Vorstellungsgespräch beim Jugendamt Tipps

In diesem Artikel lernen Sie, wie Ihr Vorstellungsgespräch beim Jugendamt ein voller Erfolg wird. Bild von ©C. Schüßler – de.fotolia.com

Ihnen steht ein Vorstellungsgespräch beim Jugendamt bevor? Dann fragen Sie sich sicher, wie Sie sich von den anderen Bewerbern abheben können.

Die Antwort auf diese und weitere Fragen rund um das Bewerbungsgespräch liefert der folgende Artikel! Mit Hilfe der Informationen legen Sie sich die opitmale Strategie zurecht, um den Personaler von Ihrer Person zu überzeugen.

In diesem Beitrag verschaffen Sie sich einen Überblick über das Amt als kommunale Einrichtung sowie über die Anforderungen, die Ihre zukünftige Arbeit an Sie stellt. Indem Sie lernen, aus welchen Phasen ein Einstellungsinterview besteht, verknüpfen Sie Ihr neugewonnenes Wissen mit diesen, um sich als Sozialarbeiter zu empfehlen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Studieren des Artikels und vor allem viel Erfolg im Vorstellungsgespräch!

 

Das Profil des Amtes

Das Jugendamt ist eine Organisationseinheit innerhalb der Kommunalverwaltung. Das Gesetz besagt, dass jede Gemeinde beziehungsweise jeder Kreis eine solche öffentliche Kinder- und Jugendhilfe einrichten muss. Eltern und andere Erziehungsberechtigte erhalten bei der Instanz Hilfe in Sachen Erziehung, Bildung und Betreuung. Diese Angebot sind nicht nur unterstützend, sondern auch vorbeugend. Das übergeordnete Ziel besteht darin, dem Nachwuchs respektive jungen Menschen im Allgemeinen positive Lebensbedinungen bereitzustellen. Durch diese förderlichen Umstände sollen sich die Kinder und Jugendlichen frei entfalten können und zu einem mündigen Menschen heranwachsen.

 

  • Hinweis: Die Behörde steht all denjenigen beratend und unterstützend zur Seite, die sich in einer (erzieherischen) Problem- oder gar Notsituation befinden. Das gilt natürlich nicht nur für die Erziehungsberechtigten, sondern insbesondere auch für die Kinder an sich.

 

Ein Herz für junge Menschen

Um das Wohl der Minderjährigen sicherzustellen, entwickeln Sozialarbeiter und andere Fachkräfte gemeinsam mit den betroffenen Familien individuelle Lösungskonzepte. Damit diese umgesetzt werden können, arbeitet die sozialpädagogische Einrichtung auch mit Schulen, Ärzten und anderen Instanzen (zum Beispiel Polizei) zusammen.

In extremen Fällen, also wenn ein Kind beispielsweise in Gefahr ist, geht ein Sozialpädagoge/eine Sozialpädagogin den entsprechenden Hinweisen nach, um das potentielle Risiko durch geeignete Maßnahmen zu beseitigen. Ein notwendiger Schritt kann beispielsweise die Inobhutnahme des/der Jugendlichen sein. Sind die schwierigen Umstände auf das familiäre Umfeld zurückzuführen, darf der „Schützling“ erst wieder nach Hause kehren, wenn sich die Sorgeberechtigten dazu bereit erklären, mit dem Amt zu kooperieren. Stimmen die Eltern der Zusammenarbeit nicht zu oder kann die Gefahr für das Kind nicht beseitigt werden, wird ein Familiengericht beauftragt. Dieses entscheidet darüber, wo der oder die Betroffene in Zukunft leben wird und wer das Sorgerecht erhält.

 

Die Crux des Berufs

Die Behörde sieht sich einer großen Herausforderung gegenübergestellt: Wann darf sich der Staat in den Alltag und die Erziehungsmaßnahmen innerhalb einer Familie einmischen? Anders ausgedrückt: Wie weit muss ein junger Mensch pädagogisch gefährdet sein, damit die Mitarbeiter des Amts tätig werden dürfen? Als Sozialpädagoge/Sozialpädagogin muss man täglich solche Gefährdungseinschätzungen machen. Die Abwägung ist umso schwieriger, wenn die Sorgeberechtigten nicht kooperieren wollen.

