die sehr leicht messbaren Eigenschaften getestet. Denkvermögen und Fitness lassen sich durch gezielte Übungen erkennen. Doch der Beruf erfordert weitere Eigenschaften, die evident sind.

  1. Wie gehen Sie mit Nervosität um?
  2. Wie verhalten Sie sich in Gefahrensituationen?
  3. Halten Sie Stress aus?
  4. Können Sie Panik vermeiden und Menschen souverän retten?
  5. Sind Sie in der Lage, souverän zu bleiben, auch wenn unbekannte Gefahren drohen?
  6. Handeln Sie entschlossen und schnell, ohne übereifrig zu werden?
  7. Behalten Sie einen ruhigen Kopf, wenn Chaos ausbricht?
  8. Wie verkraften Sie schreckliche Eindrücke von verletzten Menschen, vielleicht sogar verletzten Kindern und Feuer?
  9. Wie hoch ist Ihre Teamfähigkeit einzuschätzen?
  10. Was motiviert Sie zur Berufswahl?

Zwar gehört das Auswahlverfahren bei der Feuerwehr zu den sehr harten Verfahren, doch wer schließlich eingestellt wird, wird bei einem der besten und beliebtesten Arbeitgeber arbeiten dürfen. Infografik: Deutschlands beste Arbeitgeber 2013 | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Das Vorstellungsgespräch in drei Phasen

Begrüßung und Smalltalk

Zuvor wurden Sie von Ausbildern und Prüfern im Einsatz getestet. Nun treten Sie erstmals Personen aus der Personalabteilung gegenüber. Bereiten Sie sich daher auf das Bewerbungsgespräch vor, wie es bei anderen Branchen üblich ist. Beide Seiten müssen sich nun in kurzer Zeit neu kennenlernen. Dem Personaler werden Ihre Bewerbungsschreiben und Testergebnisse vorliegen. Nun gilt es, Ihre Person zu beurteilen. Zur Begrüßung werden die üblichen Höflichkeitsfloskeln ausgetauscht, um danach den Smalltalk zu beginnen. Diese Phase dient der Lockerung, wird dennoch in die Bewertung einfließen.

  • Lächeln Sie freundlich.
  • Nehmen Sie Platz, nachdem Ihnen ein Stuhl zugewiesen worden ist.
  • Behalten Sie eine gerade Körperhaltung.
  • Kontrollieren Sie Gesten und Mimik.
  • Reden Sie ruhig und in normaler Tonlage.
  • Wählen Sie kurze Formulierungen und nehmen Themen auf, die angesprochen werden.
  • Verringern Sie Ihre Nervosität durch Kontrolle des Körpers und der Stimme.

Fachliche und persönliche Fragen

Im Anschluss werden typische Fragen gestellt, die zum Teil auch in anderen Branchen üblich sein werden. Sie gliedern sich in fachbezogene Fragen und persönliche Fragen. Zwar sind Ihre Qualifikationen, Zeugnisse und Testergebnisse bereits bekannt, doch nun sollen Sie persönlich überzeugen.

  • Wichtiger ist wie Sie sich ausdrücken, als was Sie sagen.
  • Ihre Körpersprache steht im Fokus.
  • Haben Sie Gefühle unter Kontrolle?
  • Sind Sie in der Lage, schnell und präzise zu antworten, oder werden Sie unsicher?
  • Wie verhalten Sie sich, wenn Stressfragen gestellt werden?
  • Verstehen Sie den Inhalt von Fragen schnell?
  • Zeigen Sie, dass Sie motiviert sind?
  • Wie erklären Sie Ihre Schwächen und Lücken im Lebenslauf?
  • Können Sie herüberbringen, dass Ihnen der Beruf bei der Feuerwehr Freude bereitet?
  • Sind Ihre Aussagen zur Teamfähigkeit glaubhaft und plausibel?
  • Ist eine Bereitschaft zur ständigen Weiterbildung vorhanden?
  • Sind Sie lernfähig und besitzen eine gute Auffassungsgabe?

Der Schluss und die Verabschiedung

Am Schluss des Vorstellungsgesprächs erhalten Sie die Gelegenheit, eigene Fragen zu stellen. Diese Chance sollten Sie unbedingt nutzen. Wer anschließend mindestens zwei Fragen stellt, zeigt, dass er interessiert ist. Überlegen Sie sich vorab einige Fragen zum Beruf, zur Dienststelle, zu zukünftigen Teams, zur Ausbildung, zur Karriere und den Chancen. Damit runden Sie den Eindruck positiv ab und erhöhen Ihre Chancen deutlich. Außerdem erhalten Sie auf diese Art weitere relevante Informationen. Bleiben Sie bis zum Schluss bei einer selbstbewussten und ruhigen Körpersprache und Höflichkeit.

 

Wer eine abgeschlossene Berufsausbildung als Feuerwehrmann hat, der hat bei der Feuerwehr auch mit der Zeit die Möglichkeit auf eine höhere Position, beispielsweise als Brandmeister.