Vorstellungsgespräch wichtige PunkteDie Bewerbung war erfolgreich und Sie sind zu einem persönlichen Gespräch eingeladen worden. Jetzt möchten Sie keinen Fehler in der Vorbereitung machen und fragen sich, was in einem Vorstellungsgespräch wichtige Punkte sind, die Sie unbedingt beachten müssen.

Dieser Artikel gibt Ihnen die Antworten und zeigt Ihnen, was Sie für ein erfolgreiches Gespräch brauchen und wie Sie bei Ihrem Wunsch-Arbeitgeber einen guten Eindruck hinterlassen.

Lesen Sie, wie eine gute Vorbereitung aussieht und in welchen typischen Phasen ein Auswahlgespräch abläuft. Lernen Sie die wichtigsten Fragen und mögliche Antworten kennen, die auf Sie zukommen könnten. Erfahren Sie außerdem alles über die richtige Organisation und Ihr Outfit. Überzeugen Sie sich selbst!

Vorstellungsgespräch wichtige Punkte: Die Vorbereitung

Jedes Einstellungsgespräch ist mit einer gewissen Aufregung und Nervosität verbunden. Sie können dem entgegenwirken, indem Sie sich umfassend vorbereiten. Das führt zu einem sichereren Auftreten und hilft, böse Überraschungen zu vermeiden.

Recherche

An oberster Stelle steht für nahezu jeden Beruf die Recherche des Unternehmens. Sie sollten ganz genau wissen, mit wem Sie es zu tun haben. Finden Sie heraus, welche Produkte und Dienstleistungen die Firma anbietet, in welcher Branche sie ansässig ist und wie viele Mitarbeiter beschäftigt werden. Gut ist auch, wenn Sie etwas über die Firmenphilosophie in Erfahrung bringen und die Umsätze aus den letzten Jahren kennen. Ganz wichtig ist, dass Sie Ihren persönlichen Ansprechpartner kennen. Ist das in der Stellenausschreibung nicht explizit genannt, können Sie einfach telefonisch nachfragen.

Selbstpräsentation

Da man Sie im Gespräch auffordern wird, etwas über sich selbst zu erzählen, können Sie sich schon jetzt dafür rüsten. Schreiben Sie sich auf einem Blatt Papier auf, was Sie sagen möchten. Wer sind Sie und wie sieht Ihre berufliche Vergangenheit aus? Orientieren Sie sich dabei an Ihrem Lebenslauf. Sie sollten nicht alles komplett wiedergeben. Es reicht, wenn Sie die wichtigsten Stationen aus Ihrem Leben nennen und diese mit der neuen Stelle in Verbindung bringen. Halten Sie sich kurz und schweifen Sie nicht ab.

Rollenspiel

Mit einem Rollenspiel ist gemeint, dass Sie die Situation des Bewerbungsgespräches mit einem Freund oder Familienmitglied nachstellen. Es hilft Ihnen, vorab auf mögliche Fragen im Vorstellungsgespräch zu antworten und deckt Schwierigkeiten frühzeitig auf. Probieren Sie es aus!

Fragen vorbereiten

In den meisten Interviews kommen ähnliche Fragen vor. Vor allem solche Fragen, die auf Ihre Persönlichkeit abzielen. Der Personaler möchte zum Beispiel herausfinden, wo Ihre Stärken und Schwächen liegen, wie Sie mit Kritik umgehen und welche Arbeitsweise Sie bevorzugen. Sie können schon jetzt häufige Fragen im Bewerbungsgespräch recherchieren und sich passende Antworten dazu überlegen. Im weiteren Verlauf dieses Artikels werden Sie einige dieser Fragen kennenlernen.

Mentales Training

Gut ist, wenn Sie sich auch mental auf diese Gesprächssituation vorbereiten. Halten Sie sich vor Augen, was im schlimmsten oder gar im besten Fall passieren kann. Auch wenn alles schiefgeht und Sie sich total blamieren, ist das immer noch kein Weltuntergang. Dann geht Ihre Jobsuche einfach weiter. Wenn es Ihnen hilft, können Sie sich auch solche Szenarien aufschreiben und mit einer vertrauten Person besprechen.

