Was nehme ich mit zum VorstellungsgesprächWenn Sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen sind, möchten Sie sich möglichst gut vorbereiten. Was aber sollten Sie mitnehmen? Reicht die Einladung zum Bewerbungsgespräch? Und darf man sich Notizen zum Gespräch mitbringen oder sieht das unprofessionell aus?

Herzlichen Glückwunsch, offenbar konnten Sie mit Ihrem Anschreiben punkten und sind in die nächste Bewerbungsrunde gekommen. Wer zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen ist, möchte einen möglichst professionellen Eindruck machen. Zur guten Vorbereitung gehört auch die Frage: Was nehme ich mit? Sachliche Unterlagen wie z.B. die Bachelor-Arbeit oder Zeugniskopien brauchen Sie nicht mitnehmen. Alles was der Arbeitgeber braucht, hat er in Ihrer Bewerbung (wenn sie vollständig ist – fehlende Unterlagen müssen Sie natürlich zeitnah nachreichen). An folgende Unterlagen sollten Sie aber zusätzlich denken:

Das Einladungsschreiben des Betriebs

Sie wissen den Namen des Gesprächspartners nicht mehr und die Dame vom Empfang telefoniert sich quer durch die Personalabteilung, um den richtigen zu finden. Dieser peinliche Beginn ist ein No-Go, das sich ganz einfach vermeiden lässt, wenn man das Einladungsschreiben dabei hat und sich vor der Tür noch mal kurz anschaut. Eine Karteikarte mit den wichtigsten Daten wie der Adresse und Telefonnummer des Unternehmens, dem Namen des Ansprechpartners und der Uhrzeit des Vorstellungsgesprächs passt in jede Hosentasche und verhindert Verwirrungen. Vorbereitung ist in diesem Kontext oft schon die halbe Miete, denn es wird vorausgesetzt, dass Sie das Unternehmen kennen, in dem Sie arbeiten wollen. Manche Unternehmen sind außerdem sehr aktiv auf ihren Social Media Kanälen. Wenn Sie wissen möchten wie das Unternehmen tickt, lohnt sich oft ein Blick darauf.

Die Stellenanzeige

Wahrscheinlich haben Sie sich nicht nur bei einem Arbeitgeber beworben. Da kann es schon mal zu Verwechslungen bezüglich der Positionsbezeichnung oder den gewünschten Anforderungen kommen. Um das zu vermeiden, sollten Sie sich auch die Stellenbezeichnung vor dem Gespräch ausdrucken oder auf der empfohlenen Karteikarte notieren und genau anschauen. Spricht der Personaler gewünschte Anforderungen an, die in der Stellenanzeige nicht angegeben waren, können Sie sich mit Ihren Ausführungen direkt auf die Anzeige beziehen.

Kopien der Bewerbungsunterlagen

Obwohl Sie bereits Ihre Bewerbungsunterlagen eingesandt haben, sollten Sie eine weitere Kopie unbedingt mit ins Vorstellungsgespräch mitnehmen, um so bei Nachfragen auf einzelne Daten in Ihrem Lebenslauf oder in Ihren Arbeitszeugnissen verweisen zu können. Diese können Sie in einer Art Bewerbungsmappe mit sich führen. Wenn Ihr Gesprächspartner gerne ein Detail zu Ihrem Lebenslauf wissen möchte, entlasten Sie so Ihr eigenes Gedächtnis. Sie können den betreffenden Teil Ihrer Unterlagen auf den Tisch legen und bei Fragen sagen: „Hier in meinem Lebenslauf habe ich angegeben, dass…“. Achten Sie allerdings darauf, dass Ihre Unterlagen nicht zerknittert sind oder Kaffeeflecke aufweisen. Das macht keinen guten Eindruck!

