Körpersprache richtig einsetzenSie möchten Ihrer Karriere wieder Schwung geben und deshalb haben Sie sich um eine neue Stelle beworben. Bisher lief alles super und vor kurzen haben Sie die Einladung zu einem Bewerbungsgespräch erhalten. Wie Sie sich auf typische Fragen vorbereiten, ist Ihnen klar. Doch wie können Sie im Gespräch Ihre Körpersprache richtig einsetzen, um auch damit zu überzeugen?

Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie es geht. Sie werden lernen, worauf es bei den unterschiedlichen Bereichen der nonverbalen Kommunikation ankommt und werden damit bestens gerüstet sein, im Jobinterview zu glänzen.

Lesen Sie, warum die Körpersprache im Auswahlgespräch so entscheidend ist und welche Signale Sie ganz einfach und wirksam für den Erfolg Ihres Gespräches nutzen können. Erfahren Sie auch, was Sie besser vermeiden sollten und wie die Thematik im Blick auf ein Telefoninterview zu betrachten ist. Überzeugen Sie sich selbst!

Darum ist Ihre Körpersprache im Vorstellungsgespräch so entscheidend

Sie glauben, Sie haben sich perfekt auf das Bewerbungsgespräch vorbereitet. Mit dem Unternehmen haben Sie sich ausführlich auseinandergesetzt und auch Antworten auf typische Bewerbungsfragen haben Sie sich überlegt. Sie wissen, wie viele Mitarbeiter beschäftigt werden und kennen sich bestens mit der Firmenphilosophie aus. Der Personaler wird mit Sicherheit einen guten Eindruck von Ihnen bekommen, davon sind Sie überzeugt. Jetzt dürfte doch eigentlich nichts mehr schiefgehen, oder?

Doch Vorsicht! Neben dem, was Sie in einem Gespräch sagen, schaut Ihr potentieller Arbeitgeber noch woanders genauer hin. Die Körpersprache ist das Stichwort. Sie verrät zwar nicht, was Sie denken, aber was Sie fühlen. Da Sie beim Unternehmen als guter Kandidat für die Stelle wahrgenommen werden wollen, sollten Sie die Sprache Ihres Körpers sehr genau kennen. Nur dann können Sie herausfinden, wo Ihre Schwachstellen sind und an ihnen arbeiten.

Die richtige Körpersprache hilft, Ihre Motivation für den Job zu unterstreichen und damit Ihre Eignung hervorzuheben. Gepaart mit cleveren Antworten auf die gestellten Fragen wird es Ihnen dann ganz leicht fallen, Ihre Gesprächspartner von sich zu überzeugen.

 

Körpersprache richtig einsetzen: So geht’s

In diesem Abschnitt soll es um die verschiedenen Aspekte Ihrer Körpersprache gehen, die Sie im Vorstellungsgespräch einfach und effektiv zu Ihren Gunsten einsetzen können. Wie das geht, lesen Sie im Folgenden.

Händedruck

Begegnen Sie dem Personaler persönlich und treten ihm gegenüber, begrüßen Sie ihn herzlich mit einem festen Händedruck. Das ist sehr entscheidend für den ersten Eindruck. Denn damit zeigen Sie, dass Sie selbstbewusst sind. Der Druck sollte zwar fest sein, aber auch nicht zerquetschen. Finden Sie das richtige Mittelmaß. Diese Geste lässt sich im Vorhinein sehr gut mit einem Freund üben. Achten Sie darauf, keine schwitzigen Hände zu haben. Das ist für Ihren Gegenüber meist nicht so angenehm. Ein Tipp: Halten Sie dafür einfach ein sauberes Taschentuch bereit und trocknen Sie sie vorher ab.

Blickkontakt

Die Augen sind für den ersten Kontakt zwischen Menschen sehr bedeutsam. Das ist beim Einstellungsgespräch nicht anders. Ein stetiger Blickkontakt ist wichtig und zeigt, dass Sie aufmerksam zuhören und interessiert sind. Vermeiden Sie es aber bitte, Ihren Gesprächspartner ununterbrochen anzustarren. Besser ist, wenn Sie den Blick alle paar Sekunden einmal kurz abwenden. Wenn es mehrere Personen in dem Raum gibt, können Sie zwischendurch auch die anderen immer wieder ansehen und somit jeden in die Konversation mit einbeziehen.

