Vorstellungsgespräch ÜberstundenBald ist es soweit. Das Bewerbungsgespräch für Ihre Traumstelle steht an. Jetzt möchten Sie sich möglichst gut darauf vorbereiten und fragen sich, wie Sie mit dem Thema „Vorstellungsgespräch Überstunden“ umgehen sollen. Was können Sie antworten, wenn Sie danach gefragt werden? Wie überzeugen Sie den Personaler von sich? 

Das und mehr erfahren Sie in diesem Beitrag. Sie werden nicht nur lesen, mit welchen Antworten Sie auf die Frage nach Überstunden punkten können. Sondern Sie bekommen auch einen umfassenden Überblick über das Thema. Mit all den Informationen wird Ihnen die Vorbereitung sicherlich nicht mehr schwer fallen.

Lesen Sie, was Überstunden sind und ob ein Arbeitgeber Sie dazu verpflichten kann. Aus welchem Grund können Sie angeordnet werden und welchen Unterschied gibt es zum Begriff der „Mehrarbeit“? Erfahren Sie außerdem mehr über typische Fangfragen. Die Beispiel-Formulierungen helfen Ihnen, Ideen für eigene Antworten zu bekommen. Zum Schluss bekommen Sie Tipps, wie Sie sich am besten auf solche Fragen vorbereiten. Kommen Sie mit und überzeugen Sie sich selbst!

Das sollten Sie über Überstunden wissen

Wenn Sie Überstunden leisten, arbeiten Sie mehr Stunden am Tag, als im Arbeitsvertrag vereinbart. Die meisten Arbeitgeber freuen sich, wenn Ihre Angestellten zur Leistung von Überstunden bereit sind und damit Ihr Engagement zeigen. Vielleicht fragen Sie sich jetzt, wann das überhaupt notwendig ist und ob Sie grundsätzlich dazu verpflichtet sind.

Sind Sie verpflichtet dazu?

Generell sind Sie als Arbeitnehmer nicht verpflichtet, Überstunden zu leisten. Ihr Arbeitgeber ist nicht dazu berechtigt, die Regelungen in Ihrem Vertrag einseitig zu verändern. In diesem haben Sie bei Ihrer Einstellung festgelegt, wie viele Stunden pro Woche Sie zu leisten haben. Anders verhält es sich, wenn es um die Lage der Arbeitszeit geht. Hier kann Ihr Vorgesetzter entscheiden, diese zu ändern. Sind Sie beispielsweise in einem Bekleidungsgeschäft angestellt und sollen die Öffnungszeiten verlängert werden, ist die Einführung eines Schichtsystems denkbar. Aber, es gibt durchaus auch Ausnahmen von der Regel. Betriebsbedingt und in Notsituationen, die nicht vorhersehbar sind, ist die Anordnung von Überstunden erlaubt.

Gründe für Überstunden

Kommt es zu einem Großauftrag, der nur in einer bestimmten Zeit bearbeitet werden kann, könnte die Leistung von Überstunden von Ihnen verlang werden. Bekommt ein Kunde nicht die Dienstleistung oder den Service, den er sich von Ihnen wünscht, zieht er sonst einfach weiter. Auch Lieferverzögerungen können ein Grund sein. Sind Sie Mitarbeiter eines Lebensmittelgeschäfts, könnten diese verderben, wenn Sie sie nicht auch nach regulärer Arbeitszeit entpacken und ordnungsgemäß lagern. Kurzfristige, existenzbedrohende Ereignisse wie das Ausbrechen eines Feuers oder Überschwemmungen erfordern ebenso den Einsatz eines jeden verfügbaren Mitarbeiters.

Unterschied Überstunden und Mehrarbeit

Bei der Mehrarbeit wird die gesetzliche Höchstarbeitszeit pro Tag überschritten, wohingegen es bei Überstunden um das Übertreten der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit geht.