 

Die zwei Bereiche der Behörde

Die Institution besteht aus der Verwaltung und dem Jugendhilfeausschuss. Dieser Aufbau sowie die Aufgaben der Behörde sind im Kinder- und Jugendhilfegesetz geregelt:

  • Der Ausschuss setzt sich aus Kreistags- und Stadtrat-Angehörigen sowie aus in der Jugendhilfe aktiven Bürgern zusammen. Seine Aufgabe ist es, Jugendhilfeangebote zu planen und zu fördern. Diese zielen darauf ab, auf die Probleme von jungen Menschen und Erziehungsberechtigten zu reagieren.
  • Die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen unterliegt der Verwaltung. Diese vermittelt zwischen den Klienten und adäquaten Hilfsstellen. Ebenso besteht die Möglichkeit, dass die Verwaltung eigene Maßnahmen ins Leben ruft. Wenn von einem Vorstellungsgespräch beim Jugendamt die Rede ist, bezieht man sich in der Regel auf diesen Bereich: Hier arbeiten in erster Linie Verwaltungsfachkräfte sowie Sozialarbeiter/-innen und Sozialpädagogen/-pädagoginnen.

 

  • Wissenswert: Je nach Region wird das Amt auch als Fachbereich Jugend oder als Fachbereich Familie bezeichnet. Jugendwohnheime und ähnliche Einrichtungen sind der Institution unterstellt.

 

Die Anforderungen an Ihre Person

Wenn Sie in dem sozialen Bereich tätig sind, ist die Lösung und Prävention von familiären und kindlichen Problemen Ihr Hauptaufgabenfeld. Sie stehen den Minderjährigen beratend und betreuend zur Seite. Diese Maßnahmen müssen dokumentiert werden, um gegebenenfalls weitere Schritte einleiten zu können.

Aber was müssen Sie eigentich für Qualifikationen mitbringen, um dem Beruf in der Jugendhilfe gerecht werden zu können? Die Antwort auf diese Frage finden Sie im folgenden Abschnitt.

 

Ein Sozialarbeiter handelt ganzheitlich und lebensweltorientiert

Als Sozialpädagogin/Sozialpädagoge müssen Sie gut mit (jungen) Menschen umgehen können. Die Tätigkeit erfordert ein großes Fingerspitzengefühl und Sie müssen sich in die Konflikte der Betroffenen hineinversetzen. Hierzu bedarf es einer überdurchschnittlichen Analysefähigkeit. Des Weiteren setzt der Beruf eine große Kommunikationsfreude sowie ein starkes Interesse an der allgemeinen Pädagogik voraus.

 

Um zukünftigen Sozialarbeitern die Anforderungen des Berufsfelds zu verdeutlichen, hat der Allgemeine Soziale Dienst (kurz: ASD) zu dem Thema die folgenden Prinzipien formuliert:

  • Ganzheitlichkeit: Fachräfte der sozialen Arbeit müssen die komplexe Realität der Betroffenen verstehen können. Indem diese Komplexität als auch die Vielschichtigkeit von Problemen berücksichtigt werden, können hilfreiche Maßnahmen ins Leben gerufen werden.
  • Prävention: Probleme werden bestenfalls gelöst, bevor sie entstehen. So wird die Arbeit im sozialen Bereich erleichtert und möglichst kostengünstig gehalten.
  • Hilfe zur Selbsthilfe: Die Jugendhilfe zielt darauf ab, die Eigenkräfte der Klienten so zu stärken, dass eine professionelle Unterstützung in zukünftigen Problemlagen überflüssig ist.
  • Partizipation: Die Kinder, Jugendlichen und Erziehungsberechtigten arbeiten stets freiwillig mit der Behörde zusammen. Dieses Recht auf die freiwillige Beteiligung muss den Klienten bewusst gemacht werden.
  • Lebensweltorientierung: Als in dem sozialen Bereich tätige Fachkraft müssen Sie den Lebensstil und den Alltag der Klienten akzeptieren und sich auf diese Umstände einstellen. Von den eigenen Normalitätsvorstellungen muss Abstand genommen werden.
  • Integration: Die Hilfsbedürftigen dürfen nicht aus der Gesellschaft ausgegrenzt werden. Ist dies der Fall, ist diese Ausgrenzung rückgängig zu machen.

 

Diese Fähigkeiten erleichtern Ihnen den Job

  • Lösungsorientiertheit
  • Empathie
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Teamfähigkeit
  • Psychologisches Geschick
  • Verhandlungsgeschick
  • Eine selbstständige Arbeitsweise
  • Offenheit gegenüber Neuem
  • Volle Einsatzbereitschaft für fremde Menschen

 

Vorstellungsgespräch beim Jugendamt – So sichern Sie sich die Anstellung!

