Vorstellungsgespräch MinisteriumEs war schon lange Ihr Wunsch, im öffentlichen Dienst eine Stelle zu finden. Jetzt ist der Moment gekommen. Sie haben ein Bewerberinterview in einer staatlichen Behörde ergattert. Die Aufregung steigt. Was ist bei einem „Vorstellungsgespräch Ministerium“ zu beachten? Wie können Sie den Personaler für sich gewinnen?

Das und mehr erfahren Sie in diesem Beitrag. Sie werden wissen, mit welchen Fragen Sie konfrontiert werden könnten und welche Antworten Sie daraufhin geben könnten. Damit wird sich Ihre Nervosität legen und Sie gewinnen mehr Sicherheit in der Vorbereitung auf Ihr Gespräch.

Lesen Sie, welche Ministerien es gibt und was Sie für die Arbeit in einigen dieser Ämter mitbringen müssen. Bekommen Sie einen Einblick in das typische Vorgehen eines Einstellungsgesprächs und lassen Sie sich von den Fragen und Antwortmöglichkeiten inspirieren. Los geht’s!

Das ist ein Ministerium

Ein Ministerium ist eine oberste Staatsbehörde, die von einem Minister der Regierung geleitet wird. Der Minister hat  Verantwortungen in der Politik und das Ministerium unterstützt ihn bei der Ausführung. Zudem führt es Verwaltungsaufgaben durch und beaufsichtigt untergeordnete Einrichtungen. In Deutschland gibt es 14 Ministerien, die von den Vorsitzenden des Bundeskanzleramtes koordiniert werden. Die einzelnen Ministerien sind dabei für unterschiedliche Bereiche zuständig. Die folgende Auflistung soll einige von ihnen nennen:

  • Finanzministerium
  • Wirtschaftsministerium
  • Verteidigungsministerium
  • Justizministerium
  • Handelsministerium
  • Verkehrsministerium
  • Umweltministerium
  • Gesundheitsministerium
  • Innenministerium
  • Auswertiges Amt
  • usw.

Das Auswärtige Amt ist das Außenministerium. Es gibt sowohl auf Landesebene Ministerien als auch auf Bundesebene.

Diese Berufe werden gesucht

Ein Ministerium ist eine große staatliche Behörde, in der sehr unterschiedliche Berufe vertreten sind. So werden beispielsweise folgende Positionen gesucht:

  • IT-Sachbearbeiter, zum Beispiel für das Bundesministerium für Finanzen (BMF)
  • Sicherheitsfachkraft
  • Bürokaufmann
  • Referenten, zum Beispiel für Trinkwasser für das Gesundheitsministerium
  • Leiter für die Stadtentwicklung, zum Beispiel für das Bundesinnenministerium
  • Mediendesigner
  • Personalsachbearbeiter
  • Verwaltungsfachangestellter
  • Politikwissenschaftler
  • Bibliothekar
  • uvm.

Wenn Sie sich für die Arbeit in einem der Ministerien interessieren, schauen Sie doch einmal in den Stellenanzeigen nach. Vielleicht wird genau nach Ihren Qualifikationen gesucht. Die Stellen sind sehr begehrt. Die Arbeit im öffentlichen Dienst bietet Ihnen höchste Jobsicherheit, eine mögliche Verbeamtung und die Chance auf spannende Auslandsaufenthalte.

Wenn Sie das Ziel haben, direkt im Kanzleramt zu arbeiten, sollten Sie wissen, dass Sie vorerst in einem der Ministerien gearbeitet und sich bewiesen haben müssen.

 

Dann können Sie in einem Ministerium arbeiten

So unterschiedlich die Jobs sind, so verschieden sind auch die Voraussetzungen an Sie als Bewerber. Es kommt sehr stark darauf an, in welchem Ministerium Sie arbeiten möchten. Grundsätzlich ist es gut, wenn Sie sich mit den aktuellen Themen und der Gesetzeslage auskennen. Meist ist auch ein Studium Pflicht, denn die Ministerien suchen regelmäßig nach gut ausgebildeten Akademikern. Drei Ämter sollen beispielhaft zeigen, was von Ihnen verlangt werden könnte:

Auswärtiges Amt

Möchten Sie im höheren Dienst im auswärtigen Amt arbeiten, ist neben einem Master Hochschulstudium oder einer ähnlichen Qualifikation eine zusätzliche einjährige Ausbildung Pflicht. Außerdem benötigen Sie Fremdsprachenkenntnisse in Englisch und Französisch und sollten sich in Geschichte, Wirtschaft, Völker- Europa- und Staatsrecht sowie in Politik bestens auskennen. Auch eine gute Allgemeinbildung wird vorausgesetzt. Bevor Sie zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen werden, müssen Sie einen schriftlichen und einen mündlichen Eignungstest bestehen. Darauf folgt dann eine psychische Prüfung, um Ihre Belastbarkeit näher definieren zu können.