Liste der für Sie wichtigen Fragen

Ein wichtiger Tipp vorweg: Überlegen Sie sich im Voraus sinnvolle eigene Fragen zum Unternehmen und zur Stelle. Ganz wichtig: Stellen Sie nur Fragen, die Sie auch wirklich interessieren! Sie sollten keine typischen Fragen aus Bewerbungsratgebern übernehmen, nur um möglichst viele Fragen zu stellen. Es geht darum, die für Sie wichtigen Fakten zu erörtern, ohne den Personaler oder Geschäftsführer mit wahllosen Fragen zu bombardieren. Während des Gesprächs können Sie Ihre Fragen vor sich auf den Tisch legen und mal einen Blick darauf werfen. Sie sollten sich die Fragen aber bereits einige Zeit vorher genau anschauen, damit Sie nicht stur ablesen müssen. Sollten Sich während der Ausführungen Ihres Gesprächspartners weitere Fragen zu neuen Themen ergeben, notieren Sie sich die Fragen ruhig und stellen Sie sie dann, wenn Ihnen der Gastgeber Gelegenheit dazu gibt.

Notizen zur Verkehrsverbindung, eine Anfahrtsskizze, einen Lageplan

Wählen Sie eine Route, ob per Auto oder per Bahn, die Ihnen zeitlichen Spielraum bietet, so dass Sie eher zu früh als exakt auf die Minute bei dem Unternehmen erscheinen, bei dem Sie Ihr Vorstellungsgespräch haben. Wenn Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, kaufen Sie

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Fahrscheine wenn möglich schon vorher. Sollten Sie in einen unvorhergesehenen Stau geraten oder die Bahn mit Verspätung am Ziel ankommen, sollten Sie sofort im Unternehmen anrufen und die Sekretärin oder den Personaler persönlich über die Verspätung informieren. Recherchieren Sie (gerade bei größeren Unternehmen) den Lageplan und planen Sie längere Fußwege auf dem Unternehmensgelände ein.

Fahrschein, Geld, Handy, Taschentücher und etwas Verpflegung

Es klingt banal, aber so manches Gespräch ist schon gescheitert bevor es überhaupt angefangen hat. Zum Beispiel wenn der Bewerber das Portemonnaie zu Hause vergessen hat, keine Fahrkarte kaufen kann und dadurch zu spät kommt. Machen Sie sich daher eine Liste mit den wichtigen Dingen, die Sie zum Vorstellungsgespräch mitnehmen wollen. Ihnen wird zwar mit hoher Wahrscheinlichkeit im Gespräch etwas zu trinken angeboten, aber möglicherweise möchten Sie bereits im Vorfeld einen Schluck Wasser trinken. Ein knurrender Magen wirkt ebenso störend und hemmt Ihre Konzentrationsfähigkeit, daher ist es durchaus legitim einen Snack mitzunehmen, solange Sie diesen nicht während des Gesprächs essen oder besonders unangenehm danach riechen. Sorgen Sie einfach dafür, dass es Ihnen gut geht, damit Sie möglichst entspannt sind und sich voll auf Ihr Gegenüber fokussieren können.

Stift und Schreibblock

Scheuen Sie sich nicht, während des Gesprächs Notizen zu machen, z.B. wenn Ihnen zwischendurch eine Frage einfällt. Sie sollten natürlich nicht zu viel mitschreiben, denn Blickkontakt während des Gesprächs ist sehr wichtig. Dennoch ist es kein Fehler sich eine Gedankenstütze für wichtige Informationen zuzulegen, damit vermitteln Sie zudem einen interessierten Eindruck.

Make-Up

Natürlich sollten Sie sich auf keinen Fall in den Sanitäranlagen der Firma komplett schminken, aber wenn Sie sich kurz vor dem Gespräch noch schnell frisch machen und Ihr bestehendes Make-Up überprüfen, verleiht Ihnen das vielleicht Sicherheit.

 

Zeigen Sie sich von Ihrer besten Seite, indem Sie beweisen, dass Sie sich organisieren können – diese Fähigkeit ist eigentlich für jeden Beruf relevant. Damit tun Sie in erster Linie sich selbst einen großen Gefallen und werden Ihr Vorstellungsgespräch erfolgreich meistern und Ihren neuen Arbeitgeber überzeugen. Alleine das verschafft Ihnen einen Vorteil gegenüber anderen Bewerbern.