Bewerbungsgespräch mit Down SyndromSie sind mit Trisomie 21 geboren worden und möchten Ihrer Karriere neuen Schwung verleihen? Vielleicht haben Sie eine interessante Stellenausschreibung gefunden, auf die Sie sich bereits beworben haben. Jetzt fragen Sie sich, wie Sie sich auf ein Bewerbungsgespräch mit Down Syndrom vorbereiten und was es dabei zu beachten gibt.

Dieser Beitrag verrät es Ihnen und bringt ein wenig Licht ins Dunkle. Sie werden am Ende nicht nur wissen, wie Sie sich am besten vorbereiten können, sondern gleichzeitig Ihre Rechte gegenüber dem Arbeitgeber kennen und gestärkt in das Gespräch gehen können. Damit kann dann nicht mehr viel schief gehen.

Lesen sie, was unter dem Down Syndrom verstanden wird und unter welchen Symptomen Betroffene leiden können. Bekommen Sie einen Überblick über mögliche Fragen, die im Vorstellungsgespräch auf Sie zukommen könnten. Lassen Sie sich von den Tipps zur Vorbereitung inspirieren. Es wird mit Sicherheit auch etwas für Sie dabei sein!

 

Das ist das Down Syndrom

Das Down Syndrom ist auch unter der Bezeichnung Trisomie 21 bekannt. Den Namen trägt es deshalb, weil Betroffene drei statt zwei Chromosomen mit der Nummer 21 besitzen. Das Down Syndrom zählt dabei nicht zu den typischen Krankheiten, sondern ist vielmehr eine Anomalie. Der Begriff sagt, dass etwas die Norm verlässt und deshalb als anormal angesehen wird.

Ursache für diese Anomalie ist das erhöhte Vorkommen des Chromosoms 21. Vielleicht fragen Sie sich jetzt, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Mensch mit dieser Besonderheit in seinem Erbgut auf die Welt kommt. Die Antwort ist, dass von rund 700 Babys, die auf die Welt kommen, ein Kind unter dem Down Syndrom leidet.

Symptomatik

Es gibt einige Symptome, die für das Vorhandensein der Trisomie 21 im Körper sprechen. Personen, die davon betroffen sind, haben zum Beispiel ein auffallend rundliches Gesicht und einen kurzen Hals. Ihre Augen liegen leicht schräg und stehen weiter auseinander. Bei vielen steht der Mund etwas offen, was die Speichelproduktion zusätzlich anregt. Ebenso sind die meisten kleinwüchsig.

Ihre Muskelspannung ist verringert, weshalb sie meist länger für eine Reaktion benötigen als andere. Auch die geistige Entwicklung kann gestört sein. Das wurde in vielen Fällen beobachtet. So lernen Betroffene später Sprechen, was oft dem geringeren Hörvermögen geschuldet ist. Ihre Gedächtnisleistung kann eingeschränkt sein. Ebenso kann die Sehkraft vermindert sein. Viele Menschen mit Down Syndrom haben außerdem mit Herzproblemen, Autoimmunstörungen oder Infektanfälligkeiten zu kämpfen.

Auch Besonderheiten

Es soll aber auch nicht unerwähnt bleiben, dass es viele Personen gibt, die mit dieser Anomalie nicht nur mit Beeinträchtigungen leben müssen. Sie können gleichzeitig auch außergewöhnlich begabt sein, zum Beispiel musikalisch.

Behandlung

Es stellt sich die Frage, inwieweit die hier aufgeführten Symptome behandelt werden können. Für die Erscheinung selbst gibt es keine Heilmethode. Dennoch kann gegen Krankheiten wie Herzprobleme oder Störungen des Immunsystems etwas getan werden. Seien das Operationen oder Therapien. Für die Linderung von Schmerzen oder sonstige Beeinträchtigungen kann in jedem Fall Abhilfe geschaffen werden. Gut ist, wenn ein Kind mit Down Syndrom so frühzeitig wie möglich durch geeignete Therapiemaßnahmen wie Physio- oder Ergotherapie oder die Logopädie gefördert wird.

