Bewerbungsgespräch größte Fehler Tipps

In diesem Artikel lernen Sie, wie Sie in einem Bewerbungsgespräch die größten Fehler vermeiden. Bild von ©pathdoc – de.fotolia.com

Wissen Sie, was in einem Bewerbungsgespräch die größten Fehler sind? Nein? Dann sollten Sie weiterlesen!

Wenn Ihnen ein Einstellungsinterview bevorsteht, helfen Ihnen die Hinweise aus diesem Artikel dabei, klassische Bewerberfehler zu vermeiden. So hinterlassen Sie garantiert einen souveränen Eindruck beim Personaler!

In diesem Beitrag lernen Sie, welche die fatalsten Fehler sind, die Sie in einem Vorstellungsgespräch machen können. Sie sammeln Tipps, wie Sie diese Fauxpas umgehen und informieren sich, wie Sie einen guten Eindruck beim Recruiter hinterlassen.

 

Umgehen Sie diese Fehler, um im Vorstellungsgespräch zu punkten

Konnten Sie mit Ihren Bewerbungsunterlagen eine Führungskraft von Ihrer Person überzeugen, lädt Sie der Personalverantwortliche einer Firma zu einem Einstellungsgespräch ein. In diesem Dialog gilt es, einige unter Bewerbern und Bewerberinnen weitverbreitete Patzer zu umgehen. Andernfalls sinken Ihre Chancen auf die Stelle nämlich schneller, als Sie „mein größter Misserfolg“ sagen können. Da kann auch die perfekte schriftliche Bewerbung im Nachhinein nichts mehr dran ändern.

 

Nicht nur die Unpünktlichkeit ist ein Fehler

Der erste große Ausrutscher, der vielen Jobinteressierten unterläuft, ist das übermäßig pünktliche Erscheinen zum Gespräch mit dem Arbeitgeber. Sie haben zwar recht, wenn Sie sagen, dass Unpünktlichkeit ein No-Go ist. Jedoch gilt das gleichermaßen für die Überpünktlichkeit!

Laufen Sie viel zu früh, das heißt über zehn Minuten, beim potenziellen Entrepreneur auf, setzen Sie ihn nämlich unter Zeitdruck: Ihr Gesprächspartner erhält unweigerlich den Eindruck, er müsse alles stehen und liegen lassen, um das Interview mit Ihnen zu führen. Da der Personaler aber noch ganz andere Dinge zu tun hat, müssen Sie das unbedingt vermeiden!

Darüber hinaus vermitteln Sie durch einen vorzeitigen Auftritt den Eindruck, dass Pünktlichkeit eine Ihrer Schwächen ist. Soll heißen: Wer viel zu früh beim zukünftigen Arbeitgeber erscheint, legt nahe, dass er sonst immer unpünktlich ist und am Tag des Einstellungsinterviews das Ziel hat, diese lästige Angewohnheit zu vertuschen.

 

Erscheinen Sie niemals überpünktlich zum Vorstellungsgespräch!

Sollten Sie aufgrund Ihrer Zuganbindung oder wegen eines anderen Aspekts, den Sie nicht beeinflussen können, zu früh vor den Toren des Unternehmens stehen, vertreten Sie sich ein wenig die Beine. Atmen Sie dabei bewusst frische Luft ein und fassen Sie möglichst klare Gedanken. Indem Sie vor dem Gespräch in sich kehren, vermeiden Sie es, in diesem zu hektisch und zu nervös zu wirken. Behalten Sie bei Ihrem Spaziergang aber zwingend die Uhr im Auge und treten Sie rechtzeitig den Rückweg zum Betrieb an. Dann schütteln Sie dem Recruiter pünktlich die Hand und können zeitig mit dem Einstellungsinterview beginnen.

 

Bewerbungsgespräch: Ein schwerer Fehler heißt übermäßige Vorbereitung

Jeder Mensch weiß, dass derjenige, der sich um einen Job bemüht, gut vorbereitet sein sollte. So gilt es nicht nur, ausreichend über die Firma und das Berufsprofil zu wissen, sondern auch der angemessene Dresscode für das Vorstellungsgespräch (siehe unten) sollte bekannt sein. Außerdem sollten Sie die typischen Bewerbungsfragen kennen und es empfiehlt sich, dass Sie sich vor dem Termin einige Rückfragen zurechtlegen.

