Vorstellungsgespräch als Werkstudent Tipps

In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie Ihr Vorstellungsgespräch als Werkstudent meistern.

Sie wurden zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen? Herzlichen Glückwunsch, dann haben Sie mit einem sorgfältig ausgearbeiteten Lebenslauf und einem professionellen Anschreiben überzeugt!

Doch wie müssen Sie sich in dem Vorstellungsgespräch als Werkstudent präsentieren? Und welche Fragen kommen auf Sie zu? Mit den Informationen aus diesem Artikel bereiten Sie sich optimal auf die zweite Bewerbungsphase vor und überzeugen den Personaler von Ihren Fähigkeiten!

In den folgenden Abschnitten sammeln Sie wertvolle Hinweise zum Nebenjob als Werkstudent. Sie lernen, wie Sie in dem Gespräch auftreten müssen, und verschaffen sich einen Überblick über typische Fragen in einem Vorstellungsgespräch als Werkstudent. Damit es sicher mit der Stelle klappt, informieren Sie sich darüber hinaus über idealtypische Antworten auf diese Fragen.

Warum als Werkstudent arbeiten?

Eine Tätigkeit als Werkstudent hat viele Vorteile:

  • Sie arbeiten für gewöhnlich in einem Job, der mit Ihrem Studienfach in Verbindung steht.
  • Durch diese Kombination von Theorie und Praxis fällt Ihnen der spätere Berufseinstieg leichter.
  • Sie arbeiten mehr als nur ein paar Stunden in der Woche. Somit erhalten Sie einen umfangreichen Einblick in den Betrieb und die jeweilige Branche.

 

Allgemeines zur Tätigkeit als Werkstudent

Im Folgenden werden einige Fragen rund um die Anstellung als Werkstudent thematisiert. Los geht es mit der Frage, wie Sie überhaupt eine geeignete Stelle finden:

Um den passenden Nebenjob zu finden, sollten Sie thematisch möglichst nah an Ihrem Studienfach arbeiten. Das hat auch den Vorteil, dass Sie bereits wertvolle Kontakte in Ihrem späteren Berufsfeld knüpfen können. Stellen Sie sich während Ihrer Tätigkeit in einem Betrieb gut an, wecken Sie beim Arbeitgeber möglicherweise das Interesse an einer Festanstellung.

 

  • Hinweis: Es kann vorkommen, dass an Ihrem Wohnort keine entsprechenden Jobs angeboten werden. Vielleicht wollen Sie sich aber auch noch gar nicht beruflich festlegen. Dennoch kann es sich lohnen, einen Werkstudentenjob zu übernehmen, um an Berufserfahrung und Eigenständigkeit zu gewinnen. Ein Praktikum ist eine gute Alternative.

 

Hier finden Sie Stellenangebote

Sowohl die Schwarzen Bretter in der Universität als auch Internetportale sind eine gute Anlaufstelle, um Jobs für Werkstudenten zu finden. Zudem bieten die Studentenwerke der Hochschulen Arbeitsvermittlungen an und häufig gelangt man über die Mund-zu-Mund-Propaganda an eine Stelle.

 

Arbeitsvertrag – ja oder nein?

Haben Sie das Vorstellungsgespräch als Werkstudent erfolgreich hinter sich gebracht und den Recruiter überzeugt, sollten Sie unbedingt auf einen schriftlichen Arbeitsvertrag bestehen! In diesem sind vor allem die wöchentlichen Arbeitsstunden wie auch der Verdienst festgelegt.

 

Tipps zu Arbeitszeiten und Vergütung

Genau wie für Festangestellte gelten für Werkstudenten Mindeststandards in Bezug auf die Arbeitszeiten und die Lohnhöhe; Sie haben Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn und auf Erholungsurlaub; im Krankheitsfall steht Ihnen eine Entgeltfortzahlung zu.

Beachten Sie, dass es sich bei Ihrer Tätigkeit als Werkstudent um einen Nebenjob handelt. Soll heißen: Das Studium ist nach wie vor die Hauptsache! Anders ausgedrückt: Um keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen zu müssen, dürfen Sie wöchentlich nicht mehr als 20 Stunden arbeiten.

 

  • Praxistipp: Klären Sie längere Arbeitszeiten an Wochenenden und/oder in der vorlesungsfreien Zeit mit der Krankenkasse ab.

 

Was dürfen Sie als Werkstudent verdienen?

Allgemein können Sie als Werkstudent einen monatlich unbegrenzten Betrag verdienen. Doch Ausnahmen sind die Regel: Beziehen Sie beispielsweise BAföG, liegt die Hinzuverdienstgrenze bei 450 Euro monatlich. Selbiges gilt, wenn Sie in der Krankenkasse Ihrer Eltern familienversichert sind.

 

Wie Sie auf sich aufmerksam machen

Insbesondere wenn Sie auch nach dem Studium bei dem Unternehmen tätig sein wollen, sollten Sie als Werkstudent durch eine hohe Motivation, eine gute Verlässlichkeit und tolle Ideen auffallen. Ihre Aufgaben können gerade zu Beginn der Tätigkeit monoton sein. Zeigen Sie viel Einsatz, erhalten Sie aber voraussichtlich schnell anspruchsvollere Aufgaben.

