Industriekauffrau im Büro

Industriekauffrau im Büro

Wenn von einem Universalkaufmann gesprochen wird, so ist in der modernen Gesellschaft die Rede vom Industriekaufmann oder der Industriekauffrau. Dies hat dazu geführt, dass dieser Beruf äußerst begehrt wird, wenn die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen zugrunde gelegt wird. Eine Industriekauffrau kauft Waren und Produkte, verhandelt Preise, vertreibt hergestellte Produkte, ist Profi im Umgang mit Kunden und ist für das Personal zuständig. Etwa 50.000 Ausbildungen werden in diesen Beruf pro Jahr in Deutschland begonnen. Diese Zahl ist unabhängig von der Branche und dem Bereich – die Auswahl an Ausbildungsberufen ist groß. Die Industriekauffrau steht immer mit der Produktion und dem Verkauf in Verbindung und ist überall einsatzbereit. Sie ist auch die Lösung für viele Probleme der Geschäftsleitung. Hier versuchen wir Ihnen alle möglichen Fragen rund um den Beruf zu beantworten.

Ein Beruf für alle Branchen

Wenn Sie von einem Unternehmen zu einem ersten Gespräch eingeladen werden, sollten Sie vor Selbstbewusstsein nur so strotzen. Als Industriekauffrau oder Industriekaufmann können Sie auf eine sehr breit angelegte Ausbildung zurückschauen, die es Ihnen erlaubt, sich frei eine Branche Ihrer Wahl auszusuchen. Denn das Berufsbild der Industriekaufleute ist ebenso vielfältig. Sollte Ihre Ausbildung nicht zu spezifiziert abgelaufen sein, müssen Sie sich zwar später spezialisieren, sind hingegen überall einsatzfähig. Die Vorteile des großen Angebots sind zahlreich.

  1. Potentiell können Sie allgemein überall arbeiten.
  2. Sie müssen sich bei Beginn der Ausbildung noch nicht auf eine Branche festlegen.
  3. Jederzeit können Sie die Branche wechseln.
  4. Arbeitslosigkeit droht selten, da Ihnen die gesamte Industrie offensteht.
  5. Die Bezahlung liegt über dem deutschen Durchschnitt.
  6. Mit erweitertem Wissen durch Weiterbildungen kann eine sehr interessante Karriere gestartet werden.
  7. Der Einstieg ist mit mittlerem Schulbildungsabschluss möglich.

Eine Spezialisierung können Sie auch später durch Weiterbildung durchführen. Sie müssen Sich also erst vergleichsweise spät entscheiden, in welche Richtung Sie marschieren möchten. Auch ist eine Umorientierung niemals ausgeschlossen. Dies ist allerdings abhängig von Ihren Fähigkeiten in fachlicher wie persönlicher Art. Im Grunde steht Ihre Motivation im Zentrum und sollte daher sowohl in der Bewerbung als auch im Gespräch zentral angelegt und verdeutlicht werden.

Stellenanzeigen für die Industriekaufleute

Ein Tipp: Orientieren Sie sich bei der Suche nach einer neuen Stelle auch an den Inhalten der Ausbildung. Oft werden freie Stellen online mit unterschiedlichen Titeln veröffentlicht.

  1. Materialwirtschaft – Prüfung von Waren und Verhandlungen mit Lieferanten
  2. Finanzwirtschaft und Rechnungswesen – Buchhaltung und Buchführung
  3. Personalabteilung – Tarifrecht, Urlaubsbearbeitung, Krankenbearbeitung, Einstellung
  4. Vertrieb – Verkaufsverhandlung, Kalkulation, Preisbestimmung

Daraus ergeben sich automatisch persönliche und fachliche Voraussetzungen, die zu erbringen sind. Stellen Sie sich bei einem Bewerbungsgespräch auf konkrete Fragen ein, die als Test aufgefasst werden können. Besonders wenn sich junge und noch wenig erfahrene Kauffrauen direkt nach der Berufsschule bewerben, werden Ihre Fähigkeiten meist mit einem Einstellungstest überprüft. An dieser Stelle hilft eine gezielte Vorbereitung.

  1. Kaufmännisches Rechnen muss beherrscht werden.
  2. Berechnung von Zinsen mit Dreisatz muss schnell möglich sein.
  3. Kenntnisse des Einkaufs werden vorausgesetzt.
  4. Im Marketing werden Kenntnisse im Absatz und Werbung erwartet.
  5. Im Rechnungswesen sollte die übliche Kontoführung beherrscht werden.
  6. Alle üblichen Office-Programme der Industrie müssen bekannt sein.

Bei einer Bewerbung auf einen Ausbildungsplatz werden daher wie in der Schule schriftliche Eignungstests in Mathematik, Deutsch und Themen der Wirtschaft im Mittelpunkt stehen, die mit einem sehr guten Realschulabschluss bewältigt werden können. Anders ist dies bei einer dualen Ausbildung, da man für ein Studium das Abitur in der Tasche haben muss. Lesen Sie in jedem Fall die Stellenanzeige sehr gründlich durch. So erfahren Sie, ob die mittlere Reife ausreichend ist. Sie erhalten dabei zudem meist sehr viele Detailkenntnisse über die freie Stelle. Bereiten Sie sich danach spezifisch auf die zu erwartenden Tätigkeiten vor, indem Sie die dabei notwendigen Kenntnisse noch einmal auffrischen und kontrollieren. Orientieren Sie sich bei dem Schreiben Ihres Bewerbungsschreibens ruhig an Vorlagen aus dem Internet, bekunden Sie in einem angemessenen Maße Ihr Interesse an der Stelle und richten Sie am Ende die obligatorischen „freundlichen Grüße“ aus – dann ist eine Einladung zum Vorstellungsgespräch möglich.