Darum sind Sie besonders

Menschen mit Down Syndrom fallen häufig durch ein sehr fröhliches und sonniges Wesen auf. Sie sind sehr freundlich, einfühlsam und liebevoll und zeigen ihr wahres Ich. Sie besitzen eine positive Ausstrahlung und wirken durch ihre Art meist sehr viel authentischer als andere.

 

Inklusion von Menschen mit Behinderung

Vielleicht wussten Sie es noch nicht. Aber das Miteinbeziehen von Personen mit einer Behinderung in ein Unternehmen gilt als gesetzlich vorgeschrieben. Dabei ist es unerheblich, ob diese Beeinträchtigung geistiger oder körperlicher Natur ist. Natürlich gibt es auch da genaue Regeln und Vorschriften. Diese Pflicht tritt zum Beispiel dann ein, wenn eine Firma mehr als 20 Angestellte beschäftigt. Dann ist es dazu aufgefordert, einen gewissen Prozentsatz an Arbeitsplätzen an Menschen mit Behinderung zu vergeben. Normalerweise beläuft sich der Prozentsatz auf fünf bis sechs Prozent.

Wenn ein Unternehmen sich weigert, dieser Regel nachzukommen, muss es mit Bußgeldern rechnen. Leider ist es auch heute immer noch so, dass viele Positionen, die eigentlich für diese Personengruppe vorgesehen sind, gar nicht erst besetzt werden. Das liegt mitunter daran, dass die Verantwortlichen einfach viel zu wenig aufgeklärt sind. Sie sind sehr unsicher und fürchten erhöhte Kosten und verlängerte Kündigungsfristen für einen Arbeitnehmer mit Down Syndrom oder mit einem anderen Handicap.

 

Bewerbungsgespräch mit Down Syndrom: Das erwartet Sie

In diesem Abschnitt werden Sie lesen, was in einem Interview auf Sie als Bewerber zukommen könnte. Sehen Sie das als Hilfe und Inspiration. Im Bewerbungsgespräch mit Down Syndrom können Sie zum Beispiel mit folgenden Fragen rechnen:

Welche Erfahrungen haben Sie bereits in dieser Position gesammelt?

Ich habe bereits drei Jahre lang in einer ähnlichen Position in Musterstadt gearbeitet. Dort konnte ich dem Unternehmen helfen, Ihre Außenwirkung zu verbessern.

Sehen Sie Beeinträchtigungen aufgrund Ihrer Behinderung?

Bei dieser Frage wird davon ausgegangen, dass der Arbeitgeber über Ihr Down Syndrom bereits Bescheid weiß. Die Frage nach einer Behinderung ist nämlich nicht immer zulässig. Eigentlich nur dann, wenn sich die Beeinträchtigung auf die vertraglich vereinbarte Tätigkeit negativ auswirkt.

Nein, für die beschriebene Tätigkeit sehe ich keine Beeinträchtigung.

Wo sehen Sie Ihre Stärken und wo Ihre Schwächen?

Ich sehe mich als sehr geduldigen Menschen. Außerdem kann ich gut mit Anderen umgehen und sie hören mir gern zu. Eine meiner Schwächen ist zum Beispiel, dass ich schnell mal den Überblick verliere und meine Konzentration ab und zu nachlässt. Daran arbeite ich aber bereits.

Wie sieht Ihre Vision für die nächsten 5 Jahre aus?

In den nächsten Jahren möchte ich gern bei Ihnen im Unternehmen arbeiten und meine Tätigkeit gewissenhaft und sorgsam ausführen. Ich bin dankbar, dass ich diese Chance erhalte und deshalb möchte ich sie auch nutzen.