Das will der Personaler von Ihnen wissen

In jedem Fall sollten Sie sich auf fachliche Fragen vorbereiten, die man Ihnen stellen könnte. Da Ihre Qualifikationen auch schon mit Ihrer Bewerbung geprüft wurden, stehen diese im Gespräch meist nicht mehr an erster Stelle. Was den meisten in einem Interview noch wichtiger ist, sind Ihre Soft Skills. So möchte ein Personaler Sie persönlich kennenlernen. Er möchte von Ihnen wissen, wie Sie arbeiten und wie motiviert Sie für die ausgeschriebene Stelle sind.

Vor allem möchte er prüfen, ob und inwieweit Sie in das bestehende Team hineinpassen. Schließlich geht es ihm um den Erfolg des Unternehmens. Das sollten Sie nie vergessen. Zeigen Sie sich also von Ihrer besten Seite und verdeutlichen Sie ihm den Mehrwert, den Sie ihm und seiner Firma bringen.

 

Das Vorstellungsgespräch: Phasen und typische Fragen

Die meisten Auswahlgespräche laufen nach einem bestimmten Muster ab. Zwar kann das von Branche zu Branche auch unterschiedlich sein, aber ein Grundkern ist bei nahezu allen zu erkennen. Auf welche Phasen Sie sich einstellen und mit welchen Fragen Sie rechnen können, erfahren Sie in diesem Abschnitt.

Phasen im Bewerbungsgespräch

Die erste Phase ist meist die des Small Talks. Ihr potenzieller Arbeitgeber begrüßt Sie freundlich und bittet Sie in den Raum. Dann sprechen Sie vermutlich über Dinge wie das Wetter, Ihre Anfahrt oder Ihren bisherigen Tag. Dieser erste Austausch dient vorrangig dazu, die Atmosphäre zu lockern und Ihnen die Nervosität zu nehmen. Aber täuschen Sie sich nicht. Der Small Talk ist meist entscheidender für den Bewerbungserfolg, als Sie vielleicht glauben. Denn schon in diesen ersten Minuten kann Ihr Gesprächspartner ein gutes oder schlechtes Gefühl Ihnen gegenüber entwickeln, was ihn später in seiner Entscheidung maßgeblich beeinflussen kann.

Nach diesem ersten Kennenlernen geht es daran, dass Sie sich kurz selbst präsentieren. Wie Sie sich darauf vorbereiten, haben Sie im ersten Absatz bereits gelernt. Denken Sie daran, einen konkreten Bezug zum Unternehmen herzustellen und keine unwichtigen Informationen zu geben.

In einem nächsten Schritt folgen die Fragen des Personalers an Sie und anschließend können Sie Rückfragen stellen. Beispiele zu beiden Phasen sehen Sie im Folgenden. Zum Schluss verabschieden Sie sich freundlich und das Gespräch ist beendet.

Typische Fragen

Diese Fragen sind sehr typisch für ein Vorstellungsgespräch. Sehen Sie die Antworten als Möglichkeit an und überlegen Sie sich, wie Sie es formulieren würden.

Warum möchten Sie in diesem Job arbeiten?

Ich leite schon jetzt ein Team von zehn Mitarbeitern. Doch das ist mir nicht genug. In einer internationalen Firma wie Ihrer sehe ich großes Wachstumspotenzial und die Chance, später einmal noch mehr Verantwortung zu übernehmen. Außerdem liebe ich das, was ich tue und kann mir nicht vorstellen, je in einer anderen Branche zu arbeiten.

Warum haben Sie so häufig die Stelle gewechselt?

Zweimal habe ich den Job wechseln müssen, weil meine Frau in Ihrem Job in andere Städte versetzt wurde. Einmal war es deshalb, weil ich mich mit der Arbeit und der Firmenphilosophie einfach nicht identifizieren konnte.

Würden Sie sich als eine flexible Person bezeichnen?

Ja, ich bin sehr flexibel. Nicht zuletzt deshalb, weil ich keine Kinder habe. Trotzdem sind mir Ruhezeiten und Freizeit wichtig, um ausgeglichen zu bleiben und das Privatleben zu pflegen.

Wenn Sie jemanden einstellen müssten, auf was würden Sie achten?

Eigenschaften, die mir wichtig wären, sind Zuverlässigkeit und Eigeninitiative. Es gibt nichts Schlimmeres, als einem Kollegen oder Mitarbeiter jeden einzelnen Schritt seiner Arbeit vorgeben zu müssen. Außerdem würde ich Wert auf Zielstrebigkeit legen.

Stellen Sie sich vor, Geld spielt keine Rolle, was würden Sie tun?