Bundesministerium für Finanzen

Um im Finanzministerium arbeiten zu können, benötigen Sie auch einen Hochschulabschluss. Gesucht werden meist Absolventen der Wirtschaftswissenschaften oder Juristen. Sie sollten sehr gute Abschlussnoten vorweisen und mindestens eineinhalb Jahre Berufserfahrung mitbringen. Eine Bereitschaft zu Auslandaufenthalten ist ebenso relevant wie die nötigen Sprachkenntnisse in Englisch und Französisch. Auch in rechtlichen Angelegenheiten kennen Sie sich bestens aus, wie zum Beispiel im Europarecht. Ein Einstellungstest ist auch hier gängige Praxis.

Familienministerium

Welchen Abschluss Sie für eine Arbeit im Ministerium für Familien, Senioren und Jugendliche brauchen, hängt ganz von der Stelle ab. Auch hier werden bevorzugt Akademiker eingestellt. Umfassende Politikkenntnisse, Fremdsprachen- und Rechtskenntnisse sind von entscheidender Bedeutung. Auch soziale Kompetenzen werden für eine Position in diesem Ministerium genauestens geprüft. Auf einen Test, der Ihre Eignung vorab feststellt, können Sie sich auch in dieser Behörde einstellen.

Soft Skills

Egal, für welchen Job Sie sich letztendlich bewerben. Ohne sogenannte Soft Skills werden Sie nicht sehr weit kommen. Das gilt für nahezu jede Stelle, auf die Sie sich bewerben. So sollten Sie kommunikationsfähig sein und sich gut in Wort und Schrift ausdrücken können. Sie sollten teamfähig und engagiert sein. Eine gewisse Flexibilität sowie Reisebereitschaft wird in solchen Positionen meist als selbstverständlich erachtet. Es fällt Ihnen außerdem leicht, sich durchzusetzen und Ihre Meinung zu vertreten. Sicherlich gibt es noch mehr dieser „weichen Kompetenzen“. Für einen kleinen Eindruck sollte dies genügen.

 

Ablauf des Vorstellungsgespräch

Wie Sie im letzten Abschnitt bereits gesehen haben, gibt es für jedes Ministerium unterschiedliche Vorgaben. Deshalb ist das Bewerbungsverfahren im Allgemeinen auch nicht überall gleich. In den meisten Fällen gibt es vor dem Einstellungsgespräch ein gesondertes Auswahlverfahren. Das Interview selbst läuft dann wieder ähnlich ab.

Zu Beginn gibt es meist ein wenig Small Talk, um die Aufregung von Ihnen als Bewerber ein wenig zu mildern und die Situation aufzulockern. Danach werden Sie höchst wahrscheinlich dazu aufgefordert, sich selbst vorzustellen und von sich zu erzählen. Darauf sollten Sie sich im Vorfeld gründlich vorbereiten. Nicht selten bleiben Kandidaten bei dieser Frage hängen, weil Sie nicht damit gerechnet haben. Gehen Sie dafür Ihren Lebenslauf noch einmal durch und schauen Sie, welche Stationen auf Ihrem Lebensweg die größte Bedeutung haben. Diese können Sie nennen und bestenfalls gleich einen Bezug zu der ausgeschriebenen Stelle herstellen.

Im zweiten Teil wird man Ihnen fachliche Fragen stellen. Es soll schließlich geprüft werden, ob Sie den Anforderungen des Jobs gewachsen sind oder nicht. Hier kommt es wieder stark darauf an, auf welchen Job Sie sich beworben haben. Recherchieren Sie vor dem Gespräch im Internet und finden Sie heraus, was man Sie in Bezug auf Ihren erlernten Beruf fragen könnte. Versetzen Sie sich auch einmal selbst in die Lage des Personalers. Was würde Sie interessieren, wenn Sie eine möglichst bestens qualifizierte Fachkraft einstellen möchten?

Als nächstes werden Fragen zu Ihren Soft Skills folgen. Auch auf diese können Sie sich vorbereiten. Wichtig ist immer, dass Sie dem Personal-Verantwortlichen zeigen, dass Sie genau die richtige Person für den Job sind. Dazu zählen auch Ihre sozialen Kompetenzen. Was da auf Sie zukommen könnte, lesen Sie im nächsten Abschnitt.