Bei der Vorbereitung auf ein Einstellungsgespräch muss allerdings zwischen relevanten und überflüssigen Vorkehrungen unterschieden werden. Nicht wenige und vor allem unerfahrene Bewerber/-innen neigen nämlich dazu, im Voraus des Gesprächs sämtliche mögliche Antworten durchzugehen. Wird dann selbst auf die heikelste Frage des Personalers „wie aus der Pistole“ geantwortet, leidet sowohl Ihre Glaubwürdigkeit als auch Ihre Sympathie bei der Führungskraft.

 

Eine gute Vorbereitung ist sinnvoll, aber …

Unterbinden Sie es, im Dialog mit dem Recruiter wie eine Maschine zu wirken. Das heißt: Ihr großer Erfolg im Einstellungsgespräch hängt nicht nur von der „Richtigkeit“ Ihrer Antworten auf jede noch so fiese Frage Ihres Gegenübers ab. Vielmehr sind es auch Ihre Spontanität sowie Ihre Improvisationsfähigkeit, die beim Entrepreneur auf Anklang stoßen.

 

  • Merke: Damit Sie nicht gekünstelt perfektionistisch wirken, sollten Sie beispielsweise nicht die möglichen Antworten auf die Fragen nach Ihren Hobbys und nach Ihren Stärken auswendig lernen. Über diese Punkte sind Sie sich schließlich im Klaren, sodass Sie auch spontan auf diese Nachfragen reagieren können.

 

Spontanität ist gut, aber …

Verstehen Sie die obigen Hinweise zum Thema Improvisation nicht falsch! Soll heißen: Sie dürfen auch nicht zu spontan sein. So können Sie zwar den Start des Gesprächs ein wenig auflockern, indem Sie Smalltalk mit dem Personaler führen. Sie dürfen aber nicht vom eigentlichen Gesprächsgegenstand – und das ist Ihre Bewerbung um einen Job – abweichen!

 

  • Praxistipp: Präsentieren Sie sich im Vorstellungsgespräch professionell – Ihr Privatleben kann thematisiert werden, sobald Ihnen die Stelle sicher ist. Geeignete Themen für den Einstieg in das Interview sind unter anderen das spezielle Design des Firmengebäudes und die gute Anbindung des Unternehmens an die Infrastruktur.

 

Bleiben Sie authentisch!

Sie haben bereits gelernt, dass Sie sich im Voraus des Einstellungsgesprächs nicht sämtliche mögliche Antworten zurechtlegen sollten. Das gilt auch für typische Phrasen. Jobinteressierte neigen nämlich dazu, der Führungskraft Begriffe, wie „gute Lernfähigkeit“, „maximale Arbeitsmotivation“ und „enorme Belastbarkeit“ aufzudrängen. Diese Soft Skills sind durchaus von Vorteil und für nahezu jeden Beruf relevant. Sie dürfen diese und Ihre weiteren Stärken aber nicht einfach aufzählen. Das wirkt schlichtweg unnatürlich und somit nicht authentisch.

 

Machen Sie es besser!

Geht es in dem Vorstellungsgespräch um Ihre Fähigkeiten und (positiven) Eigenschaften, sollten Sie diese erklären und durch den Hinweis auf bereits gesammelte Praxiserfahrungen belegen.

 

  • Merke: Wer seine Stärken präsentiert, indem er auswendig gelernte Schlagworte aufzählt, macht sich mit seinen Skills schnell unglaubwürdig.

 

Heben Sie nicht ab!

Apropos Stärken:

Im Einstellungsgespräch ist es ein schwerer Fehler, sich unangemessen darzustellen. Sie sollen natürlich und selbstbewusst auftreten, es mit Ihrer Selbstzufriedenheit aber keinesfalls übertreiben. Weisen Sie auf Ihre ausgeprägten Fähigkeiten hin, geben Sie aber auch kleine Schwächen zu – zumindest, wenn Sie Ihr Gegenüber danach fragt. Schließlich ist kein Mensch perfekt und kein Entrepreneur stellt einen überheblichen Bewerber ein.

 

  • Praxistipp: Führen Sie in dem Interview keine Schwächen an, die Sie für den Job disqualifizieren. Ansonsten ist Ihr Scheitern vorprogrammiert. Nennen Sie stattdessen Schwachpunkte, die zur selben Zeit als Stärken ausgelegt werden können (beispielsweise Unruhe, wenn etwas nicht rechtzeitig erledigt wird). Denken Sie daran, auch Ihre Mankos nicht einfach aufzuzählen, sondern zu erklären.