 

  • Tipp: Arbeitgeber wissen es zu schätzen, wenn sie mit einem Werkstudenten planen können. Idealerweise stehen Sie wöchentlich mindestens 15 Stunden zur Verfügung.

 

Vorstellungsgespräch als Werkstudent – Interessante Fakten

  • Die Länge eines Bewerbungsgesprächs beträgt meist zwischen 30 und 60 Minuten.
  • Allgemein gilt: Je höher die Anstellung, desto länger das Einstellungsgespräch.
  • Die meisten Bewerbungsgespräche verlaufen nach dem gleichen oder einem ähnlichen Muster.
  • Viele Personalverantwortliche sagen, dass Sie bereits in den ersten 90 Sekunden entscheiden, ob sie einen Bewerber einstellen oder nicht.

 

Allgemeine Tipps zum Vorstellungsgespräch als Werkstudent

Machen Sie sich vor dem Bewerbungsgespräch bewusst, dass Ihnen Ihr Gegenüber nichts Böses möchte. Vielmehr geht es dem Personaler in dem Gespräch darum, Sie persönlich kennenzulernen. Um einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen, sollten Sie sich von Ihrer besten Seite zeigen. Das gelingt Ihnen, neben dem passenden Outfit, mit ein paar generellen Hinweisen:

  • Reden Sie stets in einem normalen Tempo, sodass der Gesprächspartner Ihnen gut folgen kann.
  • Ehe Sie auf eine Frage antworten, sollten Sie gut überlegen, damit Sie sich beim Sprechen nicht “überschlagen“.
  • Trotz Ihrer Aufregung sollten Sie auf eine normale Stimmlage achten. Vor allem Frauen neigen dazu, in einem Bewerbungsgespräch in einer höheren Stimmlage zu sprechen.
  • Passen Sie Ihre Sprache an die Situation an. Das heißt: Vermeiden Sie Umgangssprache so weit es geht.
  • Weichen Sie den Fragen des Recruiters nicht aus, sondern antworten Sie gezielt und vor allem prägnant auf diese.
  • Haben Sie eine Frage nicht verstanden, sollten Sie sie klären, ehe Sie antworten. Es ist kein Beinbruch, Rückfragen zu stellen!
  • Lassen Sie Ihren Gesprächspartner ausreden, ehe Sie etwas sagen. Hören Sie die gesamte Zeit über aufmerksam zu.
  • Nehmen Sie eine aufrechte, natürliche Sitzposition ein. Verschränken Sie die Arme nicht.

 

Diese Fragen kommen auf Sie zu

In den folgenden Abschnitten geht es um die häufigsten Fragen in einem Vorstellungsgespräch als Werkstudent und wie Sie auf diese antworten sollten. Viele Personaler leiten das Gespräch ein, indem sie Sie bitten, Ihren persönlichen Werdegang zu erläutern.

Bei der Beantwortung dieser Frage geht es darum, eine interessante, zum Teil auch überraschende Struktur zu finden. Sie sollten Ihren Lebenslauf nicht herunter rattern – diesen kennt der Gesprächspartner bereits –, aber dennoch auf die zentralen Punkte eingehen. Schmücken Sie Ihre Vita durch neue, interessante Dinge aus. Sie können beispielsweise besondere Erlebnisse anführen, die erklären, wie Sie zu der Entscheidung für diesen Job gekommen sind.

 

„Was sind Ihre Stärken?“

Stellen Sie Ihre Stärken selbstbewusst, aber nicht überheblich dar.

Präsentieren Sie Ihre für den Nebenjob relevanten Stärken und nennen Sie Praxisbeispiele, anhand derer Sie die Punkte beweisen. Eigenschaften, die immer gut ankommen, sind:

  • hohe Belastbarkeit
  • angemessener Umgang mit Stress
  • hohe Zuverlässigkeit
  • die Fähigkeit, Neues zu lernen
  • die Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen
  • Interesse und Neugier
  • zielorientiertes Arbeiten
  • die Fähigkeit, Prioritäten zu setzen.

Häufig folgt auf diese Schilderung die weiterführende Frage nach den bisher größten Herausforderungen beziehungsweise Erfolgen im Leben. Fokussieren Sie auch hier die für den Job relevanten Ereignisse. Lässt es die Situation zu, können Sie am Ende Ihrer Ausführungen auf den Gewinn der Kreismeisterschaft im Fußball oder Ähnliches hinweisen – natürlich mit einem Augenzwinkern!

 

  • Merke: Durch die eine oder andere Anekdote können Sie das Vorstellungsgespräch als Werkstudent auflockern. Sie dürfen es mit den Witzen aber keinesfalls übertreiben!