 

Typische Fragen Vorstellungsgespräch Ministerium

In diesem Abschnitt sollen Sie einen Überblick über die häufigsten Bewerbungsfragen in einem Ministerium bekommen, die abseits von fachlichen Fragen liegen. Diese sind abhängig davon, auf welche Stelle Sie sich bewerben.

Erzählen Sie uns etwas über sich selbst!

Mein Name ist Kevin Nachname, ich bin 28 Jahre alt und komme aus Musterstadt. Vor ziemlich genau vier Jahren habe ich meinen Master in Wirtschaftswissenschaften erfolgreich beendet. Seitdem arbeite ich in einer Unternehmensberatung in der Finanzbranche.

Warum möchten Sie in einem Ministerium arbeiten?

Da ich schon immer politisch sehr interessiert gewesen bin, wünsche ich mir schon seit längerem eine berufliche Veränderung in diese Richtung. Die Arbeit im Bundesfinanzministerium würde meinen Beruf mit meinen persönlichen Interessen perfekt miteinander vereinen.

Was sind Ihre Stärken und Schwächen?

Ich bin sehr engagiert und durchsetzungsstark in meiner Arbeit. Wenn ich etwas beginne, dann verlässt mich nicht so schnell der Mut. Für mich gibt es keine wirklichen Probleme, sondern nur Lösungen. Ich würde mich als einen „Macher“ beschreiben. Eine meiner Schwächen ist, dass ich manchmal sehr ungeduldig bin, auch mit Teammitgliedern. Aber daran arbeite ich schon länger und es ist schon sehr viel besser geworden.

Wie stehen Sie zu Auslandsaufenthalten?

Da ich schon einige Erfahrungen im Ausland sammeln konnte, stehe ich dem Ganzen sehr positiv gegenüber und freue mich auf Einsätze in anderen Ländern. Ich bin bereit, auch über mehrere Monate hinweg nicht ortsansässig zu sein.

Sind Sie bereit, Überstunden zu leisten?

Generell bin ich natürlich dazu bereit, Mehrarbeit zu leisten, wenn es die Situation erfordert. Um es fair zu halten, halte ich gleichzeitig einen gerechten Ausgleich in Form einer Vergütung oder Freizeit für angemessen.

Wie gehen Sie damit um, wenn ein Kollege Sie bittet für ihn etwas zu vertuschen?

Ich sage Ihm freundlich, dass das für mich nicht in Ordnung ist und biete ihm stattdessen meine Hilfe bei seinem Problem an. Integrität, Transparenz und Ehrlichkeit halte ich für sehr entscheidend in der täglichen Zusammenarbeit unter Kollegen und Vorgesetzten.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Ich könnte mir gut vorstellen, in zehn Jahren als Staatssekretär im Bundeskanzleramt tätig zu sein.

Warum sollten wir uns für Sie entscheiden?

Ich bin genau der richtige Kandidat für Sie, weil ich sowohl fachlich alle Qualifikationen aus Ihrer Stellenausschreibung erfülle und zusätzlich mit meiner Persönlichkeit dazu beitragen kann, dass frischer Wind in Ihr Team kommt. Ich bin hochmotiviert, kann andere um mich herum begeistern und Ihnen helfen, auch an schwierigen Tagen nicht den Mut zu verlieren.

Tipps

  • Seien Sie zu Ihrem Auswahlgespräch pünktlich. Nichts wirkt unprofessioneller und unmotivierter als Zuspätkommen.
  • Bleiben Sie authentisch und verstellen Sie sich nicht. Das wird früher oder später auffallen.
  • Lesen Sie regelmäßig die Zeitung, um stets auf dem aktuellen Stand zu sein.
  • Kleiden Sie sich angemessen. Förmlichkeit ist hier das Stichwort. Frauen sollten ein Kostüm oder einen Hosenanzug und Männer einen Anzug mit Krawatte tragen.

 

Das „Vorstellungsgespräch Ministerium“ ist jetzt keine große Unklarheit mehr für Sie. Sie wissen, was auf Sie zukommen könnte und mit welchen Fragen Sie rechnen können. Ihnen sind die Voraussetzungen klar geworden, die einige dieser Behörden stellen. Ihre Unsicherheit ist verflogen. Jetzt sind Sie am Zug. Bereiten Sie sich vor und überzeugen Sie!