Schuhe sind ein wichtiger Bestandteil des Outfits – was viele Bewerber unterschätzen. Sie sollten in Farbe und Form zur übrigen Kleidung passen. Eine dunkle Hose mit bunten Sportschuhen mag in der Freizeit funktionieren, zu einem Vorstellungsgespräch passt sie nicht.
Personaler achten darauf genauer, als die meisten vermuten. Welche zehn Regeln immer gelten, was in welcher Branche erlaubt ist, wie neuwertig das Paar sein muss und welche Modelle gar nicht infrage kommen – darum geht es hier.
10 Tipps für die Wahl der Schuhe
Sehen Sie bei einer Auswahl die Schuhe niemals als nebensächlich an, da Personaler auf jedes Detail achten. Je nach Branche und Position wird der Blick strenger oder liberaler ausfallen. Wer sich strengen Regeln beugt, wird jedoch kaum danebenliegen können.
- Die Stellenanzeige ist die Grundlage
Stellen Sie die Kleidung so zusammen, dass die ausgeschrieben Stelle und die Firma damit im Berufsalltag zufrieden sein werden. Berücksichtigen Sie die Position, die Sie anstreben. Schuhe, die nicht ins Bild passen, sind ein Makel. - Kombination mit Kleidung
Kombinieren Sie die Schuhe immer passend zu Hose, zum Anzug etc. Zu dunklen Hosen und Röcken passen niemals helle Schuhe. Zu einem seriösen Auftritt passen keine Lackschuhe in Krokodil Leder und auch keine Highheels. Schuhe sind ideal, wenn sie kaum auffallen. - Farbauswahl
Generell sind schwarze oder braune Schuhe, soweit sie zum Outfit passen, die perfekte Wahl. Mit diesen Farben wird Seriosität signalisiert. Abweichungen sind bei Frauen möglich, wenn etwa zu einem blauen Kostüm passende blaue Schuhe vorhanden sind. Tabu sollten alle grellen Farben sein. Die Farbe der Schuhe sollte so gewählt werden, dass diese nicht betont werden. - Hohe Absätze sind ein No-Go
Dieser Punkt betrifft Frauen, die gerne mit hohen Pfennigabsätzen gehen. Im Vorstellungsgespräch sind diese Schuhe oder Stiefel ungeeignet, wenn Sie seriös wirken wollen. Schuhe dieser Art sind ausschließlich für Freizeitvergnügen angesagt. 5 cm sind beim Absatz als Maximum anzusetzen. - Keine auffälligen Sohlen
Beliebt sind in der Freizeit Schuhe mit Plateausohlen und anderen außergewöhnlichen Formen. Auch hier gilt, dass dies in der Freizeit geht, aber nicht zur Vorstellung. Nur wenn sich in der Modebranche beworben wird, muss eine Ausnahme gemacht werden. - Nur geschlossene Schuhe benutzen
Alle Formen offener Schuhe sollten aus Gründen der Seriosität vermieden werden. Offene Schuhe signalisieren Freizeit aber nicht Ernsthaftigkeit. Sandalen, Flip-Flops etc. bleiben also im Schuhschrank versperrt. - Legeres Schuhwerk bleibt zuhause
Ebenso sollte auf Schuhwerk verzichtet werden, das legere Haltung bringt. Mokassins, Ballerina etc. sind Freizeitschuhe, die nicht zur Vorführung geschäftlicher Art taugen. - Erotische Ausstrahlung ist Tabu
Sex und Erotik gehören nicht in das Vorstellungsgespräch, wenn nicht eine Erotikbranche das Ziel ist. Demnach tragen Sie keine Stiefel mit sehr hohem Schaft, der über die Knöchel hinausreicht. Auch Materialien wie Lack und Latex sind ungeeignet. Wenn Sie ein seriöses Bild abgeben möchten, müssen Sie auf diese Schuhe verzichten. - Neuwertige Schuhe
Benutzen Sie nicht das älteste und am meisten getragene Paar Schuhe. Schuhe mit vielen Gebrauchsspuren bleiben im Schrank. Sie möchten sich von Ihrer besten Seite zeigen, also müssen Sie auch die besten Schuhe anziehen. - Schuhe immer frisch geputzt anziehen
Ebenso wenig geeignet sind verunreinigte Schuhe. Putzen Sie das Paar am Abend zuvor, um absolut saubere Schuhe zu tragen. Sollten sich die Schuhe auf dem Weg bis zur Firma verschmutzen, sorgen Sie vor und nehmen einen Putzlappen und ein wenig Schuhputzmittel mit.