 

Fangfragen im Bewerbungsgespräch

Unter Fangfragen sind solche Fragen zu verstehen, die Sie als Bewerber in eine unangenehme Lage bringen können. Sie verursachen Stress, bringen ins Schwitzen und sollen Sie aus der Reserve locken. Durch Ihre Antworten geben Sie dem Personaler viel über Ihre innere Motivation, Ihre Ziele, Ihre Werte und Ihre Verhaltensweisen preis. Deshalb sollten Sie sich auf sie nicht weniger vorbereiten als auf „übliche Fragen“ wie: „Erzählen Sie uns etwas über sich selbst.“

Antworten Sie ehrlich und spontan. Nichts wirkt seltsamer auf den Personal Verantwortlichen als eine auswendig gelernte Passage, die Sie sich im Vorfeld zurechtgelegt haben. Viel besser ist, wenn Sie einfach aus der Situation heraus antworten. Denken Sie nicht, dass Ihre Aussagen perfekt sein müssen. Das ist Unsinn. Je authentischer Sie wirken desto besser.

Im Folgenden lesen Sie Beispiele für typische Fangfragen

  • Was konnten Sie in Ihrem letzten Job am wenigsten leiden?
  • Welche Leistungen und Erfolge machen Sie besonders stolz und wieso?
  • Beschreiben Sie sich in einem Wort!?
  • Wenn Sie ein Tier wären, welches wäre das?
  • Warum haben Sie so lange studiert?
  • Sie sagen, in Ihrem letzten Anstellungsverhältnis haben Sie einen guten Job gemacht. Können Sie das näher erläutern?
  • Wie finden Sie es, Vorgesetzte zu haben?
  • Sind Sie bereit, Überstunden zu leisten?

Warum werden Fangfragen genutzt?

Viele Bewerber meinen, ein Einstellungsgespräch sei nur dazu da, den Personaler von sich zu überzeugen. In Wirklichkeit geht es aber darum, dass beide Parteien sich näher kennenlernen. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer sollten sich genau beobachten und herausfinden, ob Sie zusammen passen oder nicht. Wenn Sie als Bewerber nur mit vorgefertigten und einstudierten Antworten ankommen, zeigt das wenig über Ihre wahre Persönlichkeit. Die Fangfragen sollen helfen, Sie noch ein wenig mehr aus Ihrer Komfortzone herauszulocken und intensiver kennenzulernen. Gerade dann, wenn Sie mit Fragen nicht rechnen oder keine perfekte Antwort geben können, wirkt das authentisch und sympathisch zugleich.

 

So sollten Sie lieber nicht antworten

Einen großen Fehler begehen Sie, wenn Sie auf die Frage nach Überstunden mit einem „JA gerne“ antworten. Damit ist gemeint, dass Sie dem Personaler nicht sagen sollten, dass es überhaupt kein Problem für Sie darstellt und dass Sie schon in Ihrer alten Firma täglich mehr gearbeitet haben als üblich.

Ihr Gegenüber könnte annehmen, dass Sie kein intaktes Privatleben haben. Auch könnte er darauf schließen, dass Sie eine schlecht organisierte Person ohne richtiges Zeitmanagement sind oder dass man Sie rumkommandieren könnte, wie man wollte. All das mach keinen besonders positiven Eindruck.

Ein guter Arbeitgeber weiß normalerweise, dass ein leistungsfähiger und motivierter Mitarbeiter einen Ausgleich zum Arbeitsalltag braucht. Das kann Zeit mit Freunden oder der Familie sein, ein Hobby wie Sport oder Musik usw. Zu viele Überstunden können hingegen zu einer zunehmenden Belastung werden. Körperliche und psychische Krankheiten sind unausweichlich die Folge. Damit ist der Arbeitnehmer nicht mehr leistungsfähig oder produktiv.

Das andere Extrem wäre, dass Sie die Möglichkeit Überstunden zu leisten sofort mit einem „Nein“ abblocken. Auch das sollten Sie vermeiden, da Ihr potenzieller zukünftiger Arbeitgeber sich sonst vor den Kopf gestoßen fühlen könnte.

 

Antworten Vorstellungsgespräch Überstunden

Wichtig ist, dass Sie bei Ihrer Reaktion das richtige Maß finden. Sie sollten Einsatz zeigen und trotzdem nicht wirken, als wollten Sie lediglich den Personaler beeindrucken. Zeigen Sie in Ihrer Antwort, dass Sie ein intaktes Privatleben besitzen, einsatzbereit sind und gleichzeitig ein exzellentes Zeitmanagement mitbringen. Das ist die beste Mischung. Machen Sie klar, dass Überstunden eine Ausnahme bleiben und durch eine entsprechende Ersatzleistung wie mehr Urlaub oder Gehalt ausgeglichen werden sollten.