 

Das Interview ist kein Frage-Antwort-Spiel

Wissen Sie, was im Bewerbungsgespräch ein besonders grober Fehler ist? Die Annahme, dass man als Bewerber eine passive Rolle hat! Ihr Gesprächspartner wird Ihnen zweifellos eine Menge Fragen stellen, die Sie auch beantworten sollten. Sprechen Sie aber keinesfalls nur, wenn Sie gefragt werden! Stattdessen müssen Sie aus dem Einstellungsinterview einen Dialog machen:

Nehmen Sie aktiv an dem Gespräch mit dem Recruiter teil und stellen Sie Fragen zu den Arbeitsabläufen, zu Ihren Kollegen und anderen Aspekten. Auf diese Weise verdeutlichen Sie Ihr Interesse an dem Unternehmen und an den Menschen, mit denen Sie zusammenarbeiten werden.

 

  • Tipp: Unabhängig davon, ob Sie dem Interviewer während des Gesprächs mit eigenen Fragestellungen begegnet sind, wird sich dieser nach dem Dialog erkundigen, ob Sie noch Fragen haben. Stellen Sie zum Abschluss des Vorstellungsgesprächs unbedingt zwei, drei Rückfragen zum Betrieb et cetera. Und zwar auch dann, wenn Sie eigentlich kein dringendes Anliegen mehr haben. Mit Ihren eigenen Fragestellungen beweisen Sie nämlich, dass Sie sich ausführlich mit der Stellenanzeige und dem Job beschäftigt haben.

 

Bewerbungsgespräch: die größten Fehler beim Thema Lohn

In dem Einstellungstest wird es auch um Ihre Gehaltsvorstellungen gehen. An dieser Stelle müssen Sie realistische Angaben machen! Das ist gar nicht so einfach, und zwar vor allem dann, wenn Sie neu in der Branche sind und nicht von einem anderen Arbeitgeber zu der Firma wechseln.

Erkundigen Sie sich im Voraus über die gängigen Vergütungen in dem Wirtschaftszweig und gleichen Sie diese mit Ihrer Berufserfahrung und weiteren Qualifikationen ab. Auf dieser Basis können Sie dem Entrepreneur ein Angebot machen. Idealerweise nennen Sie dabei keinen fixen Betrag, sondern eine Gehaltsspanne. So lassen Sie dem zukünftigen Arbeitgeber Spielraum, um nicht erfüllte Gehaltsvorstellungen beispielsweise durch Zusatzleistungen zu ergänzen.

 

  • Achtung: Erwecken Sie nicht den Eindruck, es gehe Ihnen nur um das Geld, indem Sie Ihre Forderungen (zu) hoch ansetzen. Stattdessen sollten Sie Ihre Vorstellungen mit Ihrem „Marktwert“ begründen können. Geben Sie niemals Ihre finanziellen Verpflichtungen als Grund für das gewünschte Gehalt an!

 

Machen Sie nicht den Fehler, Ihre Person in den Vordergrund zu drängen

Durch das Interview mit Ihnen möchte der Personaler auch herausfinden, welche Konsequenzen sich die Firma von Ihrer Anstellung erhoffen kann. Sprich: Wie profitiert das Unternehmen von Ihrer Person?

Um angemessen auf diese „Bewerbungsfrage“ reagieren zu können, sollten Sie sich bereits vor dem Einstellungsgespräch überlegen, welches Potenzial in Ihnen schlummert. Erklären Sie Ihrem Gegenüber anhand Ihrer Qualitäten, wie Sie dem Betrieb helfen können. Doch Obacht! An dieser Stelle neigen Bewerber häufig dazu, ihre Person in den Vordergrund zu rücken. Umgehen Sie dieses Verhalten, indem Sie so gut es geht auf die Pronomen „ich“, „mich“ und „mir“ verzichten. So vermitteln Sie den Eindruck, dass es Ihnen um die Firma und nicht um Sie selbst geht.

 

Ihr Körper redet mit

Ein grober Fehler im Vorstellungsgespräch, den viele Jobinteressierte unterschätzen, ist das Außerachtlassen der eigenen Körperhaltung und -sprache:

  • Sitzen Sie aufrecht auf dem Stuhl, den man Ihnen angeboten hat.
  • Halten Sie den Augenkontakt zum Personaler aufrecht.
  • Sprechen Sie in einer normalen Stimmlage.

 

Diese Aspekte sind umso wichtiger, wenn Ihnen Ihr Gegenüber heikle Fragen (zum Beispiel nach Ihrem größten Misserfolg) stellt. Erkundigt sich der Gesprächspartner nach Lücken in Ihrem Lebenslauf oder Ihrer übermäßig langen Studiendauer, müssen Sie im wahrsten Sinne des Wortes Haltung bewahren. Der Recruiter wird Ihre Reaktion nämlich genau analysieren und unter anderem auf Ihre Körpersprache achten.

