Vorstellungsgespräch für die Stelle einer Führungskraft

Aktualisiert am 18. Juni 2020 von Ömer Bekar

Geschäftsleute reden miteinander beim Business Meeting im Konferenzraum
Geschäftsleute reden miteinander beim Business Meeting im Konferenzraum

Im Vorstellungsgespräch zur Besetzung von Führungspositionen werden Bewerber sich oft Führungskräften der jeweiligen Firma gegenübersehen. Es kommt zu einem Bewerbungsgespräch auf Augenhöhe. Können Sie diese Anforderung nicht erfüllen, erweisen Sie eine kaum ausgebildete Führungskompetenz.

Sie müssen rhetorisch gewappnet sein, um souverän und angemessen reagieren zu können. Dabei variieren die Vorstellungen von Führung durchaus. Nur durch eine besonders intensive und gute Vorbereitung können Sie schnell und angemessen auf die fiesesten Fragen antworten. Sie müssen Ihrem zukünftigen Arbeitgeber nicht nur Ihre Kompetenz in einem Lebenslauf darlegen, sondern diese auch mit der Philosophie des Unternehmens abgleichen.

Kompetenzen von Führungskräften

Je nach Größe und Ausrichtung ist für den Job als Führungskraft ein Paket von Kompetenzen erforderlich. Dieses muss jeweils in die Hierarchie der Firma eingebaut werden. Keiner der Kompetenzen darf unterschätzt werden. Niemals darf allerdings die Führungskompetenz fehlen. Dabei darf sich der Bewerber niemals hinter seiner Stellung in der Firma verstecken, wenn Probleme zu bewältigen sind. Wer Führung als Befehl und Gehorsam versteht, wird selten gut aufgenommen. Führung muss mit Inhalt gefüllt werden, um untergeordnete Mitarbeiter motivieren zu können. Führung soll im Unternehmen vorgelebt werden. Allein Anordnungen weiterzugeben, wird dem modernen Verständnis nicht mehr gerecht. Daher muss die Führungskompetenz mit weiteren Aspekten gepaart sein. Wenn Ihre Bewerbung nicht sofort abgelehnt werden soll, müssen Sie folgendes berücksichtigen:

Hier einige der relevanten Fragen die aktuell gestellt werden

Hier einige der relevanten Fragen die aktuell gestellt werden

  1. Fachkompetenz und Branchenkompetenz sind unerlässlich.
  2. Die kommunikative Kompetenz ist evident, um Mitarbeiter zu bewegen.
  3. Ohne eine Lösungskompetenz lassen sich schwere Aufgaben nicht meistern.
  4. Innovative Kompetenz wird besonders in der Industrie gefordert.
  5. Dies trifft auch auf die internationale Kompetenz zu.
  6. Überall wird eine gut ausgebildete unternehmerische Kompetenz erwartet.
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Entscheidend: Als Führungskraft immer souverän bleiben

Im Wandel der Wirtschaft werden sich neue Aufgaben ergeben. Arbeitsweisen sind zu überprüfen. Teams müssen neu zusammengestellt werden. Innovationen müssen erfolgversprechend umgesetzt werden. Dabei sind sowohl die Ziele des Unternehmens wie die der Mitarbeiter zu berücksichtigen. Eine Führungskraft hat in erster Linie die Aufgabe, das Team vorzubereiten, zu überzeugen, zu fordern, zu belohnen, es weiterzubilden und bei Laune zu halten. Das ist Führung im Sinne aller. Als Führungskraft werden Sie im Vorstellungsgespräch Beispiele Ihrer bisherigen Erfolge in Führungspositionen darlegen müssen. Ohne Belege kommen Sie nicht durch. Beschreiben Sie bei Beantwortung jeder Frage stets konkrete Situationen aus Ihrer Vergangenheit. Ein Tipp: Konkrete Beispiele von kritischen Reaktionen der Mitarbeiter und deren Behandlung dürfen dabei nicht fehlen. Gute Führungskräfte behalten das Heft in der Hand, auch wenn Gegenwind aus dem Team kommt. Sie begegnen der Kritik mit Überzeugung und nicht mit Überredung. Nur dann werden neue Mitarbeiter im Team ihr eigenes Potential ausschöpfen können und wollen.