Lächeln

Ein Lächeln sagt mehr als tausend Worte. Nutzen Sie diese Geste und signalisieren Sie, dass Sie sich auf das Gespräch mit dem Personaler freuen. Es hilft Ihnen, freundlich und sympathisch zu wirken. Dabei sollte es echt und nicht aufgesetzt sein. Ein guter Indikator dafür sind Ihre Augen. „Lachen“ diese mit, wirkt es gleich überzeugender.

Körperhaltung

Ihre Körperhaltung ist sowohl im Stehen als auch im Sitzen von Bedeutung. Da ein Bewerbungsgespräch meist im Sitzen stattfindet, sollte darauf besondere Aufmerksamkeit gelegt werden. Um dem Personaler höchstes Interesse und Konzentration zu demonstrieren, sollten Sie sich aufrecht hinsetzen und möglichst nur die Hälfte der Sitzfläche des Stuhles nutzen. Das hilft Ihnen, sich besser frei bewegen zu können. Stellen Sie Ihre Füße nebeneinander unter den Tisch und legen Sie Ihre Hände ganz locker in den Schoß. Wenn Sie etwas notieren, können Sie diese natürlich auf den Tisch legen. Sie sollten nur dann darauf achten, nicht mit Ihrem ganzen Arm aufzuliegen.

Gestik

Mit einer angemessenen Gestik können Sie das, was Sie sagen, nochmals unterstreichen. Dabei sollten Sie nicht wild in der Gegend herumfuchteln und Ihren Sitznachbarn halb erschlagen. Das ist ein Zeichen für Unsicherheit und zeigt, dass Sie mit einer stressigen Situation wie dieser nicht so gut umgehen können. Vielmehr sollten die Hand- und Armbewegungen zu dem passen, was Sie sagen. Auch sollten die Bewegungen langsam und kontrolliert sein. Ab und zu können Sie auch mit dem Kopf nicken und Ihren Gesprächspartner damit bestätigen. Verschränkt die Arme vor der Brust zu halten, kommt ganz schlecht an. Das zeugt von Desinteresse und Abweisung.

Mimik

Für die Mimik gilt ähnliches wie für die Gestik. Sie sollten Sie kontrolliert und passend zum Moment einsetzen. Ein zartes Lächeln während des gesamten Gespräches kann gut ankommen, wenn es echt ist. Gerade dann, wenn Sie im Privaten zu einem sehr ausgeprägten Ausdruck im Gesicht neigen, sollten Sie sich im Bewerbungsgespräch mehr unter Kontrolle halten. Zu häufiges Stirnrunzeln, Augenbrauen heben oder „große Augen machen“ könnte den Personaler irritieren. Mit Ihrem Blick können Sie signalisieren, dass Sie zuhören und über das Gesprochene nachdenken.

Stimme

Damit der Personaler Sie gut versteht, sollten Sie ruhig, langsam und deutlich sprechen. Regelmäßige Pausen können Sie nutzen, um sich auf die jeweilige Frage zu konzentrieren. Vermeiden Sie ein unkontrolliertes Geplapper. Auch zu viele „Ähs“ und „Öhms“ lassen Sie sehr unsicher wirken. Sollte Ihre Stimme zittrig sein, machen Sie eine kurze Pause und trinken Sie einen Schluck Wasser. Gegen einen sehr trockenen Mund können Sie vor dem Interview ein Bonbon lutschen oder einen Kaugummi kauen.

Kleidung

Ihr Outfit unterstreicht Ihre Körpersprache immens. Deshalb sollten Sie bei der Wahl Ihrer Kleidung nicht unüberlegt vorgehen. Gerade in großen Firmen oder in Berufen mit viel persönlichem Kundenkontakt gehört das äußere Erscheinungsbild mit zum Job dazu. Informieren Sie sich vorher online, was in der Branche normalerweise getragen wird und orientieren Sie sich daran. Als Frau können Sie für ein Bewerbungsgespräch bei einer Bank einen knielangen Rock und eine schicke Bluse tragen. Darüber ziehen Sie einen Blazer an und runden das Outfit mit ein paar gepflegten Pumps ab. Ein Hosenanzug ist auch denkbar. Bewerben Sie sich als Mann auf solch eine Position, kommen Sie um einen Anzug mit Krawatte und Hemd nicht drum herum.

 

Diese Signale könnten negativ wirken

Einige Gesten, die Sie im Vorstellungsgespräch lieber vermeiden, haben Sie im vorigen Abschnitt bereits kennengelernt. Jetzt soll es darum gehen, Ihnen noch ein paar weitere aufzuzeigen.