Vielleicht würde ich einmal einen längeren Urlaub machen. Danach würde ich wie gewohnt weiterarbeiten. Ein Stillstand oder gar vorzeitiger Ruhestand käme für mich nicht in Frage. Nur in Bewegung bleibt man meiner Meinung nach fit bis ins hohe Alter. Außerdem mag ich meinen Job.

Welche Stärken und Schwächen besitzen Sie?

Ich habe ein sehr ausgeprägtes analytisches Denkvermögen und finde für fast jedes Problem zeitnah eine passende Lösung. Auch bin ich sehr flexibel und kann mich schnell an neue Umstände gewöhnen. Was mir manchmal schwerfällt, ist die Geduld. Doch da habe ich mich in den letzten Monaten auch schon gebessert.

Wie gehen Sie mit Kritik um?

Solange die Kritik sachlich geäußert wird, kann ich sehr gut mit ihr umgehen. Ich begrüße sie sogar, denn nur dadurch kann ich meine Fehler sehen und mich verbessern.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Ich sehe mich als Teamleiter der kompletten Marketing-Abteilung.

Warum sollten wir uns für Sie entscheiden?

Mit mir bekommen Sie nicht nur einen neuen Mitarbeiter, der sein Handwerk perfekt beherrscht. Sondern ich bin auch hochmotiviert, Ihr Unternehmen auf neuen Erfolgskurs zu bringen. Deshalb bin ich die beste Wahl!

 

Eigene Fragen

Die Möglichkeit, Rückfragen zu stellen, sollen Sie immer nutzen. Das zeigt Interesse und hilft Ihnen herauszufinden, ob der potentielle Arbeitgeber überhaupt das Richtige für sie ist oder nicht. Das könnten Sie fragen:

  • Wie sieht die Einarbeitung für den Job aus?
  • Wie groß ist das Team, mit dem ich zusammenarbeiten würde?
  • Welche Programme verwenden Sie?
  • Bieten Sie regelmäßig Weiterbildungen an?
  • Wie ist der Arbeitsplatz ausgestattet?

 

Diese Rückfragen sollten Sie lieber vermeiden

Immer wieder gibt es Bewerber die unangebrachte Fragen stellen. In diesem Abschnitt sollen Sie vier davon kennenlernen und erfahren, warum Sie das lieber für sich behalten sollten.

Wann machen Sie die Urlaubsplanung?

Das sollten Sie in einem Vorstellungsgespräch niemals fragen. Es sein denn, der Personaler geht von selbst darauf ein. Ansonsten sollten Sie immer warten, bis Sie den Vertrag unterschrieben und Ihre neue Stelle angetreten haben. Es wirkt sonst, als seien Sie sehr demotiviert und hätten eigentlich wenig Lust zu arbeiten.

Wie sehen meine Chancen aus?

Sparen Sie sich diese Frage. Der Personal Verantwortliche könnte sich überrumpelt fühlen. Schließlich wird er in dieser Phase des Auswahlprozesses sehr wahrscheinlich selbst noch nicht wissen, welcher Kandidat die besten Chancen hat. Vielleicht gibt es auch weitere Bewerber, die nach Ihnen dran kommen. Außerdem zeigt es Ihre Unsicherheit und Ungeduld. Informieren Sie sich lieber darüber, wie der weitere Bewerbungsprozess aussehen wird und wann Sie mit einer Rückmeldung seitens des Arbeitgebers rechnen können.

Was stellen Sie eigentlich her oder was bieten Sie an?

Mit einer solchen Frage zeigen Sie, dass Sie sich überhaupt nicht vorbereitet haben. Als Bewerber sollte Ihnen ganz klar sein, was die Firma tut, bei der Sie sich bewerben.

Kann man auch mal früher nach Hause gehen?

Diese Frage wirkt ähnlich wie die Frage nach dem Urlaub. Merken Sie sich eins: Alles, was Ihre Demotivation oder Ihr Desinteresse zeigen könnte, sollten Sie nicht ins Gespräch bringen. Oder wollten Sie jemanden einstellen, der schon im Vorstellungsgespräch an seinen Feierabend denkt?

 

Outfit & Make Up

Das Äußere spielt in einem Einstellungsgespräch immer noch eine große Rolle. Gerade dann, wenn es um eine Stelle mit viel Kundenkontakt geht, wollen Personaler auf Nummer sicher gehen. Schließlich sollen Sie als Angestellter das Unternehmen nach Außen repräsentieren.