Nun sind Sie sich darüber bewusst, was Sie als Sozialarbeiter/Sozialarbeiterin in der Kinder- und Jugendhilfe erwartet. Doch wie schaffen Sie es, den Recruiter im Bewerbungsgespräch um eine Stelle zu überzeugen? Ehe Sie wichtige Tipps zum Einstellungsinterview sammeln, ein paar Fakten zum Ablauf des Gesprächs mit dem Personalverantwortlichen:

  • Ein Einstellungsgespräch verläuft meist nach demselben Muster.
  • Die Länge eines solchen Termins beträgt für gewöhnlich zwischen 30 und 60 Minuten.
  • Allgemein dauert das Gespräch umso länger, je höher die angestrebte Position ist.
  • Viele Vorgesetzte geben an, dass die Entscheidung für oder gegen einen Bewerber/eine Bewerberin in den ersten 90 Sekunden des Gesprächs fällt.

 

Der erste Eindruck kann entscheidend sein

Das Vorstellungsgespräch beginnt für gewöhnlich außerhalb des Raums, in dem das Intrerview durchgeführt wird. Soll heißen: Der Recruiter begrüßt Sie am Empfang und startet mit einem Small Talk. So wird sich Ihr Gesprächspartner vermutlich als aller erstes danach erkundigen, ob Sie „gut hergefunden haben“ oder, wie Ihre Anreise war.

Ein solch lockerer Einstieg ist positiv für den weiteren Gesprächsverlauf. Versuchen Sie, sich zu entspannen und antworten Sie freundlich auf die Fragen Ihres Gegenübers. Sie sollten dessen Begrüßung übrigens durch einen festen Händedruck erwidern. Ein schwacher Händedruck ist nämlich ein Anzeichen für ein geringes Selbstvertrauen. Ähnliches gilt, wenn der Stellenbewerber den Augenkontakt zum Interviewenden meidet.

 

  • Wichtig: Unterschätzen Sie diese ersten Augenblicke des Termins nicht! Denn, wie gesagt, viele Personalverantwortliche entscheiden bereits in den ersten eineinhalb Minuten, ob ein Bewerber zu der Vakanz passt oder nicht.

 

Sobald Sie im Gesprächsraum angekommen sind, werden Ihnen ein Sitzplatz und etwas zu trinken angeboten. Selbst, wenn Sie nicht durstig sein sollten, empfiehlt es sich, Letzteres anzunehmen, um sich als höflich zu erweisen. Sie müssen das Glas zwar nicht austrinken, werden im Verlauf des Einstellungstermins aber sicher froh sein, dass Sie „ja“ zum Wasser gesagt haben. Durch die Aufregung wird Ihr Mund nämlich voraussichtlich trocken werden. Mit der Flüssigkeit können Sie Ihre Schleimhäute benetzen, was das Reden angenehmer macht.

 

Präsentieren Sie sich!

Der nächste Abschnitt des Bewerbungsinterviews ist die Kennenlernphase. Diese wird vom Entrepreneur eingeleitet, indem er Sie bittet, etwas über sich zu erzählen oder sich kurz vorzustellen. Nutzen Sie die obigen Hinweise („Diese Fähigkeiten erleichtern Ihnen den Job“) und gleichen Sie diese mit Ihren persönlichen Eigenschaften ab, um im Voraus des Gesprächs eine kleine Selbstpräsentation vorzubereiten:

Erklären Sie unter anderem, dass Sie gerne mit Menschen zu tun haben und dass Sie offen gegenüber Neuem sind. Ebenso sollten Sie bekräftigen, dass Sie sich gerne für andere Menschen einsetzen und dass Ihnen das Wohl von Kindern und Jugendlichen am Herzen liegt. Begründen Sie diese und weitere Darstellungen und weisen Sie möglichst auf Praxisbeispiele respektive bereits gesammelte Berufserfahrungen hin.

Die Dauer Ihrer Vorstellung sollte übrigens zwischen zwei und drei Minuten betragen.

 

  • Hinweis: Im Gegensatz zum Bewerbungsschreiben, das Sie bereits erfolgreich hinter sich gebracht haben, spielt Ihre Persönlichkeit beim Einstellungsgespräch eine übergeordnete Rolle. Über 75 Prozent der Recruiter geben in einer Umfrage an, dass die individuellen Eigenschaften von Bewerbern ein eintscheidender Faktor sind.