Zeigefinger erheben

Ein erhobener Zeigefinger kommt in vielen Situationen nicht gut an. Wie viel weniger sollten Sie ihn in einem Einstellungsgespräch gebrauchen. Sie könnten ausschauen, als wollten Sie Ihren potenziellen Arbeitgeber belehren. Ebenso kann sich Ihr Gegenüber davon bedroht fühlen.

Mit Haaren spielen

Egal, ob es die Haare sind oder der Kugelschreiber. Spielen Sie nicht während des Gesprächs damit herum. Das zeigt Nervosität und unterstreicht, dass Sie aus Unsicherheit handeln.

Schulterzucken

Diese Geste gebrauchen Sie vermutlich dann, wenn Sie nicht weiter wissen oder desinteressiert sind. Beides hat in einem Bewerbungsgespräch keinen Platz. Lassen Sie das Schulterzucken also bitte sein.

Hände am falschen Ort

Weder in den Hosentaschen noch verkrampft auf der Tischkante sollten Ihre Hände sich befinden. Damit könnten Sie wieder Negatives signalisieren, von der Gleichgültigkeit bis hin zur extremen Anspannung.

 

Körperhaltung zur Verabschiedung

Alle Fragen sind beantwortet, die Zeit ist abgelaufen und der Personaler erhebt sich von seinem Stuhl. Der Moment des Verabschiedens ist gekommen. Wenn Sie glauben, damit ist schon alles vorbei, haben Sie sich geirrt. Gerade dieser letzte Moment im Bewerbungsgespräch ist sehr entscheidend. Er bleibt Ihrem Gegenüber mindestens genauso prägnant im Gedächtnis wie die Begrüßung. Das bedeutet auch, dass Ihr Auftreten immer noch erheblichen Einfluss auf den Erfolg oder Misserfolg Ihrer Bewerbung nimmt.

Erneut sollten Sie freundlich lächeln, den Blickkontakt nicht verlieren und einen festen Händedruck beweisen. Sagen Sie selbstbewusst und deutlich „Auf Wiedersehen“ und bleiben Sie aufrecht in Ihrer Körperhaltung. Wenn Sie den Raum verlassen, behalten Sie all das bei. Gehen Sie aus dem Gebäude und versichern Sie sich, dass Sie nicht mehr in Sichtweite sind. Erst wenn Sie das geprüft haben, können Sie die Schultern sinken lassen und vor Aufregung rumhüpfen, hörbar die Luft auspusten oder tun, wonach auch immer Ihnen gerade ist.

 

Was ist bei einem Telefoninterview?

Wohnen Sie zum Beispiel zu weit entfernt, kann auch ein telefonisches Bewerberinterview mit Ihnen geführt werden. Der Personaler kann Sie zwar dann nicht mehr sehen, aber trotzdem ist eine nonverbale Kommunikation vernehmbar. So kann Ihr Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung hören, ob Sie gemütlich auf einer Couch liegen oder professionell an Ihrem Schreibtisch sitzen. Denn das wirkt sich auf Ihre Stimmlage aus.

Ob Sie lächeln oder genervt mit den Augen rollen, kann ebenso einen Einfluss auf die Tonlage Ihrer Stimme haben und damit durch das Telefon hörbar sein. Am besten ist, wenn Sie sich bei einem solchen Gespräch nicht darauf ausruhen, dass man Sie nicht sieht. Bereiten Sie sich genauso vor wie bei einem Präsenz-Termin. Auch auf Ihre Kleidung sollten Sie achten. In Jogginghose und T-Shirt ist es schwieriger, das nötige Selbstbewusstsein zu transportieren als in einem Anzug mit Krawatte. Probieren Sie es doch einfach vorher mal aus!

 

Tipps

  • Auch wenn Sie studieren und Ihren Bachelor oder Master an einer Hochschule absolvieren, kann es Ihnen zum Beispiel in mündlichen Prüfungen helfen, wenn Sie Ihre Körpersprache richtig einsetzen.
  • Wenn vorhanden, können Sie vorab den firmeneigenen Newsletter abonnieren. Dort stehen oft viele hilfreiche Informationen, die zusätzlich helfen, die Erwartungen des Unternehmens einzuschätzen.

 

Wie Sie Ihre Körpersprache richtig einsetzen, wissen Sie jetzt. Sie kennen die unterschiedlichen Bereiche, die Sie dabei beherzigen sollten. Auch ist Ihnen klar geworden, dass in einem Telefongespräch ebenso nonverbal kommuniziert wird. Damit Ihr Gespräch erfolgreich wird, können Sie schon heute Ihre eigene Körpersprache beurteilen und an ihr arbeiten. Dann klappt’s  auch mit dem neuen Job!