Dresscode

Am besten informieren Sie sich frühzeitig, ob es in der Firma einen Dresscode gibt. Wenn ja, sollten Sie sich an diesem orientieren und sich dementsprechend anziehen. Falls nein, kann es trotzdem sein, dass auf bestimmte Kleidung Wert gelegt wird. Sie sollten zu einem Bewerbungsgespräch in der Bank zum Beispiel eher mit einem Anzug oder Kostüm auftauchen als mit einer Jeans. Schauen Sie immer, um welche Branche es sich handelt.

Kleidung

Legen Sie sich das Outfit Ihrer Wahl schon am Vortag zurecht. Vielleicht haben Sie eine Falte oder einen Fleck übersehen. Dann bleibt noch genug Zeit, sich darum zu kümmern. Achten Sie auch darauf, dass Ihre Schuhe geputzt sind und dass Sie als Frau nicht zu viel Haut zeigen. Ein zu tiefer Ausschnitt lenkt vom Wesentlichen ab.

Make Up und Schmuck

Bei Schminke und Schmuck können Sie sich eine Regel merken: Weniger ist mehr! Halten Sie Ihr Make Up also ruhig dezent und verzichten Sie auf große Ohrringe oder Ketten. Auch beim Parfum sollten Sie lieber sparsam sein. Eine zu prägnante Duftwolke kann auf den Gegenüber schnell unangenehm wirken. Schauen Sie außerdem, dass Ihre Fingernägel sauber und gepflegt sind und dass Ihre Frisur ordentlich sitzt. Vielleicht kann auch ein Friseurbesuch vorab sinnvoll sein.

Auftreten

Neben all den äußeren Merkmalen ist vor allem Ihr Auftreten entscheidend. Denken Sie an eine gerade Körperhaltung und einen festen Händedruck. Schauen Sie Ihrem Gesprächspartner in die Augen und lächeln Sie. Halten Sie sich mit einer übertriebenen Mimik und Gestik zurück, sitzen Sie aber auch nicht stocksteif da. Eine gute Mischung dürfte hier angebracht sein.

 

Organisatorisches

Damit Sie am Tag des Gespräches nicht völlig gestresst unterwegs sind, sollten Sie im Vorhinein folgendes klären:

Anfahrt

Wählen Sie sorgsam aus, mit welchem Verkehrsmittel Sie die Reise antreten möchten. Wollen Sie mit dem Auto fahren oder doch lieber mit der Bahn? Ist das Unternehmen vielleicht so nah, dass Sie mit dem Fahrrad fahren können? Wofür Sie sich auch entscheiden, schauen Sie sich die Route an, die Sie fahren möchten. Planen Sie neben der Anfahrtszeit einen Puffer mit ein. Es kann immer dazu kommen, dass Sie in einem Stau stehen oder ein Zug sich verspätet. Auch können Sie auf der Karte bereits schauen, wo Sie Ihr Auto parken können. Wohnen Sie nicht allzu weit weg, könnten Sie einen Tag vorher die Strecke abfahren.

Übernachtung

Bei einem längeren Weg, sollten Sie sich nach Übernachtungsmöglichkeiten umsehen. Können Sie nicht bei Bekannten oder Freunden unterkommen, ist ein Hotel eine Option. Denken Sie daran, den Personaler zu fragen, inwieweit Übernachtungskosten übernommen werden können. Oft werden diese komplett von der Firma gestellt.

 

Wichtigsten Tipps

  • Reflektieren Sie das Gespräch im Anschluss in aller Ruhe und machen Sie sich Notizen
  • Die Einladung zum Vorstellungsgespräch sagt nichts darüber, ob Sie die Stelle sicher haben
  • Bleiben Sie aktiv auf Jobsuche, solange Sie keine sichere Zusage haben
  • Informieren Sie sich vorab, ob es zusätzlich ein Assessment Center gibt, an dem Sie teilnehmen müssen
  • Seien Sie immer ehrlich und authentisch, auch bei schwierigen Fragen

 

Die im Vorstellungsgespräch wichtigen Punkte haben Sie kennengelernt. Sie wissen, wie der Ablauf aussieht und welche Fragen häufig gestellt werden. Die Antworten haben Ihnen einen Eindruck davon gegeben, was Sie selbst sagen könnten. Auch wissen Sie, wie Sie sich am besten auf das Gespräch vorbereiten. Je mehr Sie trainieren desto besser. Denn Übung macht den Meister! Legen Sie noch heute los und bereiten Sie sich vor!