Personaler: Bewerbungsfragen an die Führungskraft

  • Wie haben Sie Mitarbeiter zu mehr Erfolg geführt? Erzählen Sie Ihrem potenziellen Arbeitgeber, wie Sie Gespräche führen, neue Aufgaben erläutern, die Mitarbeiter unterstützen und während der Arbeit begleiten. Machen Sie einen guten ersten Eindruck und erwähnen Sie an einem Beispiel, wie ein Team erfolgreicher geworden ist und seine Bereitschaft zu mehr Leistung gezeigt hat. Erklären Sie, wie Sie auch die größte Herausforderung zusammen gemeistert haben.
  • Wie erkennen Sie Ihre eigene gute Leistung? Eine sehr gute Leistung wird durch mehr Geld in Form von Boni, Provisionen, Belobigungen etc. bescheinigt. Doch sollten Sie sich an konkrete Erfolge orientieren, indem Sie erledigte Aufgaben erwähnen. Wenn Sie lediglich Ihre Boni aufzählen, wird Ihre praktische Arbeit nicht zu beurteilen sein. Ihr zukünftiger Chef möchte erfahren, was Sie konkret unter einer sehr guten eigenen Leistung verstehen.
  • Wie gehen Sie mit Mitarbeitern um, die bisher mäßige Leistungen gezeigt haben? Hier gilt es zu erfahren, was eine mäßige Leistung ist, wie Sie Kritik an Mitarbeitern äußern, wie Sie motivieren können und welche Erfolge Sie mit Ihrem Stil erzielt haben.
  • Welche Schwierigkeiten und Fehler hatten Sie zu erfahren? Indirekt ist damit die Frage verbunden, wie Sie sich als Führungskraft entwickelt haben. Schwierigkeiten können durch mangelnde Vorkenntnisse entstehen, von schlechter Struktur stammen, oder durch schlechte Aufgabenbeschreibungen verursacht werden. Wie haben Sie in solchen schwierigen Situationen gehandelt? Welche Erkenntnisse haben Sie dadurch erlangt? Welche Fehler können Sie nun schneller erkennen und vermeiden?
  • Haben Sie Vorbilder, von denen Sie inspiriert worden sind? Sie werden keine Namen nennen müssen. Es reicht aus, Ihrem neuen Arbeitgeber Ihre Vorstellung von einem guten Führungsstil zu beschreiben. Beschreiben Sie, welche Aspekte eines Top-Managers für Sie wichtig sind, um sehr gut führen zu können. Ihre Freiheiten, die betrieblichen Strukturen, Ihre Selbstständigkeiten und Verantwortungen sind einige Aspekte, die interessieren.
  • Welche Ziele möchten Sie kurzfristig und mittelfristig erreichen? Hierbei werden Ihre persönlichen Ziele angesprochen. Wie möchten Sie arbeiten? Welche Kompetenzen möchten Sie erhalten? Welche Positionen streben Sie an? Haben Sie einen Plan für Ihr Engagement? Welche Fähigkeiten können Sie dabei einsetzen? Welche Erfahrungen bringen Sie ein?
  • Wie werden Ihre zukünftigen Mitarbeiter von Ihnen profitieren können? Vorsicht, hier kann ein Bewerber leicht als arrogant erscheinen, wenn er zu sehr aufträgt. Vermeiden Sie daher, konkrete Aspekte anzusprechen und betonen Ihre Stärken und persönlichen Eigenschaften sowie Soft Skills, also soziale Kompetenzen.
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Es schließen sich fast immer typische Fragen an, die eher theoretischer Natur sind. Diese sollten Sie kennen. Auch hier werden Ihre persönlichen Stärken und Einstellungen betroffen sein. Hierbei können Sie Ihre rhetorischen Fähigkeiten und Ihr Wissen einbringen. Hier die wichtigsten Punkte:

  • Haben Sie einmal Regeln gebrochen, und wenn ja warum? Hat die Firma dadurch Gewinn erlebt? Nennen Sie Beispiele.
  • Sind Sie beruflich integer und loyal? Indirekt wird hierbei nach Ihren Werten als Mensch gefragt.
  • Welche Erwartungen stellen Sie an unsere Firma? Antworten Sie hier sehr konkret, ohne die Erwartungen zu überdehnen. Begründen Sie Ihre Aussagen intensiv, da von Ihnen Ihr Ziel abgefragt wird. Es wird versucht zu verstehen, ob Sie zur Firma passen.
  • Erkennen Sie bereits heute Schwächen in unserer Firma, die Sie abstellen können? Erwähnen Sie nur Aspekte, die tatsächlich zu erkennen sind, und für die Sie Lösungen parat haben. Beweisen Sie Ihre Fähigkeit zur Analyse, indem Sie Probleme erfassen, erläutern und Lösungswege aufzeichnen.

Rechnen Sie mit weiteren Fragen zur Branche und zum Unternehmen, auf die Sie eine Antwort parat haben müssen. Versuchen Sie Fragen aus der Stellenbeschreibung und den Informationen zu entwickeln, die Sie gesammelt haben. So vorbereitet, können Sie auf alle Fragen schnell und sehr konkret antworten und sich präsentieren, wie es Ihnen beliebt. Auf diese Weise haben Sie gute Chancen auf ein zweites Gespräch und damit auch auf den Job.

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