Vorstellungszeit im Durchschnitt

Vorstellungszeit im Durchschnitt

Vorstellungsgespräche verlaufen meist nach einem festen Muster ab. Auch wenn Unternehmen ihre spezielle Art der Befragung entwickelt haben, halten sie sich an festen Mustern, die auch in anderen Firmen auftauchen. Daher ist ein Vorstellungsgespräch einfach zu strukturieren. Abweichungen sind möglich und normal. Dabei gilt, dass die angestrebte Dauer im Bereich zwischen 30 Minuten und einer Stunde liegt. Die Länge ist abhängig von der Anzahl der Fragen, dem Anteil der offenen Fragen und der Ausführlichkeit der Antworten. Je intensiver Personaler nachfragen, wenn es um Beispiele der Arbeit geht, umso interessierter ist er an Ihrer Leistung. Dann kann die Dauer des Gesprächs auch ausgedehnt werden. Auch das Gegenteil kommt vor, wenn Sie bereits in den ersten Phasen nicht überzeugen konnten. 

Die meisten routinierten Vorstellungsgespräche lassen sich in fünf Phasen unterteilen. Der Einfachheit halber kann die mittlere Dauer von 45 Minuten angenommen werden, um die einzelnen Phasen zeitlich einzuordnen.

 

1. Phase: Smalltalk

Die Bewerber betreten nach Einladung den Gesprächsraum. Es werden Grußformeln ausgetauscht, Platz angeboten und ein lockeres Gespräch beginnt. Dabei wird das äußere Erscheinungsbild ebenso begutachtet wie Körperhaltung, Wortwahl, Themenwahl und Gesprächsführung. Ungewollt entscheidet sich in dieser Phase, ob sich zwei Menschen sympathisch sind oder nicht. Daher ist diese Phase so wichtig.

Angesetzt werden etwa 5 Minuten maximal.

2. Phase: Persönliches Kennenlernen

Noch werden kaum fachbezogene Fragen gestellt. Personaler versuchen meist zuerst die Persönlichkeit der Kandidaten einzuschätzen. Es geht um Motivation, Vorstellungen von der Arbeit und dem Beruf, Ziele und Stärken wie Schwächen allgemein. Es geht um die Gründe, warum sich Kandidaten beworben haben. In dieser Phase geht es auch um den Zusammenhang mit der zu besetzenden Stelle, wenn auch konkrete Fachkenntnisse noch nicht vertieft werden. Dieser Teil beginnt meist am Ende dieser 2. Phase und kann ausgeweitet werden. Wenn die Belege durch Zeugnisse und kurze Beschreibungen ausreichend überzeugend sind, wird der persönliche Teile größer ausfallen.

Angesetzt werden nahezu 15 Minuten.

3. Phase: Präsentation der Firma

Diese Phase kann auch an die 2. Position rücken. Allgemeine Reihenfolgen sind nicht auszumachen. In jedem Fall wird das Unternehmen vom Personaler oder einem anderen Mitarbeiter kurz vorgestellt. Es wird erläutert, welche Leistungen vollbracht werden, welche Ziele verfolgt werden und auf welchen Märkten die Firma aktiv ist. Dabei sind Bewerber nur Zuhörer, werden dabei aber intensiv beobachtet. Zeigen sie Desinteresse und Lustlosigkeit, kann eine Einstellung ausgeschlossen werden. Keine Firma stellt Bewerber ein, die uninteressiert am Unternehmen sind.

Diese Phase kann bis zu 10 Minuten andauern.

4. Phase: Fragen der Bewerber

Vorbereitete Bewerber werden einige Fragen stellen und die Zeit verlängern. Nur bei unvorbereiteten Kandidaten ist hier meist schon das Ende. Interessierte Bewerber zeigen sich dadurch, dass sie ins Detail gehen, nach speziellen Anforderungen fragen, Fragen zu Kollegen stellen, Gehälter, Urlaubstage, Überstunden etc. ansprechen. Hier kann ein Bewerber sein Interesse verdeutlichen. Besonders gern gesehen werden Fragen zur Arbeit und zum Team.

Angesetzt werden etwa 5 Minuten im Durchschnitt.

5. Phase: Die Verabschiedung

Kurz werden nun die weiteren Schritte angesprochen, wenn der Personaler weiterhin Interesse bezeugt. Es wird angesprochen, wie und wann sich die Firma erneut meldet. Teilweise kann auch schon eine Zusage erfolgen. Eine endgültige Absage ist selten, wenn auch nur der Höflichkeit geschuldet. Zu diesem Zeitpunkt wird auch besprochen, an wen sich die Bewerber wenden können, um Nachfragen zu stellen.

5 Minuten werden veranschlagt.

Das Vorstellungsgespräch war länger als erwartet

Abgelehnt - negativ

Abgelehnt – negativ

Nach der Verabschiedung stellen sich Bewerber die Frage nach dem Erfolg. Wenn keine eindeutige Aussage bezüglich der Einstellung getroffen wurde, bleibt die eigene Einschätzung. Dauerte das Vorstellungsgespräch so lange wie veranschlagt, ist ein Urteil kaum zu treffen. Allein wenn der Abschied herzlich gewesen ist, besteht Anlass zur Hoffnung. Anlass zur Skepsis besteht allerdings nicht, da der Verlauf, bezogen auf die Dauer, planmäßig war.

Wurde die Dauer überzogen sind mehrere Gründe denkbar:

  1. Bewerber haben sehr ausführlich geantwortet. Wenn Personaler die Ausführungen nicht abkürzen, bekunden sie damit grundsätzliches Interesse. Es wurde gerne zugehört, wenn es die Stelle betraf. Auch kann auf Sympathie geschlossen werden.
  2. Bewerber waren ausschweifend und Personaler konnten sie trotz Bemühens nicht stoppen. Eine Einstellung ist unwahrscheinlich, da die Geduld der Personaler auf eine harte Probe gestellt wurde.
  3. Personaler stellen sehr viele Fragen und werden detailliert. Es besteht dringendes Interesse. Eine Einstellung rückt an den Grad der Wahrscheinlichkeit. Besonders wenn Kandidaten sehr kurz und präzise geantwortet haben, die Dauer dennoch verlängert wurde, ist dies der Fall.
  4. Der Personaler versucht eindringlich den Bewerber zur Unterschreibung eines Arbeitsvertrages zu drängen. Damit zeigt er an, dass die Firma sehr dringend Personale benötigt, aber nicht genügend Bewerber erhalten hat. Dies kann positiv bewertet werden, wenn es die Marktlage bedingt. Negativ muss die Beurteilung ausfallen, wenn angenommen werden muss, dass es sich um ein um seriöses Angebot handelt.
  5. Es wird gefragt: „Wann können sie beginnen?“ Wenn diese Frage ohne Druck gestellt wird, haben Bewerber vollständig überzeugt. Es werden sich automatisch noch Fragen zum Gehalt, zum Urlaub, zu Überstunden und zu den Details des Arbeitsvertrages anschließen, womit die Dauer verlängert wird.

Seien Sie vorsichtig selbstkritisch und beurteilen Sie erst nach einer intensiven Überlegung. Nur wenn Sie absolut überzeugt sind, die Stelle sofort, oder im abgesprochenen Rahmen anzutreten, sagen Sie zu. Auch eine Bewertung des Vorstellungsgesprächs ist meist erst nach einem Rückblick eindeutig möglich.