Auftreten im Vorstellungsgespräch

Ausbildung Industriekauffrau

Ausbildung Industriekauffrau

Erscheinen Sie pünktlich zum Termin. Sorgen Sie dafür, dass Sie sich kurz vor Beginn des Vorstellungsgesprächs noch einmal frischmachen können. So erscheinen Sie korrekt und ruhig und werden Ihre Nervosität schnell verdrängen können. Beachten Sie einfach die folgenden Hinweise:

  • Erscheinen Sie in einem modernen aber sachlichen Outfit. Für Frauen eignen sich Blazer mit nicht zu kurzem Rock und für Männer ist ein weißes Hemd mit Hose ideal.
  • Passende Schuhe besitzen lieber keine allzu hohen Absätze.
  • Ihre Schminke ist dezent aufgetragen, wie der Schmuck zurückhaltend eingesetzt wird. Sie sollten nicht komplett anders aussehen, als auf dem Foto, mit dem Sie sich beworben haben.
  • Gehen Sie selbstbewusst auf die Personaler zu und reichen die Hand zur Begrüßung.
  • Nehmen Sie im Sitzen eine gerade Körperhaltung ein. Sie wirken dadurch ruhig und selbstbewusst.
  • Vermeiden Sie auffällige und hektische Gesten, wie auch die Mimik sparsam eingesetzt wird.
  • Freundliches Lächeln und stetiger Blickkontakt begleiten Ihr Auftreten. Sie strahlen aus, dass Sie sich über die Möglichkeit da zu sein, freuen – egal, ob Sie sich um eine Ausbildungsstelle, einen Job oder ein Praktikum bewerben.
  • Mit einer gewählten Wortwahl beweisen Sie Ihr Einsatzvermögen und machen sich dem Arbeitgeber gegenüber für Führungsaufgaben in der Firma interessant.

Fragen im Vorstellungsgespräch

Zunächst werden Ihnen in fast allen Fällen fachlich bezogene Fragen gestellt. Alle mit der Stelle verbundenen Arbeiten werden angesprochen. Sie sollten in Ihrer Vorbereitung diese Fragen bereits für sich beantwortet haben. Dann können Sie nun schnell und frei antworten, ohne eine Verunsicherung zeigen zu müssen. Belegen Sie Ihre Äußerungen nach Möglichkeit mit Beispielen aus Ihrer Erfahrung. Ihre Antwort sollte stets kurz aber präzise ausfallen. Üben Sie vorher, eine Antwort so kurz zu formulieren, dass nur wenige Worte benötigt werden, ohne den Inhalt zu verringern. Je kürzer und genauer die Antwort dauert, umso souveräner ist Ihr Auftreten. Wenn Sie wenig Erfahrung mit Vorstellungsgesprächen haben, kann es helfen bei der Vorbereitung ein Video von sich selbst zu machen, in dem Ihnen jemand Fragen stellt, die Sie beantworten. So können Sie selber sehen wie Sie wirken. Der Personaler wird den Eindruck erhalten, Sie wissen wovon Sie reden. Fragen persönlicher Art sind sehr wichtig. Sie zeigen dem Personaler, welches Potential in Ihnen steckt und führen vielleicht vor Ihren Mitbewerbern. Besonders wenn Auszubildende gesucht werden, die an vielen Positionen eingesetzt werden können, sind Eigenschaften wie Stressresistenz, Kommunikationsstärke, Organisationstalent und Selbstbewusstsein gefragt. Außerdem erhöhen Sie Ihre Chance auf eine Stelle als Führungskraft, indem Sie Ihre Stärken direkt präsentieren und auch Schwächen offen ansprechen. Verzichten Sie niemals auf eigene Fragen. Wenn Sie präzise Fragen zum Team zur Gestaltung der Stelle und den Weiterbildungsmöglichkeiten nachfragen, werden Sie Ihre Motivation belegen und sich als Mitarbeiter für weitere Aufgaben im Betrieb interessant machen. Der Personaler wird dadurch möglicherweise erkennen, dass Sie zu dem Unternehmen passen. Auch sollten Sie darauf vorbereitet sein, dass Fragen zum Allgemeinwissen gestellt werden und vorher genug üben, um die Antworten zu kennen.

Letztendlich müssen angehende Industriekaufleute fit im logischen Denken sein, mit Computern umgehen können, Verantwortung übernehmen, sich sowohl schriftlich und mündlich gut ausdrücken können und einfach großes Interesse an kaufmännischen Berufen haben. Eine überzeugende Bewerbung mit einem ersichtlichen Lebenslauf und einem freundlichen Anschreiben ist der Schlüssel zum Vorstellungsgespräch. Wer das Glück hat, eingeladen zu werden, kann mit Hilfe unserer Tipps und Informationen bestimmt im nächsten Vorstellungsgespräch von sich überzeugen.