Schuhe und Branche sind ein Paket

Pumps sind ideal im Vorstellungsgespräch
Wie streng die Regeln ausfallen, hängt vom Umfeld ab. Bei Versicherungen, Banken und in der öffentlichen Verwaltung herrschen konservative Sichtweisen vor – dort führt kaum ein Weg am klassischen Lederschuh vorbei. Für Damen sind Pumps die sichere Wahl, für Herren der schlichte Halbschuh. Stiefeletten sind bei Damen vertretbar, solange der Schaft flach bleibt.
In der Mode-, Werbe- oder Kreativbranche haben Sie mehr Spielraum. Dort kann ein zu steifes Auftreten sogar unpassend wirken. Ein Blick auf die Website des Unternehmens hilft: Fotos vom Team verraten meist zuverlässiger als jede Stellenanzeige, was dort üblich ist.
Ein Hinweis zur Reihenfolge: Wählen Sie die Schuhe immer zuletzt aus, also erst wenn Hose, Rock, Sakko oder Blazer feststehen. So ordnen sie sich dem Gesamtbild unter, statt es zu bestimmen.
Neue oder gebrauchte Schuhe? Wann geht beides?
Neue Schuhe haben den Vorteil, dass Sie sie gezielt zum Outfit aussuchen können. Nehmen Sie die ausgewählte Kleidung zum Kauf am besten gleich mit – im Laden zeigt sich schnell, ob Farbe und Form wirklich zusammenpassen.
Gebrauchte Schuhe gehen immer dann, wenn sie noch neuwertig wirken. Prüfen Sie das Oberleder: Es sollte keine deutlichen Falten geworfen haben und keine sichtbaren Spuren von Wettereinflüssen zeigen. Sind Sohle und Absatz intakt, lässt sich ein getragenes Paar mit den passenden Pflegemitteln erstaunlich gut auffrischen.
Ein Nachteil ganz neuer Schuhe: Sie sind nicht eingelaufen. Tragen Sie das Paar vorher ein paar Stunden zu Hause, damit Sie im Gespräch nicht mit Blasen kämpfen. Und für die Anfahrt lohnt ein einfacher Kniff – ziehen Sie die guten Schuhe erst kurz vor dem Betreten der Firma an. Das erspart Ihnen Regenränder, Streusalz und Schäden unterwegs.
Diese Schuhe bleiben immer außerhalb eines Vorstellungsgesprächs
Sportschuhe, Sandalen, Stiefel, Cowboystiefel, Ballerinas, hochhackige Schuhe, offene und hinten offene Schuhe, Mokassins, Pantoletten, Schuhe in grellen Farben, bunt gemusterte Modelle und alles mit außergewöhnlichen Formteilen.
Der letzte Check vor dem Losgehen
Wenn Sie unsicher sind, lässt sich in jedem guten Schuhgeschäft eine seriöse Beratung einholen. Auch der Blick in Modekataloge oder auf Seiten mit Stilberatung hilft weiter, weil dort Beispiele mit Fotos gezeigt werden.
Betrachten Sie das fertige Outfit vor dem Losgehen komplett im Spiegel und gehen Sie diese Fragen durch:
- Passen Schuhe, Hose oder Rock, Jacke, Oberteil und Frisur zueinander?
- Ist alles sauber, glatt und frisch?
- Habe ich etwas zur Reinigung eingesteckt, falls unterwegs ein Malheur passiert?
- Was sagen Freunde oder Familie zu der Kombination?
- Habe ich eine Alternative in Reserve – oder sogar ein zweites Paar Schuhe dabei?