 

Als nächstes ist das Amt dran

Sobald Sie Ihre Selbstpräsentation abgeschlossen haben, wird sich der Arbeitgeber genauer vorstellen. Hier heißt es, aufmerksam bleiben! Bewahren Sie den Augenkontakt zu Ihrem Gegenüber und signalisieren Sie Ihr Interesse, indem Sie zustimmend nicken. Ebenso können Sie sich Notizen machen, nach denen Sie sich im weiteren Verlauf des Gesprächs erkundigen (Stichwort eigene Fragen, siehe unten).

 

  • Achtung: Es kann durchaus sein, dass sich der Personalverantwortliche zunächst informiert, was Sie über den Fachbereich Familie und die Stellenausschreibung wissen. Informieren Sie sich vor dem Einstellungstermin ausreichend über die Behörde! Kennen Sie das Profil der Familienhilfe nicht sehr gut, hinterlässt das nämlich alles andere als einen positiven Eindruck.

 

Diese Fragen wird man Ihnen stellen

Es geht in die entscheidende Phase.

Nachdem Sie und der Entrepreneur sich näher kennengelernt haben, möchte Ihr Gegenüber mehr über die Beweggründe Ihrer Bewerbung erfahren. Dieser Abschnitt des Bewerbungstermins ist die Phase, in der Sie beweisen können, dass Sie die perfekte Fachkraft für den sozialen Dienst sind.

Bereiten Sie sich gut auf die folgenden Fragen vor!

 

„Was interessiert Sie an der Stelle?“

Als Antwort auf diese Frage sollten Sie vor allem die Aufgaben des Amtes nennen: Erläutern Sie, dass Kinder und Jugendliche „unsere Zukunft“ sind und dass Sie wissen, dass nicht jeder junge Menschen optimale pädagogische Voraussetzungen genießt. Erklären Sie auch, dass es für Sie eine Herzensangelegenheit ist, den Betroffenen beratend und betreuend zur Seite zu stehen. Als Mitarbeiter der Familienhilfe leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur Gesellschaft!

 

„Welche Qualifikationen bringen Sie für den Job mit?“

Die Antwort auf diese Frage des Recruiters ist sehr spezifisch und hängt von Ihrer Ausbildung ab. Haben Sie beispielsweise ein Studium abgeschlossen, können Sie etwas näher auf dessen Inhalte eingehen. Widmen Sie sich jedoch nicht zu sehr Ihren theoretischen Kenntnissen. Diese haben Sie bereits in Ihrer schriftlichen Bewerbung erläutert!

Mindestens genauso wichtig wie Ihre beruflichen Qualifikationen sind bereits gesammelte Praxiserfahrungen. Legen Sie diese dar und erklären Sie, wie sich diese Tätigkeiten konkret auf Ihre Persönlichkeit und die Entscheidung, beim Fachbereich Jugend arbeiten zu wollen ausgewirkt haben.

 

„Warum sind Sie der/die Richtige für den Job?“

Mit dieser Frage zielt Ihr Gesprächspartner darauf ab, etwas über Ihre Stärken zu erfahren. Gehen Sie auf Ihre wichtigsten (für den Job relevanten) Kompetenzen ein (siehe oben) und stellen Sie dar, wie diese Eigenschaften zu Ihrem Erfolg in dem Beruf beitragen können. Sie sollten Ihre Stärken allerdings nicht einfach nur aufzählen. Belegen Sie sie stattdessen durch die Bezugnahme auf Ihre Praxiserfahrungen.

 

Niemand ist perfekt:

An dieser oder einer anderen Stelle des Gesprächs wird sich Ihr Gegenüber auch nach Ihren Schwächen erkundigen. Es ist von übergeordneter Bedeutung, dass Sie NICHT antworten, dass Sie keine Schwächen hätten. Vermitteln Sie den Eindruck, dass Sie sich für unfehlbar halten, wirkt das nämlich nicht nur arrogant. Ebenso zeugt eine solche Einstellung von einer mangelnden Fähigkeit zur Selbstreflexion. Diese Fähigkeit spielt für Sozialpädagogen und Sozialpädagoginnen allerdings eine sehr wichtige Rolle. Schließlich erfüllen Sie eine Vorbildfunktion gegenüber Ihren Klienten – wenn Sie sich nicht hinterfragen, werden das die Eltern und die Kids mit hoher Wahrscheinlich auch nicht tun!