Werden Sie also in einem Interview gefragt, wie Sie zu Überstunden stehen, sind das die besten Antworten darauf:

Unvorhergesehene Ereignisse sind auch im Arbeitsalltag nicht zu vermeiden. In solchen Fällen bin ich selbstverständlich dazu bereit, auch einmal mehr zu arbeiten als sonst. Generell halte ich es dennoch für wichtig, meine Zeit so zu organisieren, dass ich alle Aufgaben in der vereinbarten Frist erledigen kann.

Da ich ein Familienvater von drei kleinen Kindern bin, ist das Leisten von Überstunden zwar durchaus möglich, aber es sollte nicht den Rahmen sprengen. Natürlich liegt mir das Wohl des Unternehmens sehr am Herzen, weshalb ich bei Bedarf kein Problem damit habe. Im Gegenzug wünsche ich mir, dass das Engagement mit einem zeitlichen oder finanziellen Ausgleich belohnt wird. Grundsätzlich ist mir wichtig, alle Arbeit in der normalen Arbeitszeit zu verrichten.

Ich bin gerne bereit, Überstunden zu leisten, wenn die Situation es erfordert. Gerade in der Lebensmittelbranche kann es durch Lieferverzögerungen mal dazu kommen. Wichtig ist mir, dass es nicht zur Regel wird, da ich als alleinerziehende Mutter auch privat große Verantwortungen trage. Da ich selbst ein gutes Zeitmanagement besitze, kommt es glücklicherweise in meinem zugewiesenen Bereich eher selten zu Verspätungen.

 

Die richtige Vorbereitung macht’s

Sie haben gelesen, wie wichtig eine spontane Reaktion auf eine Fangfrage ist. Trotzdem kann es nicht schaden, sich vorab zu informieren. Sie könnten beispielsweise mögliche Fragen recherchieren, die Bewerbern für Ihre Position gestellt werden. Schauen Sie diese durch und filtern Sie solche heraus, bei denen Sie ins Straucheln geraten würden. Überlegen Sie anschließend, was Sie antworten könnten. Noch mal: Lernen Sie nichts auswendig, aber seien Sie einfach gut vorbereitet.

Was Sie speziell hinsichtlich der Frage nach Überstunden tun können, ist, dass sie gemeinsam mit einem Freund oder einem Familienmitglied über Antwortmöglichkeiten sprechen. Haben Sie einen direkten Gegenüber, können Sie leichter herausfinden, was bei Ihren Antworten auf den Personaler negativ wirken könnte.

Gut ist, wenn Sie einfach im Vorhinein wissen, wie Sie generell zu dem Thema stehen. Informieren Sie sich auch über die Firma und schauen Sie sich die ausgeschriebene Stelle noch mal genau an. Was genau wird verlangt? Wie flexibel müssen Sie sein? Das Stellenangebot kann Ihnen da schon reichlich Aufschluss geben. Vielleicht können Sie anhand Ihrer Recherchen schon herausfinden, ob es häufiger zu solch einer Überarbeit kommen könnte oder nicht.

 

Letzte Tipps für ein erfolgreiches Bewerberinterview

  • Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für das Vorstellungsgespräch
  • Erscheinen Sie pünktlich
  • Halten Sie Blickkontakt mir Ihrem Gegenüber, ohne ihn anzustarren
  • Lächeln Sie und achten Sie auf eine gerade Körperhaltung
  • Stellen Sie Nachfragen und zeigen Sie, dass auch Sie Ihren Gegenüber näher kennenlernen möchten
  • Seien Sie ehrlich und authentisch
  • Kleiden Sie sich angemessen, aber nicht übertrieben

 

Sie haben gelesen, aus welchen Gründen ein Arbeitgeber Überzeit anordnen kann. Sie wissen, wie Sie mit dem Thema „Vorstellungsgespräch Überstunden“ umgehen und wie Sie sich vorbereiten können. Die Beispiel Antworten haben Ihnen geholfen, eigene Ideen zu erhalten. Jetzt liegt es nur noch an Ihnen. Legen Sie noch heute los, bereiten Sie sich auf Ihr Einstellungsgespräch vor und überzeugen Sie durch Ihre Ehrlichkeit, Authentizität und Engagement! Viel Erfolg dabei!