Können Sie die Lücken in Ihrer Vita oder andere „Misserfolge“ plausibel erklären, wird Ihnen der Personalverantwortliche daraus keinen Strick drehen. Das gilt umso mehr, wenn Sie auf die unangenehmen Fragen hin nicht im Stuhl zusammen sinken, sondern selbstbewusst bleiben. Meiden Sie bei Ihrer Antwort plötzlich den Augenkontakt oder sprechen Sie schneller, zieht Ihr Gegenüber daraus hingegen den Schluss, dass er einen wunden Punkt getroffen hat und Ihr Selbstvertrauen nicht allzu hoch ist.

 

  • Praxistipp: Machen Sie sich während Ihrer Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch Gedanken über mögliche Schwachpunkte Ihres Werdegangs. So können Sie selbstbewusst auf potenziell heikle Fragen reagieren. Stimmt Ihre Körpersprache mit den Aussagen überein, nimmt der erfahrene Arbeitgeber das zur positiv zur Kenntnis.

 

Bewerbungsgespräch: ein großer Fehler ist der falsche Abgang

Nach der Beantwortung der Fragen des Recruiters und nachdem Sie Ihre Rückfragen gestellt haben, ist es fast geschafft – das Einstellungsinterview nähert sich dem Ende. Jetzt kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Vorausgesetzt, Sie halten sich an die folgenden Hinweise.

Nicht wenige Stellenbewerber verlassen das Büro des Personalers nach dem Vorstellungsgespräch fluchtartig. Das ist zwar einerseits verständlich, da es sich um eine Stresssituation handelt. Auf der anderen Seite ist das aber ein grober Fehler. Anstatt den Raum einfach zu verlassen, sollten Sie sich die Zeit nehmen, um sich bei Ihrem Gesprächspartner zu bedanken.

Verabschieden Sie sich mit einem festen Händedruck und drücken Sie Ihre Wertschätzung zum Beispiel wie folgt aus:

„Vielen Dank für das nette Gespräch. Ich freue mich darauf, bald wieder von Ihnen zu hören und bedanke mich für Ihre Zeit.“

 

  • Merke: Mit einem höflichen Abgang nach dem Vorstellungsgespräch zeigen Sie Manieren und stoßen beim Recruiter auf Anklang. Muss sich der Personalchef zwischen Ihnen und einem Mitbewerber entscheiden, können es diese Sympathiepunkte sein, die den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen.

 

Kleiden Sie sich nicht willkürlich!

Zu guter Letzt sammeln Sie ein paar wichtige Informationen zum Outfit für Ihre Bewerbung bei einem potenziellen Entrepreneur. Die Erfahrung zeigt, dass beim Dresscode übermäßig häufig Fehler gemacht werden.

Bewerben Sie sich bei einem Start-up oder in einem „kreativen Unternehmen“, darf Ihr Outfit durchaus etwas legerer sein. Anders sieht das beim Einstellungsgespräch bei einer Versicherung oder einer Bank beziehungsweise einer ähnlichen Einrichtung aus. Hier sind die Mitarbeiter tendenziell konservativ gekleidet. Somit sollten auch Sie es mit den Farben und Formen nicht übertreiben.

Achten Sie außerdem unbedingt darauf, dass Ihre Hose und Ihr Hemd respektive Ihre Bluse frei von Fusseln und Verunreinigungen sind. Ebenso wird der Interviewer geschockt sein, wenn Ihr Outfit ein Loch hat oder auf andere Weise beschädigt ist.

 

  • Praxistipp: Sind Sie unsicher, was den Dresscode in der Firma, in der Sie sich bewerben, betrifft, besuchen Sie die Unternehmenswebsite. Hier finden Sie sicher geeignete Informationen. Falls nicht, können Sie sich auch mit dem Sekretariat des hoffentlich zukünftigen Arbeitgebers in Verbindung setzen. Die Angestellten geben Ihnen normalerweise sehr gerne Auskunft darüber, was Sie im Einstellungsgespräch tragen sollten.

 

Die fatalsten Fehler im Bewerbungsgespräch – Resümee

Sie wissen nun:

Es gibt viele Fehler, die Sie in einem Vorstellungsgespräch machen können. Haben Sie sich erst einmal einen Überblick über die möglichen Fauxpas verschafft, können Sie diese umgehen und somit einen guten Eindruck beim Personaler hinterlassen. Nutzen Sie die Hinweise aus diesem Beitrag, um im Einstellungsgespräch nicht aufgrund von klassischen No-Gos zu enttäuschen.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrem Jobinterview!