 

Weiterführende Hinweise zu den obigen Erläuterungen

Es sei noch einmal darauf hingewiesen, dass Sie möglichst all Ihre Ausführungen durch konkrete Beispiele ergänzen sollten. Hierzu können Sie während des Interviews immer wieder die einzelnen Stationen Ihres Lebenslaufs aufgreifen. Nachfolgend finden Sie einige wichtige Aspekte für das Vorstellungsgespräch beim Jugendamt noch einmal zusammengefasst.

 

  • Ihre Antworten müssen klar strukturiert sein und einen Bezug zum offenen Job haben. Zählen Sie wichtige Eigenschaften nicht einfach nur auf, sondern begründen Sie Ihre Aussagen.
  • Sie sollten Ihre Erwiderungen auch dann untermauern, wenn der Entrepreneur Ihnen geschlossene Fragen, sogenannte Ja-/Nein-Fragen, stellt. Beachten Sie, dass geschulte Recruiter von verschiedenen Frage- und Gesprächstechniken Gebrauch machen.
  • Ihre beruflichen Qualifikationen haben Sie bereits in Ihrem Bewerbungsschreiben dargestellt. Durch den persönlichen Dialog mit Ihnen möchte der Manager vor allem etwas über Ihren Charakter in Erfahrung bringen und herausfinden, ob Sie zu dem bestehenden Team passen.

 

Zusätzliche Tipps für das Vorstellungsgespräch beim Jugendamt

Als Bewerber respektive Bewerberin neigt man dazu, alles zu erzählen, was der potenzielle Arbeitgeber wissen möchte. Es gibt allerdings durchaus einige Punkte, die Ihren Gesprächspartner nichts angehen. Deshalb wird man Ihnen die folgenden Fragen in dem Bewerbungsgespräch voraussichtlich nicht stellen. Erkundigt sich der Personalchef dennoch nach diesen Aspekten, sind Sie keinesfalls dazu verpflichtet, zu antworten:

  • Ihre religiösen Ansichten
  • Ihre Familienplanung
  • Ihre politische Ausrichtung.

Weisen Sie Ihren Gesprächspartner freundlich darauf hin, dass Sie diese Dinge in dem Interview nicht thematisieren wollen. Sofern Ihnen diese Themen nichts ausmachen, können Sie die Fragen des Gegenübers aber natürlich auch beantworten.

 

Es folgt die Gehaltsverhandlung

Die wichtigste Hürde ist genommen.

Konnten Sie in der vorherigen Gesprächsphase überzeugen, geht es als nächstes um organisatorische Aspekte. Diesbezüglich spielt Ihre Gehaltsvorstellung eine übergeordnete Rolle. Erkundigt sich der Mitarbeiter der Personalabteilung danach, was Sie gedenken, zu verdienen, müssen Sie unbedingt realistische Forderungen stellen:

Bei einem Jobwechsel können Sie bis zu 10 Prozent mehr im Vergleich zu Ihrer alten Stelle erwarten. Schwieriger gestaltet sich das Thema allerdings, wenn Sie noch keine Erfahrung in dem Berufsfeld gesammelt haben. Informieren Sie sich im Voraus des Termins, was Sozialarbeiter und Sozialpädagoginnen beim Fachbereich Familie durchschnittlich verdienen. Dieses Durchschnittsgehalt ist ein guter Richtwert für die Verhandlung.

 

Ihre Gehaltsvorstellungen müssen gut begründet sein.

Viele Bewerber und Berwerberinnen machen den Fehler, dass sie ihre Gehaltswünsche mit ihren finanziellen Verpflichtungen begründen – ein absolutes No-Go beim Bewerbungsgespräch! Führen Sie stattdessen Ihre Qualifikationen und Erfahrungen als Begründung an. Ergänzend können Sie erklären, wie die Behörde von Ihnen profitiert.

 

  • Übrigens: Sie müssen keine fixen Gehaltsvorstellungen äußern. Indem Sie eine Gehaltsspanne nennen, kann der Manager flexibel reagieren. Das heißt, dass nicht erfüllte Gehaltswünsche beispielsweise mit Zusatzleistungen kompensiert werden. Allgemein dürfen Sie nicht den Eindruck vermitteln, es gehe Ihnen nur um das Geld!

 

Stellen Sie Rückfragen!