 

So bereiten Sie sich auf Ihre Bewerbungsgespräch mit Down Syndrom vor

Falls Sie Ihre Bewerbung noch gar nicht geschrieben hatten, sollte eins vorweg klar sein. In Ihrem Anschreiben sollten Sie in jedem Fall erwähnen, dass Sie unter dem Down Syndrom „leiden“. Denn im Bewerberinterview wird das spätestens auffallen und zur Sprache kommen. Ob sie Schwächen oder Behinderungen im Bewerbungsschreiben nennen oder nicht, ist immer eine individuelle Frage und kann nicht pauschal beantwortet werden. Es kommt im Grunde immer darauf an, ob diese körperlichen und geistigen Hindernisse sich negativ auf die Qualität Ihrer Arbeitsleistungen auswirken könnten.

Bei einem Bewerbungsgespräch mit Down Syndrom ist diese negative Beeinträchtigung zwar nicht pauschal gegeben. Dennoch ist es auf den ersten Blick meist zu sehen und sollte demnach nicht einfach verschwiegen werden. Personal Verantwortliche möchten sicherlich auch nicht einfach überfallen werden mit einer Situation, mit der Sie nicht gerechnet haben. Das wäre nicht fair und sollte demnach tunlichst vermieden werden.

Fragen im Einstellungsgespräch

Das erste, was Sie machen können, ist eine Vorbereitung auf Fragen im Auswahlgespräch. Im letzten Abschnitt haben Sie schon ein paar Beispiel-Fragen gelesen und können sich nun ungefähr vorstellen, was man von Ihnen wissen möchte. Versuchen Sie, schon vorab Antworten auf diese fiktiven Fragen zu finden. Dann sind Sie gut vorbereitet und brauchen nicht in Panik zu geraten, wenn der Personaler Sie einmal etwas Unvorhergesehenes fragt.

Fokus nicht verlieren

Konzentrieren Sie sich immer auf Ihre Stärken und das, was Sie besonders macht. Sie sollten im Interview nicht zulassen, dass allein über Ihre Behinderung gesprochen wird. Es sollte vielmehr zu einer Nebensache werden. Überlegen Sie sich deshalb schon vorher, auf welche Ihrer Qualifikationen Sie besonders eingehen möchten. Machen Sie sich einen konkreten Plan, wie Sie den Mehrwert, den allein Sie bieten können, herausstellen.

Keine Angst

Versuchen Sie, schon vorab keine Furcht vor dem Vorstellungsgespräch zu haben. Ist Sie dennoch da, stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Was kann mir im schlimmsten Fall passieren?
  • Was kann ich tun, wenn diese Situation eintritt?
  • Wird es mich umbringen oder schädigen?
  • Tut es das nicht, wieso sorge ich mich?

Sie sehen, dass es nicht viel Sinn macht, sich über etwas zu sorgen oder gar Angst davor zu haben.

Gleichstellungsbeauftragter

Wenn Sie unsicher sind, wie Sie im Bewerbungsgespräch auf das Down Syndrom eingehen sollen, können Sie vorab auch mit jemandem aus der Firma sprechen. In größeren Firmen ist das der Gleichstellungsbeauftragte. Mit ihm können Sie als junge Frau oder junger Mann mit Down Syndrom sprechen. Das können Sie im Übrigen auch schon vor Ihrer Bewerbung tun. Dadurch erfahren Sie schon im Vorhinein, ob es überhaupt sinnvoll ist, sich bei diesem Unternehmen auf eine Stelle zu bewerben.

In diesem Beitrag haben Sie erfahren, wie Sie sich auf ein Bewerbungsgespräch mit Down Syndrom vorbereiten. Sie wissen außerdem, welche Pflichten Firmen ab einer bestimmten Größe haben, wenn Sie Menschen mit einer Behinderung einstellen. Die möglichen Fragen im Vorstellungsgespräch helfen Ihnen zudem, sich noch gezielter für den Ernstfall zu rüsten. Beginnen Sie noch heute mit der Vorbereitung, dann kann nicht mehr viel schief gehen. Viel Erfolg dabei!