Vorstellungsgespräch für ein Praktikum

Aktualisiert am 18. Juni 2020 von Ömer Bekar

Praktikant in der Industrie
Praktikant in der Industrie

Nach der Ausbildung oder dem Studium kommt nicht selten die Phase des Praktikums. Ob ein Praktikum sinnvoll ist, oder ob es von vielen Arbeitgebern lediglich angeboten wird, um Kosten zu sparen, ist ebenso müßig wie nicht allgemein zu beantworten.

In jedem Fall stellt es ein Zwischenstadium zwischen der festen Einstellung und der Ausbildung dar. Vernünftig angewendet ist ein Praktikum eine zusätzliche Ausbildungszeit. Ein Tipp: Mit Praktika bei angesehenen Firmen kann sogar leichter eine feste Anstellung erzielt werden. Daher sind diese Stellen sehr begehrt und werden wie Festanstellungen beworben.

Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

Ob es sich um ein bezahltes oder unbezahltes Praktikum handelt, ist nebensächlich, da es sich tatsächlich um eine Anstellung handelt, die lediglich unterbezahlt ist. Arbeitgeber suchen auch hierbei nur Kandidaten, die dem Unternehmen einen Gewinn versprechen. Nur, dass von Seiten des Personaler noch keine Perfektion erwartet wird. Die Bewerbung nimmt daher den gleichen Verlauf, wie er bei der Stellensuche üblich ist, ebenso wie das Bewerbungsgespräch.

Hier einige der relevanten Fragen die aktuell gestellt werden

Hier einige der relevanten Fragen die aktuell gestellt werden

  1. Einreichung der üblichen Unterlagen
  2. Recherche über das Unternehmen. Bei dieser Gelegenheit kann auch erkundet werden, ob nach Beendigung des Praktikums eine Festanstellung zu erwarten ist.
  3. Lebenslauf und Anschreiben sollten präsent sein, um bei Nachfragen keine Ungereimtheiten auftreten zu lassen. Also haben Sie diese Dokumente nicht nur online, sondern auch ausgedruckt parat.
  4. Der Weg zum Vorstellungstermin kann vorher gründlich geplant werden, um pünktlich zu erscheinen.
  5. Eine angemessene Kleidung ist für das Gespräch zu wählen. Ein Anzug ist vielleicht etwas übertrieben, aber eine Bluse, beziehungsweise ein Hemd und eine schwarze Hose wären angebracht.
  6. Angekommen muss für innere Ruhe gesorgt werden, um die Nervosität zu mildern. Konzentrieren Sie sich auf eine gerade Körperhaltung und nur dezent eingesetzte Gestik.
  7. Alle typischen Fragen sollten zuvor durchgegangen werden, um passende Antworten parat zu haben.
  8. Üben Sie auch, immer kurz zu antworten und schnell auf den Punkt zu kommen.
  9. Es ist immer ein Blickkontakt aufzunehmen. Wer unsicher ist, sollte dies üben.
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Es gelten die gleichen Regeln, die von Vorstellungsgesprächen auf Stellenanzeigen üblich sind. Unternehmen suchen zwar auch Kandidaten, deren Ausbildung noch ausgebaut werden muss (wie es bei Schülern der Fall ist), werden aber immer die Interessen der Firma vertreten. Sie müssen sich gewinnbringend einbringen, oder dies durch Engagement für die Zukunft gewährleisten. Infografik: Fast drei Viertel der Unternehmen wollen Praktikanten keinen Mindestlohn zahlen | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Fragen vor dem Praktikum

Da Praktikanten noch als nicht komplett ausgebildet gelten, werden die Fragen nach den Qualifikationen weniger streng sein. Sehr wichtig sind Fragen nach der Person. Ohnehin kennt das Unternehmen die Qualifikationen und Fähigkeiten fachlicher Art bereits aus dem Bewerbungsschreiben. Immer wieder begegnen Praktikanten folgende Fragen und Themen, bei denen sich eine gute Vorbereitung lohnt:

  • Beschreibung des Werdegangs
  • Warum haben Sie sich dafür entschieden, sich in unserem Unternehmen für einen Job zu bewerben?
  • Kennen Sie die Philosophie und die Ausrichtung unserer Firma?
  • Was bedeutet ein Praktikum für Sie?
  • Warum sollten wir genau sie wählen?
  • Welche persönlichen Erfolge haben Sie bisher erzielt?
  • In welchen Bereichen/Schulfächern/Studiengängen hatten/ haben Sie besonders viel Vergnügen?
  • Bericht über die Zusammenarbeit mit anderen Auszubildenden/Studenten/Meistern und Dozenten.
  • Haben Sie bereits Praktika absolviert?
  • Welche beruflichen Erfahrungen besitzen Sie?
  • Beschreibung konkreter Aufgaben
  • Beschreibung der Kenntnisse, die in der zukünftigen Abteilung gefordert werden
  • Welche beruflichen Ziele haben Sie?
  • Wie gehen Sie vor, wenn ein Mitarbeiter ihrer Meinung nach nicht gut arbeitet?
  • Wie verhalten Sie sich, wenn eine zugesagte Arbeit nicht erledigt wurde?
  • Welchem Ziel dient dieses Praktikum?
  • Was erwarten Sie von unserer Firma für sich?
  • Fragen nach Stärken und Schwächen
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Die besten Antworten sind immer ehrliche Antworten. Überlegen Sie sich im Vorfeld mögliche Antworten darauf, somit wirken Sie im persönlichen Gespräch weniger nervös. Sie werden merken, dass Sie nach einiger Zeit ruhiger werden und letztendlich auch instinktiv wissen, was Sie sagen sollten. Das hinterlässt ganz sicher einen guten ersten Eindruck.

Eigene Fragen im Vorstellungsgespräch

Auch wenn Praktikanten nicht oft in eine Festanstellung übernommen werden, wird dennoch intensiv geforscht, ob diese Möglichkeit infrage kommt. Die Einstellung von Praktikanten dient dem Interesse von Firmen. Sie erwarten, dass Praktikanten sich so einarbeiten, dass sie eine vollwertige Arbeitskraft werden und ihren Beitrag innerhalb der Firma leisten. Wird ein Praktikum nur als Sprungbrett benutzt, sinken die Chancen. Es wird daher besonders nach der Motivation der Bewerber gefragt. Diese können Bewerber besonders wirksam durch eigene Fragen belegen. Dazu besteht meist am Ende des Vorstellungsgesprächs die Möglichkeit. Überlegen Sie sich Fragen, die Interesse wecken, spannend sind und Ihre Bereitschaft zur Arbeit und Weiterbildung verdeutlichen, unabhängig von Ihrer Position im Unternehmen.

Mögliche Beispiele sind:

  • Fragen Sie Ihr Gegenüber nach Möglichkeiten Aufgaben selbstständig zu erledigen, oder Projekte bis zum erfolgreichen Ende begleiten zu dürfen.
  • Fragen Sie nach Daten oder Unterlagen, mit denen Sie sich vor Antritt des Praktikums vorbereiten können.
  • Erkundigen Sie sich nach erwünschten Verbesserungen Ihrer Qualifikationen, die noch kurzfristig optimiert werden können.
  • Fragen Sie nach Chancen auf spätere Übernahme.
  • Fragen nach einem üblichen Arbeitstag.
  • Fragen Sie auch nach anderen Abteilungen, die für Sie interessant werden könnten.
  • Fragen Sie nach allen möglichen Aufgaben, die gestellt werden könnten.
  • Erst am Ende sollte die Frage nach Bezahlung erfolgen. Achten Sie darauf nicht unhöflich zu klingen.
  • Verhandeln Sie durchaus hart, da Sie dabei Ihr Interesse bekunden. Dies ist allerdings nur möglich, wenn Sie hinreichende Fähigkeiten aufweisen können. Eine Gehaltsforderung muss begründet werden.
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Auch wenn Sie eigentlich eher nicht erwarten, entlohnt zu werden, wird Ihnen die Frage nach Bezahlung nicht schaden. Kein Mensch möchte unentgeltlich arbeiten, das weiß Ihr potenzieller Arbeitgeber. Außerdem fordern nur Mitarbeiter mehr Gehalt, die auch eine entsprechende Leistung dagegenstellen können. Zeigen Sie an einer passenden Stelle, dass Sie selbstbewusst und vorbereitet sind und sich einbringen wollen. Nur weil Sie noch jung sind, sind Sie kein Kind mehr. Im Gegenteil: Sie lernen schnell, überzeugen durch Ihr Engagement, was Ihre Bemühungen für ein Schülerpraktikum beweisen. Kurzum: Sie verdienen Anerkennung von anderen Menschen und werden den neuen Job bestimmt bekommen. Das ist die beste Möglichkeit ein Berufsfeld erst einmal kennenzulernen und bietet ein geeignetes Forum für all Ihre Fragen.

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