 

„Welche Schwächen haben Sie?“

Der Personaler wird sich nicht nur nach Ihren Stärken, sondern auch nach Ihren größten Schwächen erkundigen. Seien Sie an dieser Stelle nicht zu ehrlich, flunkern Sie aber auch nicht! Soll heißen: Idealerweise benennen Sie eine oder zwei Schwächen, die auch als Stärken ausgelegt werden können.

 

Ein gutes Beispiel:

Sie werden schnell unruhig, wenn Unterlagen verspätet auf Ihrem Schreibtisch eintreffen oder diesen nicht zeitig verlassen. Das zeugt davon, dass Sie Wert auf das Einhalten von Terminen legen, und zwar nicht nur bei sich, sondern auch bei Ihren Kollegen.

 

„Wie stellen Sie sich Ihre berufliche Zukunft vor?“

An dieser Stelle des Vorstellungsgesprächs können Sie Ihre Zielstrebigkeit sowie Ihren Ehrgeiz unter Beweis stellen. Haben Sie konkrete Pläne, müssen diese realistisch sein. Haben Sie sich noch nicht umfassend mit Ihrer Zukunft beschäftigt, sollten Sie dies hingegen nicht zu offenkundig darstellen. Greifen Sie stattdessen auf Aussagen wie “Ich möchte mich beruflich und persönlich weiterentwickeln“ oder “Auf langfristige Sicht würde ich gerne Verantwortung übernehmen“ zurück.

 

Wichtig:

  • Zeigen Sie sich flexibel und offen gegenüber verschiedenen Möglichkeiten und vermitteln Sie nicht den Eindruck, dass Ihre Pläne in Stein gemeißelt sind.
  • Stellen Sie durch Ihre Pläne nicht den Platz Ihres Gegenübers infrage.
  • Dient der Werkstudentenjob als eine Art Sprungbrett und wollen Sie nicht langfristig in dem Unternehmen arbeiten, sollten Sie das möglichst für sich behalten.

 

Warum sind Sie der/die Richtige für den Job?

Lassen Sie sich durch diese Frage nicht aus der Ruhe bringen! Überlegen Sie Ihre Antwort gut und antworten Sie ruhig und freundlich. Stellen Sie auch noch einmal Ihre positiven Eigenschaften in den Vordergrund und verknüpfen Sie diese mit den Anforderungen der Stelle.

 

  • Tipp: Konzentrieren Sie sich auf Ihre eigenen Soft Skills und beziehen Sie sich nicht auf die anderen Bewerber. Sie kennen diese schließlich nicht und können folglich keine Aussagen über die Fähigkeiten der Konkurrenten machen.

 

„Was gedenken Sie zu verdienen?“

Bei dieser Frage liegen Bewerber häufig daneben: Wer zu viel Gehalt fordert, zeigt Tendenzen zur Selbstüberschätzung; wer zu wenig fordert, läuft wiederum Gefahr, sich unter seinem Wert zu verkaufen.

Informieren Sie sich bereits vor dem Vorstellungsgespräch als Werkstudent über das Branchen-abhängig angemessene Gehalt. Dieses hängt zudem von Ihrer Berufserfahrung sowie von der Größe des Unternehmens als auch von den regionalen Gegebenheiten ab.

Wichtig ist, dass Sie gute Argumente für Ihre Gehaltsvorstellungen liefern. Hierzu zählen keinesfalls Ihre finanziellen Verpflichtungen! Vielmehr sollten Sie Ihre Forderungen mit Ihren Qualifikationen und der Art und Weise, wie das Unternehmen von Ihrer Person profitiert, begründen.

 

  • Praxistipp: Zeigen Sie sich verhandlungsbereit und seien Sie offen für Kompensationen, falls Ihre Forderungen nicht erfüllt werden. Mit Kompensationen sind ein Fahrtgeld zum Arbeitsplatz, ein tägliches kostenfreies Mittagessen und Ähnliches gemeint.

 

„Haben Sie noch Fragen?“

Trauen Sie sich unbedingt, selber Fragen zu stellen! Tun Sie dies nicht, vermutet der Personaler Desinteresse auf Ihrer Seite.

Stellen Sie jedoch keine Fragen, die bereits im Gespräch geklärt wurden. Auch Themen wie das Weihnachtsgeld und die Urlaubstage sind erst einmal tabu. Erkundigen Sie sich stattdessen nach der Möglichkeit, Ihren Arbeitsplatz kennenzulernen oder nach Ihren genauen Aufgaben während Ihrer Anstellung.

 

Meistern Sie das Vorstellungsgespräch als Werkstudent!

Was Sie in diesem Beitrag gelernt haben:

In den vorherigen Abschnitten haben Sie wichtige allgemeine Aspekte zum Thema Werkstudentenjob geklärt. Sie haben gelernt, wie Sie in dem Vorstellungsgespräch als Werkstudent auftreten müssen und kennen nun einige Fragen, die in der Bewerbungsphase sichergestellt werden. Mit den Informationen und den idealtypischen Antworten aus diesem Artikel bereiten Sie sich optimal auf das Einstellungsgespräch vor. Ihrer Tätigkeit neben dem Studium steht somit nichts mehr im Weg!