Zum Abschluss des Bewerbungsgesprächs wird sich der Personalverantwortliche erkundigen, ob Sie noch Fragen haben. Dieses Gesprächsende kann ein wenig routinemäßig und somit überflüssig wirken. Ist es allerdings keinesfalls! Reagieren Sie verneinend, wirkt das nämlich, als hätten sich kein großes Interesse an der Tätigkeit und als seien zu schüchtern, um offene Fragen zu klären.

 

Einige Gründe für Rückfragen im Vorstellungsgespräch:

  • Sie bekräftigen Ihr Interesse an dem Arbeitgeber und an den Aufgaben.
  • Sie verdeutlichen, dass Sie sich gut auf das Gespräch vorbereitet haben.
  • Sie erhalten weitere Informnationen über die Arbeitsstelle, Ihre Kollegen et cetera.
  • Gezielte Fragestellungen zeugen von einer allgemeinen Wissbegierde und Zielstrebigkeit.

 

  • Merke: Indem Sie zwei, drei eigene Fragen stellen, sammeln Sie Sympathiepunkte beim Personalverantwortlichen; Sie untermauern Ihr Interesse an der Vakanz; und Sie erfahren mehr über Ihren zukünftigen Arbeitsplatz.

 

Um im Vorstellungsgespräch beim Jugendamt Rückfragen stellen zu können, sollten Sie die Stellenanzeige auf sinnvolle Anknüpfungspunkte untersuchen. Zudem empfiehlt es sich, die Website des Amtes zu studieren und sich Gedanken darüber zu machen, was Sie sich von Ihrem neuen Job erhoffen. Des Weiteren können Sie auf Ihre während des Dialogs angefertigten Notizen (siehe oben) zurückgreifen.

 

  • Achtung: Viele sagen zwar, es gäbe keine dummen Fragen. Sie sollten sich im Einstellungsinterview allerdings nicht nach Aspekten erkundigen, die offensichtlich sind oder mit einem Blick ins Internet beantwortet werden. Ebenso sollten Sie davon absehen, im ersten Gespräch mit den Recruiter etwas über die Urlaubszeiten in Erfahrung zu bringen. Andernfalls stellen Sie Ihre Motivation selbst infrage.

 

„Danke, dass Sie sich Zeit für mich genommen haben!“

Haben Sie alle Fragen Ihres Gegenübers beantwortet und diesem einige Rückfragen gestellt, kann kaum noch etwas schiefgehen. Erkundigen Sie sich, wann Sie mit einer Rückmeldung rechnen können und bedanken Sie sich beim Personalverantwortlichen, dass er sich Zeit für Sie genommen hat. Bekräftigen Sie noch einmal, dass Sie die Vakanz gerne besetzen würden und verabschieden Sie sich mit einem kräftigen Händedruck.

 

Ihr Outfit als Bewerber

Abschließend sammeln Sie einige wertvolle Tipps zur passenden Kleidung für das Einstellungsinterview:

Der Dresscode kann von Arbeitsstelle zu Arbeitsstelle variieren. Allgemein herrscht in der Sozialarbeit allerdings ein lockerer Kleidungsstil. Sie brauchen für den Einstellungstermin also keinen Anzug beziehungsweise ein Kostüm anziehen. Wenn Sie sich unsicher sind, welches Outfit das passende für das Bewerbungsgespräch ist, werfen Sie einen Blick auf die Internetpräsenz des Amtes. Zudem haben Sie die Möglichkeit, sich telefonisch mit der Geschäftsführung in Verbindung zu setzen, um die entsprechenden Informationen einzuholen.

 

  • Mit einer schwarzen Hose samt passender Bluse/nicht zu buntem Hemd können Sie nichts falsch machen.
  • Ihre Schuhe sollten unauffällig sein.
  • Ihr Outfit darf keine Verschmutzungen und keine Beschädigungen aufweisen.
  • Ein Anzug oder Ähnliches ist bei der Behörde unangebracht.

 

Ihrer Anstellung steht nichts mehr im Weg!

Nun kennen Sie die besten Strategien, um im Vorstellungsgespräch beim Jugendamt zu überzeugen. In diesem Beitrag haben Sie sich einen Überblick über die Behörde und die Anforderungen der Sozialarbeit an Ihre Person verschafft. Sie kennen jetzt die einzelnen Phasen des Bewerbungsgesprächs und wissen, worauf es in diesen ankommt. Mit den Hinweisen zum Einstellungsgespräch-Outfit und zu weiteren Aspekten werden Sie den Personalverantwortlichen überzeugen!

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg für die entscheidende Bewerbungsphase!